AfD – Was nach 13 Jahren noch nötig ist

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Bernd Lucke, der frühere Bundessprecher der AfD, fühlte sich vor einigen Tagen veranlasst, der Partei per Gastbeitrag in der WELT Ratschläge zu erteilen, was sie tun müsse, um für die CDU ein akzeptabler Koalitionspartner zu werden („Was die AfD jetzt tun muss“). Abgesehen davon, dass Professor Lucke ausreichend Gelegenheit hatte, sein mangelndes politisches Gespür unter Beweis zu stellen, ist schon die Fragestellung falsch gewählt:

Nicht die AfD muss sich ändern, um für die Daniel Günthers und Hendrik Wüsts dieser Welt „akzeptabel“ zu werden. Bevor sich die Union nicht glaubhaft von ihrem Merkel-Erbe distanziert, ist sie für uns kein Partner. Die Union kann sich überlegen, ob sie bald mit der SED koaliert, um mit Mühe und Not Mitte-Rechts- oder reine Rechtsregierungen noch irgendwie eine Weile verhindern zu können. Die Chancen stehen gut, dass Ulrich Siegmund mit seiner Mannschaft schon im September dieser Strategie den Todesstoß verpassen wird. Eine direkte Alleinregierung ist längst nicht mehr unmöglich und selbst wenn es nicht zu den angepeilten 50 Prozent der Parlamentarier reicht, wird die Union gezwungen werden, auf vergiftete Angebote der linken Parteien einzugehen – ob als Koalitionspartner oder geduldete Minderheitsregierung. 

Aber Herr Lucke ist nicht der einzige ungebetene Ratgeber, der in letzter Zeit als gescheiterter Trainer von der Seitenlinie einer erfolgreichen Mannschaft schlaue Ratschläge erteilt. Die hat es immer schon gegeben – aus der Partei heraus gleichermaßen wie von außen: „Macht doch nicht so viel Migration!“ – „Ihr müsst Eure Position in Klimafragen ändern!“ – „Stellt Euch nicht gegen die Coronapolitik!“ Wären wir ihnen gefolgt, wir hätten wahrscheinlich nie den Erfolg gehabt, den wir inzwischen haben. Paradoxerweise fühlen sich aber gerade durch diesen Erfolg allerlei halbseidene Beratergestalten angezogen wie die Motten vom Licht. Wir brauchen sie nicht und wir sollten sie von unserer Partei fernhalten: Wie es endet, wenn solche Charaktere eine Partei prägen, kann man insbesondere bei der FDP sehen. – Der beste Berater, den man in der Politik haben kann, ist die eigene Parteibasis, die nicht nur zum Fähnchenschwenken und Aufhängen von Plakaten da ist – sie ist unser Anker im Volk und genau der ist den Altparteien verloren gegangen.

Das heißt nicht, dass wir nicht besser werden müssen. „Professionalisierung“ heißt das Zauberwort, das in den letzten Jahren in fast keiner Bewerbungsrede fehlen darf und das nicht ohne Grund: Die Delegierten zum Bundesparteitag durften es gerade wieder erleben: Während BILD und andere schon ausführlich aus den Anträgen zitierten, lagen sie den Teilnehmern des Parteitags und der Parteibasis noch gar nicht vor. Wahrscheinlich lässt es sich nicht gänzlich verhindern, dass solche Dokumente irgendwie ihren Weg zur Presse finden – sie sind ja auch nicht geheim. Aber im E-Mail-Zeitalter müsste es schon möglich sein, den Informationsvorsprung der Presse zu begrenzen und auch die Mitglieder innerhalb weniger Stunden mit den Anträgen zu versorgen. (Tatsächlich dauerte es über eine Woche.)

Ein eher kleines Ärgernis für die Basis, das zeigt, dass wir programmatisch und von den Umfrage- und Wahlergebnissen her zwar längst eine Volkspartei sind, aber strukturell an vielen Stellen eben noch eine Kleinpartei. Die Mitgliederzahlen und die Zahl der Mandatsträger sind exponentiell gewachsen; der Parteiapparat ist nicht überall mitgekommen: Die Ehrenamtler an der Basis klagen über umständliche und bürokratische Abläufe zum Beispiel bei den Mitgliederaufnahmen. Der interne Informationsfluss ist ausbaufähig, die Länder sind an der Parteiführung auf Bundesebene nicht hinreichend beteiligt.

