Der extreme Starkregen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz am vergangenen Mittwoch hat seine Nachwehen. Ganze Ortschaften wurden unterspรผlt, zahlreiche Hรคuser, Straรen und Autos schwer beschรคdigt, hunderte Menschen verletzt und รผber 150 getรถtet.
Noch immer laufen die Aufrรคumarbeiten auf Hochtouren. Rettungskrรคfte sind noch und nรถcher im Einsatz, um Autos zu bergen, Straรen zu sichern, einsturzgefรคhrdete Hรคuser zu rรคumen und nach weiteren vermissten Personen zu suchen.
Besonders schwer getroffen hat es den Kreis Ahrweiler und den Kreis Euskirchen in der Eifel. Seit Tagen sind dort Gemeinden ohne Strom und aufgrund der Fluten nicht mehr รผber die gewohnten Verbindungsstraรen zu erreichen.
Das idyllische Bad Mรผnstereifel an der Erft, das mit seiner schรถnen historischen Altstadt bis letzten Dienstag ein absoluter Touristen-Hotspot war, gleicht nun einem Schlachtfeld. Die Lรคden an der Hauptstraรe sind leergefegt, die Straรen von metertiefen Lรถchern รผbersรคt. Doch was macht die Regierung, insbesondere die CDU?
Am Wochenende waren der Bundesprรคsident Frank-Walter Steinmeier und der CDU-Kanzlerkandidat und nordrhein-westfรคlische Ministerprรคsident Armin Laschet im schwer geschรคdigten Erfstadt, um sich vor Ort ein Lagebild zu verschaffen und der Opfer der Flutkatastrophe zu gedenken.
Wรคhrend Steinmeier รผber die hohen Verluste und Todesopfer sprach, amรผsierte sich Laschet lachend im Hintergrund beim Gesprรคch. Auch die Bundeskanzlerin besuchte am Wochenende das Krisengebiet und beschrieb die Lage als „surreal gespenstisch“. „Deutsche Sprache kennt keine Worte fรผr diese Verwรผstung“, so Angela Merkel.
Auch Landwirte beklagen hohe Verluste. Ganze Weinreben sind zerstรถrt worden, Weinbauern kรคmpfen mit hundertprozentigen Ernteausfรคllen. Andere Bauern beklagen Ernteverluste und massives Viehsterben.
Trotz Kenntnisstand รผber das annehmbare Ausmaร der Regenlage wurde im Vorhinein nicht ausreichend gewarnt. Der WDR spielte lieber den Abend รผber Popmusik, als das Unwetter angemessen zu thematisieren. Die Warnapp „NINA“ vom Bundesamt fรผr Bevรถlkerungsschutz und Katastrophenhilfe wies nur vereinzelt auf Gefahren hin. In Erftstadt gab es Meldungen im Kreis Ahrweiler hingegen nicht. Allein dort zรคhlen die Behรถrden inzwischen 110 Tote.
Die Aufrรคum- und Bergungsarbeiten werden sich bestimmt noch etliche Monate lang hinziehen, falls die einsturzgefรคhrdeten Ortschaften รผberhaupt noch zu retten sind.
Wรคhrend das Unwetter weiter รผber Sachsen und Bayern zog und dort wรผtete, zeigte das Wochenende auf, welch pietรคtlose Politik wir in der Bundesrepublik auch in Zukunft erwarten kรถnnen.
Die Grรผnen nutzten die Krisenlage ausreichend aus, um vom Klimawandel und รผber „Klimatote“ zu sprechen und der CDU-Kanzlerkandidat stand lachend in den Trรผmmern zwischen dem Schutt etlicher Existenzen.

