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Geistige Hygiene in der Krise

4. Oktober 2020
in 4 min lesen

Wer offenen Auges durch die Gegenwart lรคuft, der kann nicht umhin, groรŸe Gefahren zu sehen. Das war auch schon vor Corona so, Stichworte: Schuldenkrise, Massenmigration, Demographie und so weiter. Doch eindeutig hat Corona Angst und Sorge in der Gesellschaft nochmal stark gesteigert. Mit Sicherheit gab es bereits Suizide aufgrund von Lockdown und Co.; zerstรถrte Existenzen und sicherlich bringt die Angst vor einem drohenden Impfzwang so manchen um den Schlaf.

Umso wichtiger ist es, gerade in der Krise psychische Hygiene zu betreiben. Jede Krise ist auch eine Chance โ€“ doch um die Chancen dieser und der kommenden Krisen nutzen zu kรถnnen, mรผssen wir in guter Verfassung sein und nicht seelisch und/oder kรถrperlich am Stock gehen. Da unsere kรถrperliche Verfassung stark von unserer seelischen beeinflusst wird, kรถnnen wir die psychische Hygiene als Fundament fรผr unsere Gesundheit insgesamt sehen. Nur wer das Leben als lebenswert erachtet, wird sich bestmรถglich nรคhren, pflegen und entwickeln. Wie kรถnnen wir also die eigene Psyche trotz allen tรคglichen Hiobsbotschaften gesund halten?

Zwei wichtige Punkte dabei sind sicherlich, dass

a) jede Krise vorbei geht, und dass

b) jede Krise ihre Gewinner hat.

Deine Vorfahren haben Sรคbelzahntiger, die Pest, den dreiรŸigjรคhrigen Krieg, die beiden Weltkriege und zahllose weitere Krisen รผberstanden. Und du wirst auch diese Krise รผberstehen. Und die nรคchsten auch. Das Leben geht weiter. Nur wie? Vielleicht bald mit Maskenpflicht auf รถffentlichen Plรคtzen, vielleicht bald mit Massenarbeitslosigkeit und Hyperinflation. Aber irgendwie wird es weitergehen. Nur รœberleben und Leben, das ist ein groรŸer Unterschied. Wie also sehenden Auges in einem zunehmend dystopischen Staat mit Maskenpflicht, Zensur und Rechtsbruch als Regierungslinie leben? Indem wir unsere Maske so tragen, wie ein franzรถsischer Resistance-Kรคmpfer eine Hakenkreuzbinde getragen hรคtte โ€“ ausschlieรŸlich, um bei konkreter Erforderlichkeit ungehindert durch das Netz des Leviathans schlรผpfen zu kรถnnen. Und indem wir uns immer wieder daran erinnern, was erzwungenes Verhalten ist โ€“ und den Zwang nicht innerlich legitimieren.

Es macht einen Unterschied, ob man sich seinem Geiselnehmer so lange fรผgt, wie man tatsรคchlich seinem Zwang unterliegt, oder ob man ein Stockholmsyndrom entwickelt und den Zwang gegen sich selbst rechtfertigt. Friede und Freiheit sind nur durch Wahrheit mรถglich, und deswegen ist es so wichtig, die Wahrheit zu sagen โ€“ vor allem sich selbst. Insbesondere dann, wenn es weh tut. Die unbequemen Wahrheit sind wohl die wichtigsten. Eine unbequeme Wahrheit ist, dass wir alle stรคndig zu einem Verhalten genรถtigt werden, das das offizielle Narrativ stรผtzt. Jedes Mal, wenn ich zum Einkaufen meine Maske aufsetze, normalisiere ich damit die Maske; gegenรผber meinen Mitmenschen โ€“ und vor allem gegenรผber mir selbst. Deswegen ist es so wichtig, mรถglichst oft die Maskenpflicht zu untergraben, wann und wie immer mรถglich. Das zeigt anderen Menschen, dass das mรถglich ist, da es kaum geahndet wird und es weicht so das offizielle Narrativ auf. Und vor allem wird so die eigene Konditionierung gebremst.

