„Bademeister“ in Darmstadt

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Vor mir steht ein kühles Blondes auf dem Saunatresen. Hinter der Bar steht die blonde Deutschrussin Katjuscha. Auf die stehe ich. Aber sie ist glücklich verheiratet, also mache ich keinen „Angriff“, wie einer meiner türkischen Arbeitskollegen sich auszudrücken pflegt. Bis morgen bin ich noch offiziell Mitarbeiter des Jugendstilbads in Darmstadt und kann deshalb unentgeltlich saunieren.

Allerdings bin ich seit etwa zwei Wochen freigestellt, weil die „Antifa“ einen Hetzartikel mit der Überschrift „der Bademeister“ veröffentlicht und anschließend, da diese „Maßnahme“ keine unmittelbare Wirkung zeigte, den Eingangsbereich und den Parkplatz des Jugendstilbads mit Parolen wie „Nasi-Bade-Meister“ [sic] verziert hat. Die zuvor bereits mündlich vereinbarte Vertragsverlängerung wird es nicht geben, obwohl ich innerhalb der letzten zwölf Monate nicht einen Tag krank gewesen und nie zu spät zur Arbeit erschienen bin. Im Gegenteil: Wäre ich nicht so häufig eingesprungen, hätten wiederholt gar keine Aufgüsse in der Sauna stattfinden können.

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