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Bild: iStock-microgen

Hilfe, Regierungspressefreiheit in Gefahr!

8. Mai 2023
in 2 min lesen

Wer kennt es nicht, das Gefรผhl, ja sogar die Gewissheit, nicht mehr das sagen und schreiben zu kรถnnen, was man eigentlich denkt. Der Korridor des Sagbaren wurde in den vergangenen Jahren zunehmend eingeengt, sei es in Bezug auf die Corona-Politik, im Umgang mit der anhaltenden Migrationskrise oder bei Themen wie dem Selbstbestimmungsgesetz oder dem Krieg in der Ukraine. Wo auch immer jemand die vermeintlich โ€žfalscheโ€œ Meinung vertritt, folgen Denunziation, Beleidigungen und Ausgrenzung. Schneller denn je wird man heutzutage zum Nazi, Schwurbler, Hetzer oder aber, um die Worte der ZDF-Journalistin Sarah Bosetti zu nutzen, zum โ€žBlinddarmโ€œ der Gesellschaft erklรคrt. Das Ganze gerne auf Kosten der treuen und verlรคsslichen Zwangsgebรผhrenzahler.ย 

Nun folgte vor Kurzem die Gewissheit: Die Presse- und Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik wird zunehmend eingeschrรคnkt. Das ergab zumindest eine Auswertung der Reporter ohne Grenzen (RSF). Eigentlich gehรถre Europa weltweit zum sichersten Ort fรผr Journalisten. Jedoch befinde sich Deutschland im Ranking nicht mehr unter den Spitzenplรคtzen. Grund dafรผr seien 103 physische Angriffe auf Journalisten im Jahr 2022, die die Organisationย dokumentierte. Die meisten davon ereigneten sich in Ostdeutschland. Damit haben solche Vorfรคlle seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2015 einen Hรถchststand erreicht.

Patrick Hinz, der Chefredakteur des โ€žKATAPULT-Magazinsโ€œ in Mecklenburg-Vorpommern, berichtete kรผrzlich im Interview mit dem NDR, dass er Angst davor habe, gewisse Demonstrationen zu besuchen. Er wurde schon mehrfach fotografiert, gefilmt, verfolgt und mit seinem richtigen Namen angesprochen. Welch ein Graus.

Oftmals wรผrden Demo-Teilnehmer und Passanten mit ihm reden und ihm ihren Unmut deutlich machen. Einige hรคtten seine Berichterstattung als โ€žblรถdโ€œ bezeichnet. Ein Grund fรผr ihn, sich โ€žunwohlโ€œ zu fรผhlen. Dennoch halte ihn dieser raue Umgangston nicht davon ab, mit seiner vermeintlich wichtigen Aufklรคrungsarbeit fortzufahren.ย 


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Auch ZDF-Reporterin Dunja Hayali ist prรคdestiniert dafรผr, sich gerne als Opfer von Gewalt gegen Journalisten zu inszenieren.ย 2021 wurde sie beispielsweise in einem Supermarkt von einem Impfkritiker als โ€žImpf-Naziโ€œ betitelt und angespuckt. Zugegeben, keine besonders feine Art, Kritik zu รคuรŸern. Trotzdem ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen mit den Mainstreammedien brechen.

Ein unglรผcklich gewรคhltes Wort, ein falscher Demonstrationsbesuch oder die Mitgliedschaft und das Engagement in einer oppositionellen Partei oder Bรผrgerinitiative, und schon wird man zum Abschuss freigegeben. Die Mainstreammedien, allen voran die รถffentlich-rechtlichen Medien, scheuen nicht davor zurรผck, vรถllig unbescholtene Bรผrger in groรŸen, mit Kampfbegriffen geschmรผckten Enthรผllungsberichten zu diffamieren und bloรŸzustellen. Dabei รผbernehmen sie komplett ungefiltert die vorherrschende Staatsdoktrin und Ideologie der Altparteien. Gerne laden sie sich auch linksextreme Gruppen oder selbsternannte Rechtsextremismusexperten, wie zum Beispiel die โ€žRechercheplattformโ€œ IbDoku ins Studio ein, um ihr Narrativ zu stรคrken.

Manchen โ€žMedienschaffendenโ€œ ist selbst das nicht genug. Sie arbeiten Polizei und Staat aktiv zu, indem sie beispielsweise unangenehme Demonstrationsteilnehmer aufhalten, um deren Verhaftung zu beschleunigen. Ein solcher Fall ereignete sich beispielsweise im Mai 2021 in Weimar. Damals stellte Sebastian Scholz, der Geschรคftsfรผhrer des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) in Thรผringen, einem Mann ein Bein, der gerade eine Polizeikette durchbrochen hatte.

Der Demonstrant ging zu Boden und wurde verhaftet. Ein Video der Tat sorgte im Netz fรผr viel Aufsehen. Selbsternannte Faktenchecker stellten spรคter klar: Wer Geschรคftsfรผhrer eines Journalisten-Verbands sei und im Vorfeld als Journalist gearbeitet habe, sei kein Journalist, also genug der Fake News. Der DJV Thรผringen bezeichnete den Vorfall als โ€žzivilcouragiertโ€œ.

Ja, die Meinungs- und Pressefreiheit ist in Gefahr. Nicht aber durch rechtschaffene Bรผrger, die sich von Journalisten nicht lรคnger als โ€žQuernazis, Mรถrder, Blinddarm, Hetzer, Schwurblerโ€œ betiteln lassen und ihre eigene politische Meinung auf die StraรŸe tragen. Dafรผr aber durch eben diese Medienvertreter, die lediglich das Narrativ der Regierung รผbernehmen und einen politischen Diskurs schlichtweg verunmรถglichen, sowie durch Politiker und Gesetze, die unliebsame Meinungen einfach wegzensieren und sanktionieren.

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