Zwischen Moldau und der Ukraine liegt ein kleiner Gebietsstreifen, der völkerrechtlich zwar zu Moldau (oder Moldawien) gehört, de facto jedoch russisches Staatsgebiet ist. Der Landstrich ist weltweit hauptsächlich unter dem Namen Transnistrien bekannt; die selbstgewählte Eigenbezeichnung „Pridnestrowien“ verwenden vor allem die circa 350.000 Einwohner des Gebiets selbst.

Pridnestrowien ist einer der letzten verbliebenen Flecken auf der Welt, in dem die Sowjetunion in gewisser Weise erhalten geblieben ist. Wenigstens der Geist des kommunistischen Weltreichs kann hier noch geatmet werden. Da Transnistrien allein von Russland als Staat anerkannt wird, erhält man beim Grenzübertritt bei der Stadt Bender als Einreiseerlaubnis eine Art Quittung, die man mit sich zuführen hat. Die Fahrerin, die uns von der moldawischen Hauptstadt Chişinău bis nach Bender und Tiraspol fährt, zeigt uns unterwegs noch ihren eigenen transnistrischen Pass, den sie als Jugendliche noch ausgestellt bekommen hat.

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