„Zehn Jahre 2015“ ist eine merkwürdige Veranstaltung. Seit Monaten geistern gewisse Denkwürdigkeiten durch die Medien, die im Lichte der aktuellen Entwicklungen das Panorama des zähen Niedergangs der späten Bundesrepublik vervollständigen. Da wäre zum Beispiel die Zahl der Arbeitslosen: Mit der offiziell ausgewiesenen Zahl von drei Millionen ist der Stand des Jahres 2015 erreicht.
Das Bild wird ergänzt durch die Schließung von Buderus Edelstahl GmbH im hessischen Wetzlar. Das Unternehmen, das bis zur Übernahme durch Bosch als AG firmierte, kann seine Tradition bis ins Jahr 1731 zurückverfolgen. Damals pachtete Johann Wilhelm Buderus der Ältere die hessische Friedrichshütte, die er zuvor als Geschäftsführer und unter Einsatz erheblicher eigener Mittel modernisiert hatte. Die Friedrichshütte verfügte vor rund 300 Jahren über einen Hochofen samt Hammerwerken und war ein herausragender Standort der deutschen Frühindustrialisierung. Die Holzkohle zum Betrieb des Hochofens kam dabei aus einem benachbarten Köhlerdorf, die eisernen Schmiedehämmer wurden durch Wasserkraft angetrieben.
Kohle und Wasser – oder um gleich zum Wesentlichen zu kommen: der Zugang zu günstiger Energie – sind die basalen Voraussetzungen für einen Industriestandort. Das war vor 300 Jahren so und das wird noch in 300 Jahren so bleiben. Der Ausstieg aus der Atomenergie und der schrittweise Rückzug aus der Kohleförderung (ein Umstand, der leider viel zu wenig Beachtung findet) waren bewusste Entscheidungen deutscher Regierungen. Die Masse der deutschen Wähler hat die vielen fatalen Entscheidungen, die den Weg in den wirtschaftlichen Selbstmord unserer Nation geebnet haben, bereitwillig mitgetragen.
Warum ist das so? Wie kommt man auf die Idee, dass eine Industrienation sich „einfach mal so“ von der günstigen Energiezufuhr abnabeln kann, ohne dadurch ernsthaften Schaden zu nehmen? Natürlich, die raffiniert betriebene Angstpropaganda rund um den „menschengemachten Klimawandel“ musste gerade bei einem so neurotischen Volk wie dem unseren verfangen. Aber es ist nicht nur die über Jahre hinweg betriebene Agitation für „grüne Energien“, die sich hier Bahn gebrochen hat. Es ist eben auch das kollektive Phänomen der Entfremdung von konkreter und sich in wirtschaftlicher Hinsicht selbst tragender Arbeit.
Es gibt (wahrscheinlich aus gutem Grund) keine offizielle Aufschlüsselung jener Zahl der arbeitenden Deutschen, die nicht direkt oder indirekt von Staatsaufträgen leben, sondern die sich selbst und (über die Steuern und Abgaben) das restliche Deutschland mitfinanzieren. Aber wir können uns sicher sein: Sie sind eine Minderheit.
So eine Entwicklung war die längste Zeit der Menschheit über vollkommen unvorstellbar. Zur Zeit von Johann Wilhelm Buderus dem Älteren, ja selbst bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, waren die meisten Menschen in Deutschland in direkter Weise in die Wertschöpfung des Wohlstands ihrer eigenen Nation miteinbezogen. Kein Mensch wäre bis zum hemmungslosen Ausbau des Sozialstaats (damit begann die SPD unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg) und der vollen Entfaltung des Rentnerregimes (die CDU legte 1957 dafür mit dem Umlageverfahren den Grundstein) auf die Idee gekommen, sich von der energetischen Grundlage der eigenen Volkswirtschaft abzuwenden.
Das Hirngespinst des „grünen Stahls“, ermöglicht durch einen quersubventionierten „Industriestrompreis“, hat sich endgültig erledigt. Die Buderus Edelstahl GmbH ist nicht das einzige Unternehmen, das in diesem Zuge über die Wupper geht. Es ist nicht die einzige Firma, die über Jahrhunderte hinweg ihren Beitrag zum Wohlstand unseres Volkes und unserer Nation geleistet hat und jetzt für immer die Pforten schließt, weil eine Regierung nach der anderen anscheinend nur noch eine Sache mit wirklicher Gewissenhaftigkeit betreibt: Deutschland zu schaden und seinen Wohlstand zu mindern. Solange die meisten Wähler diesen Wahnsinn bekreuzigen, wird sich nichts ändern.


Noch sitz ihr da oben…
rotgrün will die deutsche Industrie , unseren Wohlstand vernichten . Heute bei Lanns: die Frau Fésère – unerträglich dummes Geschwätz