Was ist eine Frau? Diese Frage konnte nicht erst seit Matt Walshs gleichnamiger Dokumentation im geschlechterkonstruktivistischen Mainstream nicht mehr sinnhaft beantwortet werden. Im Zuge des Kippens des amerikanischen Grundsatzurteils Roe vs. Wade, welches staatenweit Abtreibungen bis in die 24. Woche legalisierte, und der quasi zeitgleichen Abschaffung des Werbeverbots fรผr Abtreibungen in Deutschland bin ich nun aber im selben Mainstream zumindest mal auf eine brandheiรe Fรคhrte gestoรen. Offenbar hat es nรคmlich etwas mit der Fortpflanzung zu tun, noch genauer: mit der gebรคrenden Hรคlfte menschlicher Fortpflanzung.
Anders kann ich es mir jedenfalls nur schwer erklรคren, dass nicht nur auf 90 Prozent der Transparente von Pro-Abtreibungs-Demonstranten, sondern auch im ersten โTagesschauโ-Artikel รผber die Entscheidung des Supreme Court die gesetzliche Regelung von Schwangerschaftsabbrรผchen wieder in die Hรคnde der einzelnen Bundesstaaten zu legen, durchgรคngig von โFrauenโ und โFrauenrechtenโ die Rede ist, in besagtem โTagesschauโ-Artikel alleine 13-mal. Von Mรคnnern รผbrigens nicht ein einziges Mal.
Das beiรt sich dann doch ein wenig mit der sonst immer so emsigen Berichterstattung der รffentlich-Rechtlichen รผber โschwangere Mรคnnerโ, etwa letzten Spรคtsommer vom Funk-Format โReporterโ, das รผber einen schwangeren โKaiโ berichtete, oder vom WDR vor heute auf den Tag genau drei Monaten in der anderthalbstรผndigen Doku โDer schwangere Mannโ. Die Frage drรคngt sich nun, wo Schwangerschaften und deren kรผnstliche Beendigung auf einmal wieder so eindeutig mit dem weiblichen Geschlecht assoziiert werden, auf: Sind das etwa eigentlich gar keine legitimen, echten Mรคnner, sondern gar Frauen, die ein gestรถrtes Selbstbild haben? Und dabei bekommen doch โMรคnner, die ihre Schwangerschaft รถffentlich machen, oft krasse Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungenโ, wie wir bereits in den ersten Sekunden der WDR-Doku erfahren. Ob diese Unsichtbarmachung, wรคhrend auch ihr Recht auf Schwangerschaftsabbruch von den Patriarchen mit Fรผรen getreten wird, in denselben รถffentlich-rechtlichen Medien, die sich vorher noch zu ihren Verteidigern aufschwangen, ihnen da hilft?
Es hat natรผrlich seine Grรผnde, dass auf einmal wieder zehn Prozent mehr gesunder Menschenverstand in der Presse ausgebrochen zu sein scheint, als inzwischen gewohnt. Und es sind dieselben Grรผnde, aus denen sie uns nicht mehr sagen wollen, was eine Frau รผberhaupt ist โ es liegt nicht daran, dass sie es nicht wรผssten, sondern daran, dass ihre Antwort immer noch weit aus dem momentanen Overton-Fenster fallen wรผrde, und das wissen sie. Also, warum beantworten wir nicht einfach mal beides: Warum ist jetzt รผberall wieder von Frauen die Rede? Weil die Menschen einen natรผrlichen Beschรผtzerinstinkt gegenรผber dem weiblichen Geschlecht haben, den man auszunutzen versucht, so wie man es auch schon in Sachen โPay-Gapโ, Frauenquote, Zensur im Netz (โHass gegen Frauenโ bezogen auf Feminismuskritik) und, und, und getan hat. โHass gegen Gebรคrendeโ klingt irgendwie nicht so griffig und holt einen emotional nicht ab, genau wie wenn in der โTagesschauโ jetzt 13-mal von โGebรคrendenrechtenโ die Rede wรคre. Sie brauchen den natรผrlichen Beschรผtzerinstinkt des Normalos auf ihrer Seite, also gibt es jetzt wieder Frauen und nicht nur abstrakte, undefinierbare Wesen mit und ohne Menstruationshintergrund.
Und weil genau das fรผr Jahrzehnte ihre Taktik war und immer noch ist, wenn es mal drauf ankommt, kรถnnen sie uns auch nicht sagen, wie sie eine Frau definieren. Die Antwort wรคre nรคmlich: โEine Frau ist ein antiquiertes, patriarchales Konzept, in das Kinder vรถllig beliebig hineinindoktriniert werden, mit dem einzigen Zweck, sie unterdrรผcken zu kรถnnen und die klassische Kernfamilie, laut dem Kopf der Frankfurter Schule, auf der der Groรteil unserer Philosophie fuรt, die โKeimzelle des Faschismusโ, am Laufen zu halten. Eine uralte Fessel, die wir vernichten werden.โ Oder in ihrer Sprache wahrscheinlich eher โรผberwindenโ, aber so viel kreative Freiheit muss schon mal sein.
Im Falle des Mannes sagen sie uns etwas sehr รhnliches, mit dem einzigen Unterschied der Rolle des Unterdrรผckers statt des Unterdrรผckten, ja schon einfach so ins Gesicht. Bei Frauen kรถnnen sie es aber immer noch nicht, weil sie fรผr Jahrzehnte besagten Beschรผtzerinstinkt der Allgemeinheit politisch genutzt haben und das daher so plรถtzlich etwas komisch kรคme und sie, wie wir gerade sehen, auf diesen ja auch immer noch hin und wieder angewiesen sind.
Und in diesem Lichte sehe ich auch ihre Tausenden Fantasiegeschlechter: Es ging nie um etwas anderes als Mรคnner und Frauen, und damit letztlich Fortpflanzung und Familie, welche im Mittelpunkt ihres Vernichtungskampfes stehen. Neutrois, Stargender, Kuchengeschlecht und Co. sind als eine Art Spam anzusehen, eine absichtliche รberflutung mit Bedeutungslosem, um die realen Geschlechter beliebig erscheinen und sich in einer grauen Unendlichkeit auflรถsen zu lassen. Vor ein paar Jahren hat man das noch Kampfhelikopter-Witze reiรend belรคchelt. Mit 20 bis 40 Prozent LGBT-Rate unter GenZ in Amerika kehrt nun aber langsam wieder bitterer Ernst ein. Aber auch das muss man im Hinterkopf behalten: Das hier ist ein Kampf, den wir gewinnen kรถnnen. Der รผberwรคltigende Groรteil normaler Menschen steht entschieden auf unserer Seite, wenn er mit diesem Wahnsinn konfrontiert ist. Und genau das mรผssen wir tun.