Der Leidensdruck ist gerade nicht so groß, weil es trotzdem gut läuft. Die Mitgliederzahlen wachsen, in den Umfragen erreichen wir ungeahnte Höhen. Mittlerweile sind trotz aller Stigmatisierungen zum Trotz 73.108 Bürger Mitglied einer Partei, die seit 13 Jahren systematisch ausgegrenzt und bespuckt wird – ein Anstieg um 43 Prozent gegenüber 2025. Was viel klingt darf aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir, obwohl wir jede andere Partei in Umfrageergebnisse um Längen schlagen, noch deutlich weniger Parteimitglieder vorweisen als unsere Konkurrenz. Sicherlich, die ehemaligen Volksparteien werden durch das Mitgliedersterben radikal schrumpfen, aber Grüne (180.000) und Linke (120.000) haben ebenfalls einen enormen Zulauf.

Um gerade auf junge Leute anziehend zu wirken, wären wir wieder bei der Professionalisierung, insbesondere wenn bald eine Regierungsübernahme in einem oder mehreren Bundesländern ansteht und der damit verbundene Abstimmungsbedarf ein paar kurzfristige „Updates“ unumgänglich machen wird.

Von den vielen ungebetenen Ratgebern hört man zu derlei Ansätzen wenig. Sie interessieren sich ja auch nicht für die Partei, sondern allenfalls für die Fleischtröge, die sie schon jetzt und in Zukunft bereitstellen kann. Sie verstehen die Partei nicht und ihre Seele noch weniger.

Die gefährlichsten von ihnen haben einen Standardsatz: „Ihr macht das schon gut, aber den Herrn X und die Frau Y, die müsst ihr loswerden. Sonst kommt ihr nie an die Regierung.“ Leider sind wir immer noch nicht alle gegen solche Anregungen immunisiert und lassen so den Spaltpilz in die Partei. Gerade die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass Personalfragen besser aus einer parteiinternen Logik heraus entschieden werden und nicht anhand des Faktors „zu rechts“ oder „zu gemäßigt“. Es gibt immer noch Leute, die wie in einer 2015er-Zeitschleife gefangen sind und das tote Pferd „Nationalkonservativ vs. Liberalkonservativ“ weiter reiten. Mittlerweile sind die Fronten gänzlich andere, was auch der Professionalisierung aber auch der Realpolitik als Oppositionspartei in nahezu allen Landesparlamenten geschuldet ist. Als ursächlich für dieses überholte Denken kann ich folgende Ursachen ausmachen:

Erstens. Leute, die einfach nicht lernen wollen, dass sich die Frage nach „der einen Richtung“ längst nicht mehr stellt. Jede größere Partei, erst Recht eine Volkspartei, hat selbstverständlich verschiedene Flügel und Strömungen, die auch angemessen beteiligt werden müssen.

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Zweitens. Schwäche. Manche sehnen sich so sehr nach Zuneigung vom CDU-Wähler in der Nachbarschaft, im Verein oder im Ehebett, dass sie dauernd dabei sind, sich für ihre Partei und der aus ihrer Sicht unliebsamen Personen zu entschuldigen. Eine „Mäßigung“ wegen des Ansehens würde zwar für kurzfristigen Konsens beim nachbarschaftlichen Grillen sorgen, der Partei aber Schaden. Zudem: Auch eine gemäßigte AfD würde schnell wieder ins Fadenkreuz der linken Mitte geraten – man hätte einfach nur Boden verloren und befände sich im Rückzug.

Drittens. Opportunismus. Was Außenstehende nur erahnen können, ist in Parteien leider ein Naturgesetz. Kein Krieg ohne Kriegsgewinnler. Die größten Zündler bei innerparteilichen Konflikten sind die, die politisch sonst nicht viel anzubieten haben. Ohne ständigen Lagerkonflikt wären sie nichts, also tun sie alles dafür, dass es weitergeht.

