Dieser Artikel erschien zuerst in Heft 48 (KI) und stammt von Gastautor Alexander โMalenkiโ Kleine.
.โSlopโ โ so klingt es aus manchen Ecken, wenn das Gesprรคch auf โKรผnstliche Intelligenzโ (KI) kommt. Reflexartiges Misstrauen gegenรผber allem, was nach Zukunft riecht. Doch KI ist kein Gespenst, sondern ein Werkzeug โ und ein verdammt nรผtzliches dazu. Vor allem fรผr jene, die wenig Ressourcen haben, aber viel bewirken wollen โ und das trifft insbesondere auf das rechte Lager zu. KI wird โ vorerst โ keinen Rubens oder Beethoven ersetzen. Das hat mehrere Grรผnde: Was wir heute KI nennen, hat mit dem, was wir landlรคufig als โIntelligenzโ verstehen, nicht viel zu tun. Stattdessen ist es ein reines Mischen von Mustern, ein statistisches Wรผrfelspiel mit Milliarden Wรผrfeln und immer besseren Auswertungsmethoden. An dieser Stelle sei auf die Ausfรผhrungen des โSchattenmachersโ auf YouTube verwiesen, der in einem dreistรผndigen Video die Physik der Rechenleistung seziert und zeigt: Die Energie- und Datenmengen, die nรถtig wรคren, um echtes Bewusstsein zu erzeugen, sprengen jede Vorstellung von Machbarkeit. Aber genau das ist der entscheidende Punkt: Wir brauchen kein Superhirn. Wir brauchen bessere Scheren, schnellere Druckerpressen, stabiliere Armbrรผste und schรคrfere Schwerter. KI โ vor allem im grafischen Bereich โ hebt das handwerkliche Niveau der โpolitischen Masseโ an. Wer bisher mit Paint oder Canva herumstรผmperte, kann plรถtzlich Inhalte produzieren, die aussehen, als kรคmen sie aus einer Werbeagentur. Texte werden in Sekunden lektoriert, teure Stockfotos durch einzigartige und durchaus kreative KI-Bilder ersetzt, Musik ohne Lizenzkosten generiert. Die Qualitรคt ist nicht perfekt โ aber sie reicht. Und sie wird besser. Schnell. Sehr schnell.
Die Boomer-KI-โKunstwerkeโ, die aktuell โXโ und Facebook fluten, sind optischer Mรผll. Sechs Finger, schiefe Augen, Haut wie Plastikfolie. Sie sind der Beweis dafรผr, dass KI nicht auf Knopfdruck alles kann und auch nicht jeder das Werkzeug beherrscht. Agenturen und echte Kรผnstler hingegen kรถnnen mit KI ihre Skills massiv verbessern โ wie ein guter Tischler mit einer CNC-Frรคse eben ein noch besserer Tischler wird. Wenn du jemanden ohne รคsthetisches Empfinden, ohne Geduld und ohne Prompt-Disziplin ranlรคsst, kommt eben โBoomer-Slopโ raus. Schlieรlich drรผckt man auch keinem handwerklich Unbegabtem eine CNC-Frรคse in die Hand. Die Lektion: KI ist kein Zauberstab, sondern ein Muskelprotz, der nur so stark ist wie der Kopf, der ihn steuert. Wer lernt, gute โPromptsโ, also Befehle, zu schreiben, gewinnt. Wer โMach mir was Schรถnesโ tippt, verliert.
Politische Kommunikation ist keine Hochkultur, sondern Wegwerfkunst. Sie muss nicht museal sein, sie muss wirken. Propaganda lebt von Geschwindigkeit, Wiederholung und Omniprรคsenz. Strenggenommen ist per Definition โSlopโ โ nicht schรถn, aber effektiv. In einer Welt, die ohnehin โverslopptโ ist โ in Architektur, Essen, Mode โ, wรคre es absurd, mediale Inhalte davon ausnehmen zu wollen. Der Buchdruck war einst Slop im Vergleich zur handgeschriebenen Mรถnchsbibel, genauso wie die Armbrust, die es Bauern ermรถglichte, lebenslang trainierte Ritter mit einer Fingerkrรผmmung zu fรคllen. Unehrenhaft? Vielleicht. Aber Effizienz setzt sich durch. Wer den Hirsch spielt, der รผber den Wolf jammert anstatt seine Hufe und Geweih gegen ihn einzusetzen, wird gefressen.
Das rechte Lager hat kein Geld. Keine staatliche Fรถrderung, keine groรen Spender, keine รผppigen Parteiapparate. Wรคhrend auf der linken Seite Multimillionen in Kampagnen, PR-Agenturen und Thinktanks flieรen, mรผssen Rechte mit Eigeninitiative, Disziplin und Improvisation arbeiten. Gerade deshalb ist KI das Werkzeug der Stunde. Sie ist, was der Buchdruck fรผr die Protestanten war: eine technische Neuerung, die Auรenseitern eine Stimme gibt und schlieรlich sogar die Welt verรคndern wird. Noch gravierender als der Geldmangel ist jedoch der Mangel an Kรถpfen. In rechten Strukturen arbeiten zu wenige mit organisatorischem oder technischem Talent. Oft macht einer alles: Pressesprecher, Grafiker, Texter, Kameramann, Fahrer. KI kann hier unmittelbar helfen. Sie schreibt Redenentwรผrfe, plant Kampagnen, erstellt Checklisten, simuliert Strategien, liefert Analysen in Minuten. Fรผhrungspersรถnlichkeiten kรถnnen sich so auf das Wesentliche konzentrieren: Entscheidungen treffen.
