Die Tagesschau, einstiges Flaggschiff der deutschen Nachrichtenlandschaft, leidet unter einem zunehmenden Vertrauensverlust – und das vollkommen zu Recht. Die Liste der Verfehlungen, irrigen Framing-Skandale oder des ideologisch bedingten Weglassens bestimmter Meldungen ist lang. Und sie wird länger: Jüngst versuchte sich eine Tagesschau-Faktencheckerin an einem Krautzone-Post aus dem Februar 2026. Dieser Faktencheck läuft unter dem Programm-Label „Rabbit Hole“ auf den Tagesschau-Kanälen bei YouTube und Instagram.
Berlin ist krimineller als ganz Polen
Der Krautzone-Post ist denkbar eindeutig. Er stellt die Kriminalitätszahlen von Berlin und Polen gegenüber: In Berlin wurden 539.049 Delikte erfasst, in ganz Polen hingegen 440.269. Hinzu kommt die Tatsache, dass Berlin rund 3,7 Millionen Einwohner hat, während in Polen etwa 37 Millionen Menschen leben. Die Aussage des Posts lautet: Allein im Kriminalitätshotspot Berlin gibt es deutlich mehr Kriminalität als im gesamten Nachbarland Polen.
Falsche Quellen im Faktencheck
Die Faktencheckerin erklärt im Video, dass sie die Kriminalitätszahlen anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 ermitteln wolle. Das Problem dabei: Zum Zeitpunkt des ursprünglichen Krautzone-Posts im Februar 2026 war die PKS 2025 noch gar nicht veröffentlicht. Diese erschien erst später im April 2026. Um den Post korrekt zu überprüfen, hätte sie die dort angegebenen Quellen nutzen müssen: die polnische Polizei und das Portal Berlin.de, auf dem die Zahlen der PKS Berlin einsehbar sind. Demnach hätte sie die Kriminalitätszahlen für Berlin aus dem Jahr 2024 heranziehen müssen.
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