Viertens. Zersetzer. Natürlich versuchen Externe, feindliche Akteure, Zwietracht in der Partei anzuheizen. Nichts schadet uns mehr. Und dass z.B. die sogenannten „Verfassungsschutzbehörden“ Spitzel in unsere Reihen geschleust haben, geben sie ja ganz offen zu. Wer sagt uns, dass nicht auch andere das tun?

2026 ist dies noch immer die größte Gefahr für unsere AfD, auch wenn wir hier große Fortschritte gemacht haben: In den meisten Landesverbänden hat sich der Kurs durchgesetzt, alle einzubinden, die guten Willens sind. Damit sind die Zündler isoliert.

Auch NRW – mein eigener Landesverband – war lange in Lagerkriegen gelähmt. Die Parteibasis erzwang auf dem letzten Landesparteitag geradezu eine Einigung. Längst hat sich überall gezeigt, dass die Trennlinie nicht mehr zwischen rechts und weniger rechts verläuft, sondern zwischen der großen Mehrheit der Konstruktiven und Idealisten und einer kleinen Minderheit von Destruktiven und Opportunisten. Und die allermeisten haben es inzwischen auch verstanden.

Die wichtigste Aufgabe ist es, den Kern zu bewahren. Kurs zu halten. Nicht aufzuweichen. Wir haben nicht 13 Jahre lang gekämpft, um kurz vor der Ziellinie zu einer Altpartei zu verkommen. Genau darauf ist aber unser ganzes politisches System angelegt. Es soll uns domestizieren, kleinkriegen, einlullen und zahm machen. Gelingt das, haben wir versagt und alles war umsonst. Die letzte Chance für Deutschland wäre keine mehr. Wir nennen uns nicht aus Spaß „Alternative“, sondern weil wir eine Alternative sind.

Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Unsere Basis ist der beste Schutz davor. Unsere Mitglieder brennen für die Sache und ihr kritischer Blick auf Funktionäre und Mandatsträger ist der beste Schutz vor Verkrustung, Oligarchisierung und inhaltlicher Aufweichung. Und diese Basis kontrolliert Vorstände und Abgeordnete – nicht umgekehrt. Solange dieser Geist in der Partei lebendig bleibt, wird die AfD nicht aufzuhalten sein.


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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Als langjähriges Parteimitglied denke ich, daß die größte Gefahr für die AfD und damit für einen wirklichen „Wendeerfolg“ bei weiterhin steigenden Wahlerfolgen darin besteht, neu „aufspringende“ aber auch viele derzeitige Mitglieder an die üppigen staatlichen Futterkrippen zu locken. Dagegen hilft nur das Thema „drastische Reduzierung der Staatsaufgaben“ ernsthafter zu verfolgen. Leider steht das im Konflikt mit der Zunahme der Abgeordneten-Mandate incl. „Kofferträger“ sowie der Aussicht auf Ministerposten incl. lukrativer Beamtenstellen in den Ministerien. Den Autor spreche ich aufgrund meiner bisherigen Beobachtungen davon frei und wünsche ihm deshalb noch viel Erfolg bei seinen weiteren Einsatz „für uns“.

  2. Respekt, dass sich die AfD gegen die massiven Anfeindungen der letzten Jahre behaupten könnte. Allerdings verdankt sie ihre Wähler- und Umfagenerfolge zum großen Teil auch dem zerstörerischen „Weiter so“-Parteienbündnis, zu dem sie tatsächlich die einzige nennenswerte Alternative darstellt. Die Nagelprobe sehe ich bei einer möglichen Regierungsbeteiligung der AfD. Dann können sowohl ideologische Gegensätze innerhalb der Partei aufbrechen als auch Blockaden des bürokratischen Unterbaus entstehen, verschärft durch mangelnde Erfahrung der AfD in Regierungs-und Verwaltungsprozessen. Mit dem Einnehmen der Parlaments- und Regierungssitze beginnt für die AfD eine noch schwierigere Zeit.