Gute Grafiker, Sprecher oder Texter sind im rechten Vorfeld rar. Und die, die Talent haben, sind oft unorganisiert oder zu trรคge, um Projekte durchzuziehen. KI schlieรt diese Lรผcke. Sie macht es den Fleiรigen mรถglich, das umzusetzen, wofรผr die Kรผnstler zu bequem sind. Sie ist kein Ersatz fรผr Genie, sondern ein Katalysator fรผr Tatkraft. An die โechten Kรผnstlerโ: Jammert nicht รผber KI. Nutzt sie, um mehr Gegenkultur zu schaffen, um schneller zu werden. KI ist keine Bedrohung eurer Kreativitรคt โ sie ist eine Erweiterung eurer Produktivitรคt. Ohne Frage wird KI die Arbeitswelt umpflรผgen. Vom Grafikdesign bis zur Abfallwirtschaft โ Prozesse werden optimiert, kontrolliert, รผbernommen. Das Matrix- Szenario, in dem Maschinen die komplette Arbeit der Menschen รผbernehmen, liegt aber noch in weiter Ferne. Der Krieg als Urvater aller Dinge zeigt es gerade in der Ukraine: Minenrรคumroboter, AI-unterstรผtzte Drohnenschwรคrme und KI-Propagandavideos sind nรผtzliche Instrumente, aber meilenweit davon entfernt, den Menschen aus der Rechnung zu streichen. Nutzt die unzรคhligen Vorteile. Ein โLarge Language Modelโ (LLM), kann dir als Bodybuilder den exakten Nรคhrstoffbedarf ausrechnen und Supplement-Dosierungen ausspucken. ChatGPT oder Grok kรถnnen dir Schritt fรผr Schritt erklรคren, warum deine Waschmaschine wie ein startender Jet klingt und dir sogar noch eine Reparaturanweisung samt Checkliste liefern. Nebenbei bringt dir die KI innerhalb von zwei Wochen Spanisch auf B2-Niveau bei โ wenn du nicht ganz untalentiert bist. Das ist keine Science-Fiction โ das ist kostenlos in deinem Browser.
Dabei muss aber beachtet werden: Die politische Rechte besitzt keine eigene KI. Wir sind Anwender fremder Systeme, deren Output-Filter vom politischen Gegner gesetzt werden kรถnnen und lรคngst werden. Welche Inhalte bevorzugt, welche Gesichter โschรถnโ gestaltet, welches Framing verwendet wird โ das liegt oft nicht in unserer Hand. Perspektivisch kann sich das รคndern. Elon Musk, dessen LLM โGrokโ sich in einer frรผheren Version als โMechaHitlerโ bezeichnete und mittlerweile solide โrechtspopulistischeโ Takes bringt, ist ein erster Schritt hin zur โRรผckeroberungโ des Tech-Bereichs, der eigentlich uns gehรถren sollte. Nicht vergessen: Der erste Computer wurde von Konrad Zuse fรผr die Wehrmacht erfunden, nicht fรผr ein linksliberales Startup aus dem Silicon Valley. Rechte mรผssen ihre Begeisterung fรผr Technik, die zumindest bei Waffen und Autos noch rudimentรคr vorhanden ist, auf KI erweitern. Rรผckstรคndiges Jammern hilft nicht weiter. Wer KI nicht nutzt, macht Platz fรผr die, die es tun. Kรผnstliche Intelligenz ist kein Feind, sondern ein Werkzeug, das das Spielfeld neu ordnet. Sie demokratisiert Fรคhigkeiten, nivelliert teure Expertise und beschleunigt die Produktion politischer Inhalte. Wenn die Rechte KI strategisch einsetzt, wird sie zu einer der wichtigsten Waffen der kommenden Jahre โ die metaphorische Armbrust des zornigen Bauern gegen das teure Langschwert des reichen Establishments, die Stimme des Auรenseiters gegen den festgefahrenen Apparat.
Anmerkung des Verfassers: Selbstverstรคndlich entstand dieser Text aus Stichpunkten, die von einem โLLMโ zu einem fertigen Text geschrieben und menschlich nachgebessert wurden. Schlieรlich gibt es keine Zeit zu verlieren.
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Noch mehr Masse statt Klasse – bis zum vรถlligen Untergang durch totale รbersรคttigung durch die Belanglosigkeit. Vorsprung durch Technik, aber leider nur noch zum Selbstzweck ohne Sinn.
Guter Beitrag – aber bitte auf vermintem Terrain nicht รผbers Ziel schieรen: „Der erste Computer wurde von Konrad Zuse fรผr die Wehrmacht erfunden, …“ stimmt so nicht ganz. Laut seiner eigenen Begrรผndung fรผr den Bau einer programmierbaren Rechenmaschine war er es als Bauingenieur leid ellenlange Zahlenreihen zur notwendigen Statikberechnung weiterhin manuell zu bearbeiten. Das รคndert allerdings nichts an seinem Verdienst und Erfindergeist.