Eine neue Trendstudie zur Jugend im Jahre 2024 ist erschienen. Die Sinnstifter dieses Landes sind erschรผttert. Die Jugend ist verunsichert und denkt falsch, zunehmend. Zunรคchst sei aus dem Anfang der Studie die Zusammenfassung zitiert:
„Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Auch heute herrscht ein โKrisenmodusโ vor, den wir in unserer Studie 2022 als charakteristisch fรผr die mentale Verfassung der jungen Generation herausgearbeitet hatten. In der jungen Generation ist nach wie vor eine groรe innere Unruhe zu verspรผren und die Jugendlichen empfinden weiterhin eine ungewรถhnlich hohe mentale Belastung. Das liegt allerdings heute nicht mehr an den direkten Auswirkungen der Corona-Pandemie. Sie wird trotz psychischer Nachwehen als weitgehend รผberwunden wahrgenommen. Heute stehen die wirtschaftlichen und politischen Sorgen um die Zukunft im Vordergrund: Inflation, eine Ausweitung der Kriege in der Ukraine und in Nahost, die Spaltung der Gesellschaft sowie der sowohl zu teure als auch zu knappe Wohnraum. Es wirkt so, als hรคtte die Corona-Pandemie eine Irritation im Vertrauen auf die Zukunftsbewรคltigung hinterlassen, die sich in einer anhaltend tiefen Verunsicherung niederschlรคgt.„
Ist das nicht goldig? โEs wirkt so, als hรคtte die Corona-Pandemie eine Irritation โฆhinterlassenโ. Gut erkannt – โwer einmal lรผgt, dem glaubt man nichtโ. Selbstverstรคndlich fรคllt langsam auch dem Letzten auf, welch ungeheures Menschenexperiment diese โPandemieโ war. Mit welchen vรถllig รผberzogenen Maรregelungen eine ganze Gesellschaft drangsaliert wurde. โMan wusste es ja nicht besser zu Anfangโฆโ. Von wegen. Man wollte es so und nicht anders. Kritische Stimmen wurden nicht gehรถrt, eine Aufarbeitung gibt es bis heute nicht – und man wundert sich nun รผber Irritationen und Verunsicherung? Heuchler! Niemand musste so unter den Maรnahmen leiden, wie die Hilflosesten in der Gesellschaft: Kinder, Schรผler, Alte.
Was hat man nicht alles der Generation Z angedichtet, sie sind „Low-Performer“, faul und weinerlich. Und nun also auch noch pessimistisch, psychisch instabil und – das Allerschlimmste: sie wรคhlen in der Hauptsache rechts. Vor allem das Wahlverhalten lรคsst in den Hauptstrommedien die Alarmglocken lรคuten. Dabei war der Trend schon bei der Studie zum Vergleich der Generationen X,Y,Z aus 2023 absehbar, eine weitgehend konservative Einstellung zu Tugenden und Werten รผber alle Generationen.
Alles richtig, Angst vor Inflation, Krieg und Wohnungsnot nehmen zu. Frauen sind mit persรถnlichen Faktoren wie finanzieller Lage, psychischer und kรถrperlicher Gesundheit unzufriedener als Mรคnner. Dafรผr wรคhlen sie deutlich weniger rechts. So wie Rechtswรคhler auch signifikant weniger gebildet sein sollen. Wie zu erwarten sind die grรถรten Antipoden die Grรผnwรคhler und die AfD-Wรคhler. Fรผr die einen ist der Klimawandel wichtigstes Thema, fรผr die anderen die zunehmende รberfremdung.
Insgesamt gibt es aber eine zunehmende Tendenz zu sogenannten rechten Ansichten. Die offizielle Erklรคrung ist mehr als billig. Schuld sind die digitalen Medien, das Mobiltelefon. Die Jugend wird falsch informiert, sie ist Hass und Hetze und Falschinformationen ausgesetzt. Es muss dringend gegengesteuert werden. Im alten Osten gab es einmal eine sogenannte โAktion Ochsenkopfโ, FDJler kletterten auf die Dรคcher und richteten die Fernsehantennen so aus, dass der Empfang von Westfernsehen unmรถglich war. Etwas รคhnliches wird mit den digitalen Zensurgesetzen gerade vorbereitet. Das richtige Denken, die richtige Haltung muss durch geeignete Maรnahmen in die Kรถpfe der Jugend. Der Erziehungsprozess endet nie. Dabei begreifen die sogenannten Eliten nicht, dass stรคndige Transformation und Umwรคlzung in einer Gesellschaft ein sinnstiftendes Leben verhindert. Die Leute wollen in Ruhe gelassen und nicht ununterbrochen belehrt werden.
