Es ist wieder so weit: Nach dem Pride Month im Juni finden seit einigen Wochen deutschlandweit die Pride-Paraden statt. Das Ganze natรผrlich zeitlich versetzt, damit besonders couragierte queere Influencer auch an mรถglichst vielen Christopher Street Days in mรถglichst vielen unterschiedlichen Stรคdten teilnehmen kรถnnen. Einer dieser CSDs, wohlgemerkt einer der kleineren, fand am vergangenen Samstag in Essen statt. Laut Medienberichten nahmen am diesjรคhrigen Ruhrpride rund 6.000 Personen teil. Auch ich war zusammen mit weiteren Lukreta-Aktivisten vor Ort, um mir das bunte Treiben einmal aus der Nรคhe anzuschauen.
Unser erster Gedanke beim Anblick des vermeintlich vielfรคltigen Publikums: Vermutlich sind an keinem anderen Tag im Jahr so viele einheimische weiรe Europรคer in der Essener Innenstadt unterwegs wie beim CSD. Neben der Aidshilfe bewaffnet mit โSpermaspritzenโ, Parteidelegationen von Grรผnen, Linken und SPD sowie der queeren Antifa beteiligten sich auch Unternehmen wie Thyssenkrupp mit eigenen Wagen an der Parade. Parolen wie โCSD statt AfDโ, โBunt statt blauโ, โBan wars not queersโ oder โIch liebe meine zwei Mรผtterโ zierten die Banner und Plakate der Umzugsteilnehmer. Die Ansammlung setzte sich im Detail zusammen aus schwer definierbaren Menschen in Hundemasken, die sich gegenseitig an der Leine fรผhrten, vermeintlichen โTransโ-Personen in Lack, Latex und Leder, Dragqueens und dazwischen Mรผttern mit Kinderwagen sowie einigen queeralliierten Eventtouristen, die das bunte Straรenfest als Anlass zum gratis Partymachen nutzten.


Besonders auffรคllig waren all jene Menschen, die biologisch zwar deutlich nicht weiblich sind, sich auch keine Mรผhe geben, weiblich zu erscheinen, sich aber dennoch mit ihren behaarten Beinen in hautenge Netzstrumpfhosen und Minirรถcke quetschten und sich dabei natรผrlich als Frauen ausgaben. Mit derartigen Auftritten verdeutlichen solche โTranspersonenโ gleich doppelt ihren Spott gegenรผber echten Frauen. Zum einen, indem sie selbst zur Persiflage von Frauen werden und diesen echten Frauen dabei dennoch deutlich machen, dass sie trotzdem zur Kategorie โFrauโ gehรถren und in Frauenschutzrรคume eindringen dรผrfen. Dank des am 1. November in Kraft tretenden Selbstbestimmungsgesetzes haben sie dabei zukรผnftig auch noch die komplette Narrenfreiheit.
Natรผrlich waren wir nicht allein zum Spaร beim CSD, sondern um ein politisches Statement zu setzen und das verworrene Weltbild jener Pride-Teilnehmer einmal mehr unter Beweis zu stellen. Zunรคchst mischten wir uns in Burka unter die Menge.

Obwohl jener Schleier symbolisch womรถglich alles verneint, wofรผr die couragierte Menge am Samstag auf die Straรe ging, war die Resonanz auf unseren Auftritt hรถchst positiv. Wir ernteten viele freudige Blicke und erlebten keinerlei Ablehnung. Als wir jedoch mit schwarz-rot-goldener Fahne, wohlgemerkt ohne Verschleierung, vor einem โBunt statt blauโ-Graffito posierten, wurden wir schnell angefeindet und von einem sichtbar homosexuellen Mann als โLandesverrรคterโ bezeichnet. Er legte wiederum gleich im nรคchsten Satz mit einem โDeutschland verreckeโ nach. So viel also zum Thema Patriotismus.

Auch unsere Poster mit der Aufschrift โNein zum Selbstbestimmungsgesetzโ und โNur Zweiโ stimmten die Menge nicht gerade positiv. Amรผsant ist hierbei, wie schnell Menschen, die sich zumindest als Kรคmpfer gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit ausgeben, ihre Hรผllen fallen lassen, wenn sich echte Frauen gegen biologische Mรคnner in Frauenschutzrรคumen stellen. So ernteten wir gleich mehrere nette misogyne โKommentareโ.



Mit Burka da hingehen. Genau mein Humor – weiter so.
Mit der Burka-Aktion erreicht man anscheinend echt nicht genug Leute. Die kognitive Dissonanz kickt nur bei den Wenigen, die als einziges offene Sexualitรคt wollen. Alles, was nicht der jetzige, politische Feind der Linken ist, wird dort gefeiert. Das Ideal der antideutschen Vielfalt, also dass wir in der Anwesenheit von z.B. Burka-Frauen uns dankbar fรผr ihre Existzenz sein und unterwรผrfig zeigen sollten, steht jetzt noch รผber dem Ideal der sexuell komplett offenen Gesellschaft ร la Huxleys schรถner, neuen Welt.
Ich frage mich ernsthaft, ob man mehr Leute zum nachdenken bringt, wenn man das Overton-Fenster in die andere Richtung รผberdehnt. Damit meine ich nicht, dass Konservative dort jetzt unter falscher Flagge in enddegenierten Outfits die absolut krankesten oder sogar illegalen Fetische auspacken oder fรผr dieses „Original Play“ oder รคhnlich Bรถsartiges werben. Das macht kein Konservativer freiwillig und ist ein absolutes Eigentor, wenn das auffliegt.
Aber Poster, die zeigen, was fรผr kranke Sachen bereits auf CSDs passiert sind oder was fรผr bรถsartige Fetischisten da auch rumrennen, kรถnnen die Teilnehmer gut รผberlegen lassen, mit was fรผr Abschaum sie da spazieren gehen. Dabei sollte man sich wohl mรถglichst einfachen, schnell erkennbaren Bildern bedienen, wie z.B. einer der Begegnungen von Hundemenschen mit Kindern auf einem groรen, fetten Plakat. Mehr fรคllt mir da gerade an Motiven nicht ein, aber ich glaube das wรคre etwas Mรคchtiges fรผr den Mitlรคufer-Normie.
Viel Glรผck und Erfolg weiterhin.
Ihr seid echt basiert! Macht weiter so.
Klasse Aktion liebe Reini!
Manchmal frage ich mich echt, ob diese Leute noch irgend etwas anderes im Kopf haben auรer Fi..en.
Wie crazy wรคre es mal, sich รผber Leistung und Bildung zu definieren?!?
Oder wie es in einem ziemlich zotigen Film eines amerikanischen Komikers gesagt wird: „Was ihr euch in den Hintern schiebt, geht nur euch etwas an. Und es interessiert mich auch nicht!“
Muร man diesen traurigen Karnevalskarikaturen auch noch so eine groรe Bรผhne geben? Schreibt doch lieber mal รผber Kuchen und Netzwerke(n), da hรคtten alle mehr davon, und geschmackvoller wรคre es sowieso.