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Akte Epstein – Das kranke Zeug zuerst

3. Februar 2026
in 3 min lesen

Das zweite Epstein-Paket, das die US-Regierung Ende letzter Woche veröffentlicht hat, ist deutlich würziger, als es das erste war. Eigentlich hatte man sich mit dem „Epstein Files Transparency Act“ verpflichtet, bis kurz vor Ende letzten Jahres alle Akten, die es zu dem Fall gibt, öffentlich zu machen. Stattdessen warteten sie mit dem ersten Schwall (dann großzügig geschwärzter) Dokumente bis zum letzten Tag der selbstgesetzten Frist und versprachen, den Rest häppchenweise im Laufe dieses Jahres zu veröffentlichen.

Ich will voranschicken, dass Linke hierbei nicht mitreden können. Unter Biden war es derart in Stein gemeißelt, dass der Fall Epstein in irgendwelchen Aktenschränken des FBI zu verstauben hat und jeder, der das kritisiert, ein irrer Verschwörungstheoretiker ist, dass es nicht einmal vorsichtige Anregungen zu Transparenz gab – weder in Presse und Politik, noch aus dem demokratischen Vorfeld.

Das hier ist eine innerrechte Angelegenheit, und zwar eine, die teils auch schmerzhafte Wahrheiten über eigene Schlüsselfiguren zutage fördert. Das darf aber nicht zur Flanke für ein Wirken des Mainstreams in unsere Mitte hinein werden – desselben Mainstreams, der die Causa Epstein bis Anfang letzten Jahres noch mit seiner Grabesstille und dem Gaslighting Neugieriger aus dem öffentlichen Auge verdrängen wollte.

Auf Angriffe von links, die darauf abzielen, das Ansehen des rechten Lagers an sich mit angeblichem (Trump, Musk) oder tatsächlichem (Bannon) Komplizentum größerer Akteure zu beschmutzen und uns zu demoralisieren, kann es nur eine Antwort geben: „Ihr wolltet das alles für immer begraben. Die rechte Basis hat genug Druck erzeugt, dass es unter Trump jetzt rauskommt. Ruhe auf den billigen Plätzen.“

Der Begriff „Pizza“ taucht in den neuen Dokumenten 891 Mal auf. Oft geht es um „Pizza-Partys“ auf Epsteins oder Maxwells Anwesen oder auf der Insel, siebenmal ist die Rede von Pizza mit „Traubenlimo“ („grape soda“), welche, den Ausführungen eines zensierten E-Mail-Accounts zufolge, einem „chinesischen Keks“ vorzuziehen sei: Niemand anders könnte das verstehen.

Ein anderer Schriftverkehr liest sich so:

Zensiert: „Lol, ich weiß nicht, ob Frischkäse und Baby auf demselben Level sind. Es gibt Millionen Babys, sehr gute kleine vegetarische Frischkäse.“

Epstein: „Haha Willst du morgen Veggie-Frischkäse? Ich würde ihn jetzt besorgen.

Bei der WikiLeaks-Veröffentlichung von Clintons E-Mails im Wahlkampf 2016 fiel auf, dass das Wort „Pizza“ von ihr und ihrem Team in eigentümlichen Kontexten, möglicherweise also als Code verwendet wurde. Pizza mit „Walnuss-Soße“ etwa war ein wiederkehrendes Thema sowie Pizza, die jemand für Zehntausende Dollar bestellt hatte. „Cheese Pizza“, so spekulierte man damals, stehe für kleine Mädchen. Der Betreff der gerade zitierten Epstein-Mails lautete „Cream cheese baby“.

„Comet Ping Pong“, ein kleiner Pizzaschuppen in Washington, D.C., stach durch seine Beliebtheit bei hochrangigen Politikern sowie Auftritte einer Band namens „Majestic Ape“ hervor, deren Sänger auf der Bühne mit Kindesmissbrauch kokettierte und in deren Musikvideos Folterszenen mit Fotos von Kindern in Pizza-Outfits zusammengeschnitten wurden.

In Verbindung mit anderen Auffälligkeiten – die Kunst, die Tony Podesta (Bruder von Clintons Wahlkampfchef John Podesta) sammelt, welche präpubertäre Kinder vor Fliesenhintergrund in Sadomaso-Szenarien zeigt, sei als ein Beispiel genannt.

