„Slop“ – so klingt es aus manchen Ecken, wenn das Gespräch auf „Künstliche Intelligenz“ (KI) kommt. Reflexartiges Misstrauen gegenüber allem, was nach Zukunft riecht. Doch KI ist kein Gespenst, sondern ein Werkzeug – und ein verdammt nützliches dazu. Vor allem für jene, die wenig Ressourcen haben, aber viel bewirken wollen – und das trifft insbesondere auf das rechte Lager zu. KI wird – vorerst – keinen Rubens oder Beethoven ersetzen. Das hat mehrere Gründe: Was wir heute KI nennen, hat mit dem, was wir landläufig als „Intelligenz“ verstehen, nicht viel zu tun. Stattdessen ist es ein reines Mischen von Mustern, ein statistisches Würfelspiel mit Milliarden Würfeln und immer besseren Auswertungsmethoden. An dieser Stelle sei auf die Ausführungen des „Schattenmachers“ auf YouTube verwiesen, der in einem dreistündigen Video die Physik der Rechenleistung seziert und zeigt: Die Energie- und Datenmengen, die nötig wären, um echtes Bewusstsein zu erzeugen, sprengen jede Vorstellung von Machbarkeit. Aber genau das ist der entscheidende Punkt: Wir brauchen kein Superhirn. Wir brauchen bessere Scheren, schnellere Druckerpressen, stabiliere Armbrüste und schärfere Schwerter. KI – vor allem im grafischen Bereich – hebt das handwerkliche Niveau der „politischen Masse“ an. Wer bisher mit Paint oder Canva herumstümperte, kann plötzlich Inhalte produzieren, die aussehen, als kämen sie aus einer Werbeagentur. Texte werden in Sekunden lektoriert, teure Stockfotos durch einzigartige und durchaus kreative KI-Bilder ersetzt, Musik ohne Lizenzkosten generiert. Die Qualität ist nicht perfekt – aber sie reicht. Und sie wird besser. Schnell. Sehr schnell.
Die Boomer-KI-„Kunstwerke“, die aktuell „X“ und Facebook fluten, sind optischer Müll. Sechs Finger, schiefe Augen, Haut wie Plastikfolie. Sie sind der Beweis dafür, dass KI nicht auf Knopfdruck alles kann und auch nicht jeder das Werkzeug beherrscht. Agenturen und echte Künstler hingegen können mit KI ihre Skills massiv verbessern – wie ein guter Tischler mit einer CNC-Fräse eben ein noch besserer Tischler wird. Wenn du jemanden ohne ästhetisches Empfinden, ohne Geduld und ohne Prompt-Disziplin ranlässt, kommt eben „Boomer-Slop“ raus. Schließlich drückt man auch keinem handwerklich Unbegabtem eine CNC-Fräse in die Hand. Die Lektion: KI ist kein Zauberstab, sondern ein Muskelprotz, der nur so stark ist wie der Kopf, der ihn steuert. Wer lernt, gute „Prompts“, also Befehle, zu schreiben, gewinnt. Wer „Mach mir was Schönes“ tippt, verliert.
Politische Kommunikation ist keine Hochkultur, sondern Wegwerfkunst. Sie muss nicht museal sein, sie muss wirken. Propaganda lebt von Geschwindigkeit, Wiederholung und Omnipräsenz. Strenggenommen ist per Definition „Slop“ – nicht schön, aber effektiv. In einer Welt, die ohnehin „versloppt“ ist – in Architektur, Essen, Mode –, wäre es absurd, mediale Inhalte davon ausnehmen zu wollen. Der Buchdruck war einst Slop im Vergleich zur handgeschriebenen Mönchsbibel, genauso wie die Armbrust, die es Bauern ermöglichte, lebenslang trainierte Ritter mit einer Fingerkrümmung zu fällen. Unehrenhaft? Vielleicht. Aber Effizienz setzt sich durch. Wer den Hirsch spielt, der über den Wolf jammert anstatt seine Hufe und Geweih gegen ihn einzusetzen, wird gefressen.
Das rechte Lager hat kein Geld. Keine staatliche Förderung, keine großen Spender, keine üppigen Parteiapparate. Während auf der linken Seite Multimillionen in Kampagnen, PR-Agenturen und Thinktanks fließen, müssen Rechte mit Eigeninitiative, Disziplin und Improvisation arbeiten. Gerade deshalb ist KI das Werkzeug der Stunde. Sie ist, was der Buchdruck für die Protestanten war: eine technische Neuerung, die Außenseitern eine Stimme gibt und schließlich sogar die Welt verändern wird. Noch gravierender als der Geldmangel ist jedoch der Mangel an Köpfen. In rechten Strukturen arbeiten zu wenige mit organisatorischem oder technischem Talent. Oft macht einer alles: Pressesprecher, Grafiker, Texter, Kameramann, Fahrer. KI kann hier unmittelbar helfen. Sie schreibt Redenentwürfe, plant Kampagnen, erstellt Checklisten, simuliert Strategien, liefert Analysen in Minuten. Führungspersönlichkeiten können sich so auf das Wesentliche konzentrieren: Entscheidungen treffen.