Manchmal ist es sehr gefรคhrlich, die Wahrheit zu sagen, und Schweigen ist die einzige Mรถglichkeit, das Lรผgen zu vermeiden. Aber Schweigen oder das Gesprรคch verlassen, das geht so gut wie immer. Und falls eine Notlรผge, die den Leviathan stรผtzt, notwendig wird, dann besteht psychische Hygiene darin, sich dessen bewusst zu machen, was es war โ€“ eine Notlรผge โ€“ und nicht die Implikationen des Gesagten zu internalisieren und so das staatliche Lรผgenkonstrukt doch ein kleines bisschen im eigenen Denken zu normalisieren.

Steuern sind und bleiben legalisierter Raub, die Corona-MaรŸnahmen falsch und zerstรถrerisch, die Regierung und die Kartellparteien legalisierte Verbrecherorganisationen und Staatssozialismus tรถdlich โ€“ diese Wahrheiten kann man vielleicht nicht immer aussprechen, aber man kann immer darauf achten, dass beispielsweise der freundliche Umgang mit Vertretern der Rรคuberbande innerlich nicht das Bild verwischt. Auch nette Rรคuber sind Rรคuber, auch freundlicher Betrug ist Betrug. Es kommt auf den Inhalt an, nicht auf die Verpackung.

Das bedeutet, sich dem Zwang des Leviathans immer dann zu beugen, wenn es zur Selbsterhaltung notwendig ist und sich diesen Zwang gut zu merken โ€“ und nicht schรถnzureden. Wir alle haben die Neigung, Unrecht, welches uns widerfรคhrt, zu rationalisieren โ€“ damit wir es nicht mehr als Unrecht erachten mรผssen, und uns somit wieder in unserem goldenen Kรคfig entspannen kรถnnen. Psychische Hygiene bedeutet, dies nicht zuzulassen und den Zwang und das Unrecht immer und immer wieder beim Namen zu nennen. Das bedeutet nicht, sich sinnlos in Maschinengewehrfeuer zu stรผrzen. Um in Freiheit leben zu kรถnnen, muss man vor allem รผberleben. Deswegen: Trage deine Maske so, wie ein Resistance-Kรคmpfer eine Hakenkreuzarmbinde getragen hรคtte.

Gleichzeitig gilt es, die Chance der Krise im Hier und Jetzt zu nutzen. Das durch die Corona-MaรŸnahmen runtergefahrene Sozialleben schafft Zeit und Raum fรผr ruhige Arbeit am Eigenen. Was hast du bisher alles mit der Ausrede ยปkeine Zeitยซ vor dir hergeschoben oder vermieden? Ich rede von den Dingen, von denen du genau weiรŸt, dass sie gut fรผr dich wรคren. Wie beispielsweise neue Skills zu erlernen, die dich schon lange interessieren. Oder deinen Kรถrperfettanteil auf ein gesundes Level zu bringen. Oder endlich den ersten Halbmarathon zu laufen. Oder deine Leseliste abzuarbeiten. Oder klรคrende Gesprรคche zu fรผhren, die schon lange darauf warten. Und so weiter. Es gibt immer mehr als genug zu tun, wenn man sich und seine direkte Umwelt konsequent verbessern will. Und das ist vor, nach, und in der Krise der richtige Weg.

Und wenn dann trotz aller Arbeit am Eigenen noch Zeit fรผr Medienkonsum bleibt, und du dir eine kleine Dosis alltรคglichen Wahnsinns holen willst, dann am besten mit wohlig-melancholischem Blick auf die zerfallende Gegenwart und mit Vorfreude auf den Neubeginn in der Zukunft. Aus dem richtigen Blickwinkel wird so jede weitere Schreckensmeldung zum Anzeichen des immer schneller voranschreitenden Zerfalls und kรผndet somit vom immer nรคher kommenden Neuanfang โ€“ denn jedes Ende ist auch ein Anfang.

ABOS

Bรผcher

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