Kรถnnte es sein, dass den jungen Menschen die Heuchelei der heutigen, neuen Elite auffรคllt? Eine Elite, die weiterhin, wie schon immer, das materielle und kulturelle Kapital akkumuliert und in ihren Reihen hรคlt, zusรคtzlich aber heute unbedingt zu den Guten gehรถren will, zu denen, die die Gesellschaft auf die richtige Entwicklungsschiene setzt. Dass die Jungen merken, die neue Hauptrichtung von Gesellschaftskritik verlรคuft jetzt von oben nach unten. Wer kritisiert liegt bรถsartig falsch. Kรถnnte es sein, dass Mรคrchenerzรคhlung zunehmend auf Wirklichkeit trifft?
Krieg in der Ukraine und in Gaza, wehe dem, der die Anzahl toter Kinder vergleicht. Inflation, wehe dem, der nach den wahren Ursachen fragt. Wohnungsnot, bloร nicht fragen, es wurde halt irgendwie zu wenig gebaut. Die jungen Menschen merken, wenn die Wohlmeinenden rufen โWir mรผssen redenโ, heiรt das nichts anderes als โmach mit oder halte den Mundโ.
Aufgrund eines desastrรถsen Bildungssystems sind die jungen Menschen heute im Durchschnitt weniger gebildet als vorangegangene Generationen โ die Kompetenz, ein Mobiltelefon einrichten zu kรถnnen, hat nichts mit Bildung zu tun โ aber weniger intelligent oder gar dumm, sind sie auf keinen Fall. Sie sind nur durch die Lebenswirklichkeit, die sie tรคglich selbst erfahren um ihre Chancen gebracht. Zunehmende Gewalt in Schulen und auf Straรen haben auch ganz selbstverstรคndlich รผberhaupt nichts mit 35% Migrationshintergrund in der Generation Z und 40% in der nachfolgenden Generation Alpha zu tun. Wer das sagt, ist ein Rechter und aus Sicht der Sinnstifter nicht satisfaktionsfรคhig. Die sinnfreie Erziehung zum Gendersprech (in der Studie wird selbstverstรคndlich gegendert, wenn auch sanft) tut ein รbriges. In der Lebenswirklichkeit kommen die sonst im Hauptstrom allgegenwรคrtigen LBGTQ-Jรผnger eher nicht vor. Ihr lautes Geschrei nervt ganz sicher inzwischen auch die zur Toleranz erzogene Generation Z.
Die Ergebnisse der Studie wundern mich persรถnlich รผberhaupt nicht. Irgendwann geht jeder Krug zu Bruch. Die woke Welle hat ihren Zenit erreicht und lรคuft nun aus. Eine autoritรคre Politschickeria mit Allmachtsphantasien, kann die Kritik an ihren Erzรคhlungen nur noch mittels strafverschรคrfenden Gesetzen verhindern. Glรผcklicherweise werden Wahlkabinen noch nicht รผberwacht, deshalb: Augen auf in der Wahlkabine.
Die Moralelite spielt gern Gott, der durch sein Wort die Welt entstehen lieร. Die Welt mittels Sprechakt รคndern zu wollen heiรt, auf magische Weise bestimmte Ereignisse eintreten lassen zu wollen. Magisches Denken gehรถrt nach Spengler nicht zur Kulturseele des Abendlandes. Mรถgen vereinzelt Menschen im Erwachsenenalter der Meinung sein, dass ihre Worte und Gedanken die Welt รคndern โ als ein von einer Moralelite verordnetes Gesellschaftsprojekt muss es scheitern. Die Umfrage zeigt, noch ist nicht alles verloren.