  3. Für mich und viele neue Parteifreunde zählt doch zu aller erstens das es nicht vorgeschobener Patriotismus wird um unsere Alternative für Deutschland gegen das Plural der anderen Parteien welche längst die Heimat aufgegeben haben und sich den Gesetzen unter Führung von Frau von der Leyen und der EU verschrieben haben um sich weiterhin alle Mitgliedsstaaten zur Beute zu machen.
    Es gilt wieder Souveränität in Deutschland herzustellen und die Wirtschaftsflüchtlinge welche auch in hohem Maße noch Kriminell werden kompromisslos ab zu schieben.
    Da ich auch ein Menschenfreund bin gestehe ich Zuwanderung von fleißigen Personen welche hier in Rechtmäßigkeit und in unseren Sitten und Gebräuchen leben wollen mit lautem Ja zu.
    Wichtig wird sein das wir als AFD daran gemeinsam Arbeiten die Verhältnisse von Bürgertum wie vor 2015 wieder herzustellen.
    Als 65jähriger wünsche ich mir für alle unsere Nachkommen wieder ein befriedetes Deutschland.
    Das Land der Dichter und Denker welches in den Jahren nach 1945 zu hohem Ansehen in der Welt gelangt ist.
    Stolz ein Deutscher zu sein darf nicht zur Mangelware verrohen.
    Nationalbewusstsein hat nichts mit NAZI zu tun und um die Worte derer zu benutzen welche uns Regieren … Euch sei gesagt auch die letzten Schläfer erwachen und sehen wohin uns dies treibt.
    In Krieg mit Russland einem langjährigen Partner welcher uns mit günstiger Energie versorgt hat und dafür mit verantwortlich war das unsere Nation wieder zusammen wachsen durfte.
    Noch düsterer sehe ich in die Zukunft wenn überall daraus verbrannte Erde in Europa entsteht.
    Wehe denen die Glauben mögen einer Nation mit 7000 atomaren Sprengköpfen im Krieg beikommen zu können.
    Es sind immer die Verführer in Politgestalt welche böse Pläne verfolgen um sich dann als erste zu Verflüchtigen.
    Darum liebe Parteifreunde lasst uns gemeinsam darum kämpfen das solches Ungemach nie wieder unsere Nation treffen möge.
    Auch kommt mir bei den Gedanken von Bargeld-Abschaffung sowie damit von IDs befindliche Kontrollmechanismen welche dann in Zukunft aller Leben bedrohen und zu Sklaven machen wollen.
    Du wirst nichts mehr besitzen aber glücklich sein – Klaus Schwab machte diesen Satz von Ida Auken zu seinem Markenzeichen.
    Weiterhin dann noch so ein Menschfreund nämlich – Bill Gates
    Dieser wollte schnell 7.000.000.000 Milliarden Menschen durchimpfen gegen aus Biolaps künstlich hergestellten Viren.
    Corona war schon lange vor dieser Aussage ein Planspiel.
    Was der liebe Bill vergessen hatte zu erwähnen das zu diesem Zeitpunkt die Erdbevölkerung aus ca. 7.800.000.000 Menschen bestand. Seltsam wer sich böses dabei denkt.
    Nun liebe Mitstreiter es gibt viele finstere Gesellen wie diese …
    Deutsche Globale …
    Merkel wir schaffen das unsere Flagge zu beschmutzen.
    Spahn und Lauterbach welche Menschen vorsätzlich und aus reiner Gier und Macht in krimineller Art und Weise in Krankheiten bis zum Tod getrieben haben.
    Wo sind die Ankläger die Justiz wo die Richter auch dann wenn Neubürger lachend unsere Gerichte verlassen nach Mord und Gruppenvergewaltigungen – unsere Land treibt in den Bürgerkrieg.
    Der einzelne Bürger fühlt sich nicht mehr sicher und verharrt ängstlich der Dinge zu anhaltenden Auswüchsen auf unseren Straßen.
    Es gilt deswegen für auch mich vorderdringlich diesen Gesellen den Prozess zu machen nach Strafprozessordnung der Internationalen Militärgerichtshofs unter Anrufung der bestimmenden Gesetze einzelner Nationen.
    Nun bei meiner persönlichen Gesinnung gilt es die Bösen von unserer Gesellschaft abzuspalten und zu bestrafen.
    Patriotismus bedeutet sich zu bekennen zu Heimat und Nation.
    Darum habe ich mich dazu entschlossen mitzuwirken und zu verteidigen was unseres ist.
    Merz – ich schwöre – ist gleich Meineid auf unsere Verfassung.

    Hoffe im Sinne aller die mit und neben mir sind … Danke

    AFD DEUTSCHLAND

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