5. Januar 2021
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Nach 12 Jahren: Trump stürzt Obama als „meistbewunderter Mann“

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Jedes Jahr wird in den USA eine Umfrage durch das Institut „Gallup“ erhoben, wer die „most admired men“ – also, etwas holprig übersetzt, die am meisten bewunderten Männer – des Landes sind. Die Vokabel „to admire“ ist vermutlich am treffendsten beschrieben, wenn man sie sich als eine Mischung aus Bewunderung, Anerkennung und Wertschätzung vorstellt. Seit zwölf Jahren führte Barack Obama hier eine Alleinherrschaft auf dem ersten Platz. Im letzten Jahr lag er bereits nur noch sehr knapp vor Donald Trump, für das Jahr 2020 muss er sich geschlagen geben.

Das ist sehr interessant, da die Mainstream-Presse nicht müde wird, das Land als tief gespalten und die vielen Millionen Trump-Anhänger als kleine Sekte darzustellen. Trump scheint auch über seine Basis hinaus Respekt und Anerkennung zu genießen, sogar mehr Anerkennung als der Säulenheilige des Establishments, Barack Obama. Gerade weil er nicht wie letztgenannter dauerhaft von den Medien hochgejubelt, sondern eher zum Teufel in Menschengestalt erklärt wird, ist dies durchaus bemerkenswert.

Unter parteiunabhängigen Befragten erhielten Obama und Trump gleichermaßen 11%, nur 3% nannten hier den Namen Joe Biden. Interessant für einen neugewählten Präsidenten, der angeblich die meisten Wählerstimmen aller Präsidentschaftskandidaten in der US-Geschichte erhalten haben soll und nun das Land „einen“ möchte. Unter allen Befragten liegt Biden mit 6% bei gerade mal einem Drittel von Donald Trumps Ergebnis (18%) auf Rang 3.

Unter den Republikanern gewann Trump mit 48%, wobei kein anderer Kandidat mehr als 2% auf sich vereinen konnte. In seiner Partei ist er nach wie vor der starke Mann und das Parteiestablishment wird seiner Beliebtheit an der Basis wenig entgegensetzen können. Alle Abgesänge auf „The Donald“ sind also verfrüht. 2021 wird kein leichtes Jahr für Joe Biden, der nach Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs und einem ökonomisch vergleichsweise glimpflich verlaufenen Corona-Jahr nun die Schraube zurückdrehen möchte zum altbekannten Globalismus inklusive „Green New Deal“, also dem horrend teuren, öko-planwirtschaftlichen Umbau der US-Industrie.

Trump kann sich, der Wertschätzung in der Bevölkerung gewiss, das Treiben ansehen, das ihn bereits vier Jahre zuvor ins Amt brachte. Ob er dies tut und im Jahr 2024 nochmal antritt? Es wäre den Amerikanern, die ihn wie keinen anderen Mann ihrer Nation wertschätzen, zu wünschen.

Maximilian Kneller

Maximilian Kneller

Kneller ist Ratsherr in Bielefeld und Berufspendler bei der Deutschen Bahn. Zwischen kryptischen Durchsagen, Zügen, die nie ihren Zielort erreichen, und Schienen, die ein seltsames Eigenleben zu führen scheinen, das sich gegen ihre Nutzer richtet, träumt er als ohnmächtige Kafka-Figur vom neuen Deutschland, in dem zu Ehren des Kaisers 500 km/h schnelle Magnetbahnen gebaut werden. Solange dies noch nicht der Fall ist, polemisiert er gegen die linke Kommunalpolitik einer vermutlich nicht existenten Stadt.

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