Daraus entstand die Verschwörungstheorie unter dem Schlagwort „Pizzagate“: Eliten aus Politik und Entertainment praktizieren sexuellen und rituellen Kindesmissbrauch, so die Quintessenz.

Ein Teil der neuen Veröffentlichung besteht aus behördlichen E-Mails über Zeugenaussagen, so etwa diese eines NYPD-Beamten an einen FBI-Agenten:

„Ich will noch ein paar andere Punkte hinzufügen, die das mutmaßliche Opfer verraten hat:

  • Auf der Jacht wurde er Zeuge davon, wie Afroamerikaner Sex mit weißen, blonden ‚Females‘ hatten, von denen sämtliche während des Geschlechtsverkehrs bluteten.
  • Er wurde Opfer von einem Ritual, in welchem seine Füße mit einer krummen Klinge aufgeschnitten wurden, die keine Narben hinterließ.
  • Auf der Yacht wurde er Zeuge davon, wie Babys zerstückelt und ihre Innereien herausgenommen wurden, aus denen Individuen dann Fäkalien aßen.

Er wurde außerdem von George Bush 1 vergewaltigt.“

Der FBI-Mann quittiert diese Ausführungen trocken mit: „Danke, mir war nicht klar, dass Bush ihn auch vergewaltigt hat. Okay.“

Ob die beiden sich hier über einen angeblichen Zeugen lustig machen, den sie aufgrund der Drastik seiner Darstellungen und Unstimmigkeiten wie dem Fehlen von Narben für unglaubwürdig halten, und die knappe Antwort ein zynischer Kommentar der Schlagrichtung „von Bush also auch, na klar doch“ sein sollte, oder ob die offenkundige Intensität, in der sie sich mit ihm auseinandergesetzt zu haben scheinen, sowie der fehlende Konjunktiv nahelegen, dass sie seine Geschichte ernst nahmen, liegt im Auge des Betrachters.

Zuletzt sei auch noch die augenscheinliche ethnoreligiöse Komponente von Epsteins Weltbild erwähnt, die in den insgesamt 45 Verwendungen des Begriffs „Gojim“ in seinem Schriftverkehr zutage tritt. „Lass die Gojim in der echten Welt handeln“, schrieb er im Herbst 2009 an einen zensierten Account. In einer Tirade über ein Interview mit Madonna in der „Larry King Show“ nannte er Nichtjuden „Nutztiere“ (Cattle):

„Ich hab Madonna in der Show vom Juden Larry King gesehen, wo sie über die Kabbala geredet hat. Hollywitz-Typen wie sie, die von irgendeinem Rabbi-Hochstapler Kabbala-Stunden bekommen, sind ein Witz. Larry sah nicht amüsiert aus, als er mit einem Nutztier über jüdische Religionsfragen reden musste. Nicht, dass er einen Scheiß auf Spiritualität geben würde, inklusive Hakennasen (‚Kike‘)-Spiritualität.“

„Nutztiere“ – wenn man den Blick eines Menschenhändlers auf seine Opfer mit einem Wort zusammenfassen müsste, eignete sich wohl kaum eines besser als dieses. Die Frage, ob er seine Machenschaften auch oder sogar nur religiös rechtfertigte, drängt sich auf.

4 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. „Ich will noch ein paar andere Punkte hinzufügen, die das mutmaßliche Opfer verraten hat: …
    – Er wurde Opfer von einem Ritual, in welchem seine Füße mit einer krummen Klinge aufgeschnitten wurden, die keine Narben hinterließ. …“

    Der Part wurde doch schon von Matt Walsh mit thematisiert.
    Diese Aussage wird einem arbeitslosen, Pilze-Konsumenten, usw zugeschrieben.
    Ab 3:38 in „the disturbing facts the Epstein Files revealed“

  2. Bei allen Akten fängt das Problem schon an ob auch wirklich alles aufgenommen wurde! Wer hat was wann gesagt das ist wichtig und das nicht.
    Auch die Masse an Daten macht es schwer zu sagen ob Behauptungen die auftauchen wirklich drin stehen, aus dem Zusammenhang gerissen wurden oder komplett erfunden wurden.

  3. Ist grade ne ganze Menge Mist zu den Epstein Akten im im Umlauf, man sollte bei dem Thema vorsichtig sein was und wie es zu thematisieren.

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