Berühmt wurde Florian Geyer im Deutschen Bauernkrieg (1524–1526), einem der wichtigsten Ereignisse der deutschen Neuzeit, kurz nach dem Ende des Mittelalters. Der fränkische Reichsritter selbst und seine Taten erlangten allerdings erst während der Epoche der Romantik (1795–1840) deutschlandweite Bekanntheit, bevor die bündische Jugend ihm nach dem Ersten Weltkrieg das Lied „Wir sind des Geyers schwarzer Haufen“ widmete, das ihm endlich zu dem Ruhm verhalf, den er verdient hat. Wer war Florian Geyer?
Eine Zeitenwende kündigt sich an
Ende des 15. Jahrhunderts brodelt es in Europa. Die Pest wütet, und die Türken nehmen immer mehr Land im Osten des Kontinents ein. Die Zeit der Ritter ist vorbei; viele der ehemals adeligen, inzwischen verarmten Ritter ziehen raubend durchs Land. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation brechen soziale Unruhen aus. Überall herrschen kleine Kriege, und hinter vorgehaltener Hand wird sogar die von Gott gegebene Macht des Papstes in Frage gestellt. Maximilian I. (Beiname: der letzte Ritter) wird 1486 als dritter Habsburger zum römisch-deutschen König gewählt.
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