Die neueste Kolumne des PhrasenDreschers am Dienstag weckte in mir ein paar Gedanken, die schon seit einiger Zeit in meinem Verstand schlummern. Wir alle wissen, dass unsere politischen Gegner in allem, was uns heilig ist, nur ein Konstrukt, eine Illusion sehen: Sei es Gott, das Volk, die Nation โ alles wurde vom Menschen konstruiert. Ging es den Linken im 20. Jahrhundert vor allem darum, die eben genannten Dinge zu dekonstruieren und damit zu delegitimieren, wird ihr Opfer im laufenden Jahrhundert eine der wichtigsten Grundlagen des menschlichen Daseins und der Kultur sein: das Geschlecht und die dazugehรถrenden Rollen.
Wie Shlomo in seiner Kolumne vom Mittwoch feststellte, ist das endgรผltige Ziel unseres Feindes die Auflรถsung der Geschlechter โ und nicht etwa die Befreiung der Frau (was auch immer das bedeuten mag). Schlicht alles wird angegriffen: Angefangen mit der Rolle als Mutter, die zwar immer wieder unterschiedlich ausgelegt wurde, aber dennoch stets da war, bis hin zur Biologie und dem Geschlechtsdimorphismus des Menschen: Haben Frauen wirklich Brรผste, Ovarien und eine Gebรคrmutter? Woher wollen wir das wissen?
Natรผrlich wissen wir es. Dazu brauchte es nie eine Studie oder eine wissenschaftliche Arbeit. Zwar mussten die genauen Ablรคufe und Mechanismen beispielsweise des Menstruationszyklus erst erforscht werden, ehe man sie wirklich verstanden hat, das รคndert aber nichts an der Tatsache, dass wir instinktiv ahnen und spรผren, wer eine Frau ist und wer nicht โ Ausnahmen bestรคtigen die Regel, รคhnlich wie bei den wenigen Menschen mit sechs Fingern pro Hand. Die Perfidie besteht darin, dass sich die Linken genau jene Ausnahmen oder Ungenauigkeiten zunutze machen: Mithilfe des Sorites-Paradoxons (im Englischen auch โContinuum Fallacyโ genannt) errichten sie ihr Weltbild der Konstrukte.
Von griechisch โsorรณsโ (โHaufenโ) abgeleitet, beschreibt es die Undefinierbarkeit vager Begriffe, in diesem Falle des Haufens: Wie viel Kรถrner von einem Haufen Weizen muss ich wegnehmen, ehe es kein Haufen mehr ist? Exakt dieses Spiel spielen die Linken mit allen: Wann ist ein Mensch im Elsass ein Franzose und wann ein Deutscher? Genau sagen kann man das nicht. Wie kann es ein deutsches Volk geben, wenn der Elsรคsser mit dem Franzmann mehr gemein hat als mit dem Sachsen? Oder im Falle der Minderjรคhrigkeit: Wann ist ein Junge ein Jugendlicher? Wann ist ein Jugendlicher ein Mann? Solche Grenzen haben jene vom PhrasenDrescher angesprochenen franzรถsischen Poststrukturalisten wie Foucault aufzuweichen versucht, als sie die Volljรคhrigkeit in den 70er-Jahren abschaffen wollten. Aber wie reagiert man auf dieses hinterlistige Spiel? Welchen Regeln folgt man? Nun, gar keinen! Wir mรผssen wieder anfangen, die Regeln selbst zu stellen. Linke fragen gerne nach Definitionen unter Ausnutzung des Sorites-Paradoxons, und genau da sollten wir sie auflaufen lassen: Tut nicht so blรถd, ihr wisst genau, was eine Frau ist. Wir alle wissen es, also grinst nicht so frech!
Ich meine, wieso sollten wir zaudern? Wir kรถnnten, wenn wir wollten, ihre Konstrukte problemlos dekonstruieren. Denn das ist es ja: Um unsere vermeintlichen Konstrukte von Geschlecht und Volk zu dekonstruieren, stellen sie ihrerseits umso aberwitzigere Konstrukte auf: โTransfrauenโ, โFLINTAโ, bitte was? Redโ vernรผnftig oder troll dich fort, du ungewaschener Taugenichts! Alles an ihren Schรผtzlingen ist so synthetisch, kรผnstlich und anorganisch: Ihr Haus aus Konstrukten ist auf Sand gebaut. Nehmen wir uns das, was uns gehรถrt, zerhรคmmern wir ihre widernatรผrlichen Monstren. Ob Christ, Nietzscheaner oder sonst wie gearteter Rechter โ in einem wollen wir uns einig sein: Es wird Zeit, die linken Gรถtzen zu zerschlagen!