Gute Grafiker, Sprecher oder Texter sind im rechten Vorfeld rar. Und die, die Talent haben, sind oft unorganisiert oder zu träge, um Projekte durchzuziehen. KI schließt diese Lücke. Sie macht es den Fleißigen möglich, das umzusetzen, wofür die Künstler zu bequem sind. Sie ist kein Ersatz für Genie, sondern ein Katalysator für Tatkraft. An die „echten Künstler“: Jammert nicht über KI. Nutzt sie, um mehr Gegenkultur zu schaffen, um schneller zu werden. KI ist keine Bedrohung eurer Kreativität – sie ist eine Erweiterung eurer Produktivität. Ohne Frage wird KI die Arbeitswelt umpflügen. Vom Grafikdesign bis zur Abfallwirtschaft – Prozesse werden optimiert, kontrolliert, übernommen. Das Matrix- Szenario, in dem Maschinen die komplette Arbeit der Menschen übernehmen, liegt aber noch in weiter Ferne. Der Krieg als Urvater aller Dinge zeigt es gerade in der Ukraine: Minenräumroboter, AI-unterstützte Drohnenschwärme und KI-Propagandavideos sind nützliche Instrumente, aber meilenweit davon entfernt, den Menschen aus der Rechnung zu streichen. Nutzt die unzähligen Vorteile. Ein „Large Language Model“ (LLM), kann dir als Bodybuilder den exakten Nährstoffbedarf ausrechnen und Supplement-Dosierungen ausspucken. ChatGPT oder Grok können dir Schritt für Schritt erklären, warum deine Waschmaschine wie ein startender Jet klingt und dir sogar noch eine Reparaturanweisung samt Checkliste liefern. Nebenbei bringt dir die KI innerhalb von zwei Wochen Spanisch auf B2-Niveau bei – wenn du nicht ganz untalentiert bist. Das ist keine Science-Fiction – das ist kostenlos in deinem Browser.
Dabei muss aber beachtet werden: Die politische Rechte besitzt keine eigene KI. Wir sind Anwender fremder Systeme, deren Output-Filter vom politischen Gegner gesetzt werden können und längst werden. Welche Inhalte bevorzugt, welche Gesichter „schön“ gestaltet, welches Framing verwendet wird – das liegt oft nicht in unserer Hand. Perspektivisch kann sich das ändern. Elon Musk, dessen LLM „Grok“ sich in einer früheren Version als „MechaHitler“ bezeichnete und mittlerweile solide „rechtspopulistische“ Takes bringt, ist ein erster Schritt hin zur „Rückeroberung“ des Tech-Bereichs, der eigentlich uns gehören sollte. Nicht vergessen: Der erste Computer wurde von Konrad Zuse für die Wehrmacht erfunden, nicht für ein linksliberales Startup aus dem Silicon Valley. Rechte müssen ihre Begeisterung für Technik, die zumindest bei Waffen und Autos noch rudimentär vorhanden ist, auf KI erweitern. Rückständiges Jammern hilft nicht weiter. Wer KI nicht nutzt, macht Platz für die, die es tun. Künstliche Intelligenz ist kein Feind, sondern ein Werkzeug, das das Spielfeld neu ordnet. Sie demokratisiert Fähigkeiten, nivelliert teure Expertise und beschleunigt die Produktion politischer Inhalte. Wenn die Rechte KI strategisch einsetzt, wird sie zu einer der wichtigsten Waffen der kommenden Jahre – die metaphorische Armbrust des zornigen Bauern gegen das teure Langschwert des reichen Establishments, die Stimme des Außenseiters gegen den festgefahrenen Apparat.
Anmerkung des Verfassers: Selbstverständlich entstand dieser Text aus Stichpunkten, die von einem „LLM“ zu einem fertigen Text geschrieben und menschlich nachgebessert wurden. Schließlich gibt es keine Zeit zu verlieren. Dieser Artikel erschien zuerst in Heft 48 (KI)
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Noch mehr Masse statt Klasse – bis zum völligen Untergang durch totale Übersättigung durch die Belanglosigkeit. Vorsprung durch Technik, aber leider nur noch zum Selbstzweck ohne Sinn.
Guter Beitrag – aber bitte auf vermintem Terrain nicht übers Ziel schießen: „Der erste Computer wurde von Konrad Zuse für die Wehrmacht erfunden, …“ stimmt so nicht ganz. Laut seiner eigenen Begründung für den Bau einer programmierbaren Rechenmaschine war er es als Bauingenieur leid ellenlange Zahlenreihen zur notwendigen Statikberechnung weiterhin manuell zu bearbeiten. Das ändert allerdings nichts an seinem Verdienst und Erfindergeist.