0
istock - bedya

Die Frau im Kulturkampf

27. Mรคrz 2023
in 2 min lesen

Schon seit geraumer Zeit befinden wir uns in einem Kulturkampf, der alles Normative angreift, das unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben einst maรŸgeblich geprรคgt und ausgemacht hat. Erst fiel die traditionelle Familie diesem Feldzug der Postmoderne zum Opfer. Es folgten der โ€žalte weiรŸe Mannโ€œ und die Mรคnnlichkeit im weitesten Sinne. SchlieรŸlich stehen nun die Frauen als letzte geduldete Bastion des linksgrรผnen Establishments am Pranger.

Sie werden angegriffen durch Quotenregelungen, die ihre tatsรคchliche Qualifikation zunichtemachen, durch importierte Sexualstraftรคter aus archaischen und frauenfeindlichen Kulturen, die meist mit einem blauen Auge davonkommen, und durch Gesetze, die es biologischen Mรคnnern ermรถglichen, in einstige Frauenschutzrรคume einzudringen, wie es auch das geplante Selbstbestimmungsgesetz tut.

Am Wochenende kรผndigte die Bundesregierung an, dass sich die Ampel-Koalition nun auf den vorliegenden Gesetzesentwurf zum Selbstbestimmungsgesetz geeinigt habe. Schon vor der parlamentarischen Sommerpause will die grรผne Bundesfamilienministerin Lisa Paus รผber diesen Entwurf im Bundestag abstimmen lassen. Damit ist es so gut wie beschlossen. Denn auรŸer vereinzeltem Widerspruch aus Reihen der Altparteien und einer Ablehnung durch die AfD brauchen wir wohl kaum auf eine geistig-konservative Wende zu hoffen. Viel wichtiger aber ist es nun, uns auf all das vorzubereiten, was uns durch diesen Angriff auf Mann, Frau und Familie in Zukunft bevorsteht.

Das angeblich veraltete Transsexuellengesetz soll durch diese Gesetzesnovelle abgelรถst werden. Brauchten Transsexuelle einst zwei psychologische Gutachten und einen gerichtlichen Beschluss, um ihren Geschlechtseintrag zu รคndern, so reicht zukรผnftig die Selbstauskunft beim Standesamt aus, um Namen und Geschlecht im Personenstandsregister zu รคndern. Nicht nur fรผr Erwachsene, sondern auch fรผr Jugendliche ab 14 Jahren ist es so zukรผnftig ein Leichtes, bis zu einmal im Jahr den eigenen Geschlechtseintrag zu รคndern, und das geht auch bei unter 18-Jรคhrigen ohne Zustimmung eines Erziehungsberechtigten. Bei Kindern unter 14 Jahren entscheiden die Eltern. Handeln diese jedoch nicht im Sinne des vermeintlichen Kindeswohls, kann sich das Jugendamt als Advokat einschalten. Eltern werden also Stรผck fรผr Stรผck weiter von der Regierung entmรผndigt.

Interessant wird es jedoch nicht nur im Bereich der elterlichen Teilhabe und Bevormundung durch den Staat, sondern vor allem im Bereich der Kriminalitรคt und Gewaltprรคvention. Eine Studie aus Kanada belegte kรผrzlich, dass neun von zehn Transfrauen in Justizvollzugsanstalten fรผr Frauen wegen Gewaltverbrechen angeklagt wurden. 45 Prozent dieser Transfrauen begingen als Mรคnner Sexualstraftaten. Trotzdem erlauben ihnen Gesetze rund um die vermeintliche Geschlechtsidentitรคt, dass sie mit Frauen ihre Haftstrafe verbรผรŸen. Ein Phรคnomen, das uns in Deutschland dank des Selbstbestimmungsgesetzes ebenfalls blรผhen kann.

Die Bundesregierung gab zwar folgende Antwort auf die Frage nach einem potenziellen Missbrauch des Geschlechtseintrags:

โ€žDa mit einer ร„nderung des Geschlechtseintrags oftmals Diskriminierung und Anfeindungen einhergehen, ist ein Coming-out als transgeschlechtlich und eine dementsprechende ร„nderung des Geschlechtseintrags in der Regel eine wohlรผberlegte Entscheidung. Zudem bedeutet die Anpassung sรคmtlicher persรถnlicher Dokumente (zum Beispiel Zeugnisse, Fรผhrerscheine, EC- oder Versicherungskarten) einen enormen zeitlichen und mรผhseligen Aufwand.โ€œ


Mann, du Alles auf Erden…

Wir sind ein Printmagazin. Unsere Hefte, attraktive Abonnements, Bekleidung, Bรผcher und vieles mehr findest Du in unserem Netzladen!


Dennoch wird die Schwere eines โ€žOutingsโ€œ Triebtรคter wohl kaum davon abhalten, die geltenden Gesetze in ihrem Sinne auszulegen. In den USA gab es passend dazu bereits im vergangenen Jahr den Fall eines Sexualstraftรคters, der als Transfrau im Frauengefรคngnis zwei Mitinsassinnen schwรคngerte und erst deutlich spรคter als Kindsvater identifiziert werden konnte, da in besagtem Gefรคngnis zu diesem Zeitpunkt 27 Transfrauen ihre Haftstrafe verbรผรŸten.

Im Frauensport werden die Stimmen fรผr den Ausschluss von Transfrauen immer lauter. Erst kรผrzlich gab der Leichtathletik-Weltverband bekannt, kรผnftig keine Transfrauen mehr bei der Teilnahme an Frauenwettkรคmpfen zu akzeptieren, nachdem zuvor die Transfrau Valentina Petrillo bei den Paralympics neue Rekorde aufgestellt hatte. Das Thema rund um Transsexualitรคt und Pronomen polarisiert enorm. Kein Wunder also, dass sich die Bundesregierung auch dafรผr eine passende Klausel im Selbstbestimmungsgesetz ausgedacht hat, nรคmlich das Offenbarungsverbot. Wer den โ€žDeadnameโ€œ, also den alten Namen einer Person, gegen deren Willen nennt oder ein falsches Pronomen benutzt, kann kรผnftig mit einem BuรŸgeld belegt werden.

Wenn das als Druckmittel nicht reicht, gibt es dank der ebenfalls durch Lisa Paus in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung geschaffenen Antifeminismus-Meldestelle die Mรถglichkeit, unliebsame Kritiker ganz einfach und anonym von zu Hause aus zu denunzieren.

ABOS

Bรผcher

SPIELE