Der Leidensfall der 25-jährigen Noelia Castillo aus Spanien sorgte vergangene Woche für mächtig Wirbel: Eine junge Frau wächst nach der Trennung ihrer Eltern die meiste Zeit ihres Lebens in Heimen auf, wird mehrfach vergewaltigt, unter anderem einmal von ihrem Ex-Freund und zweimal von verschiedenen Gruppen von Männern, und möchte sich daraufhin das Leben nehmen.
Nachdem ihr erster Suizidversuch scheitert und sie nach einem Sprung unter Drogen aus dem fünften Stock querschnittsgelähmt im Rollstuhl landet, beantragt sie im Jahr 2024 staatliche Sterbehilfe. Obwohl ihre Familie dagegen klagt und versucht, das Leben ihrer schwer traumatisierten Tochter zu retten, geht der Fall bis vor den Europäischen Gerichtshof und wird schließlich „zugunsten“ der jungen Frau und somit gegen ihr eigenes Leben entschieden.
Am Donnerstag, den 26. März, war es schließlich so weit. In einem Krankenhaus in Barcelona wurde Noelia staatlich gefördert „euthanasiert“ und machte mit gerade einmal 25 Jahren ihren letzten Atemzug. Zuvor noch sollen ihr ihre brauchbaren Organe im Wert von ca. zwei Millionen Euro entnommen worden sein.
Das Ganze passierte wohlgemerkt auf Grundlage der liberalen Gesetzeslage in Spanien. Seit 2021 gibt es in Spanien, forciert durch die linke Regierung, das „Recht, zu sterben“. Wer über einen längeren Zeitraum hinweg schwere psychische oder physische Lasten ertragen musste, hat das Recht, staatliche Beihilfe zur Euthanasie zu beantragen.
Noelia sprach vor ihrem staatlich unterstützten Ableben in Interviews mehrfach über schwere körperliche und psychische Schmerzen, bei denen ihr auch die psychiatrische Behandlung nicht helfe. „Ich kann den Schmerz nicht mehr ertragen, all die Qualen in meinem Kopf aufgrund dessen, was ich durchgemacht habe.“ Ihren Angaben zufolge hat sie die Vergewaltigungen nie angezeigt, weshalb ihre Peiniger womöglich niemals zur Rechenschaft gezogen werden können.
Der Fall macht sprachlos: Eine junge Frau wächst in zerrütteten Verhältnissen auf, wird Opfer von Missbrauch und sexueller Gewalt und nimmt sich schließlich staatlich unterstützt das Leben. Es zeigt nicht nur, wie weit die Täter-Opfer-Umkehr bisweilen reicht, sondern auch, wie leichtfertig einige Staaten in Westeuropa das Leben ihrer eigenen Bürger verscherbeln.
Warum Castillo ihre Peiniger nie anzeigte, bleibt unklar. Ob es an der eigenen Scham oder gegebenenfalls am mangelnden Vertrauen in die Justiz lag, bleibt offen. Trotzdem zeigen nicht zuletzt auch einige jüngere Fälle aus Deutschland und Österreich, wie Opfer von schweren Sexualverbrechen mit ihrem Leid im Stich gelassen werden. Immer wieder erleben wir, wie schwere Vergewaltiger straffrei oder höchstens mit einem blauen Auge davonkommen, wie beispielsweise bei der Gruppenvergewaltigung in Hamburg.
Die Frauen sind schwer traumatisiert und werden verhöhnt und im Stich gelassen. Dass Noelia nun büßt für Verbrechen, denen sie zum Opfer fiel, ist an Ungeheuerlichkeit nicht zu überbieten. Wir brauchen keine Staaten, die den Freitod als „gnädigen Ausweg“ zelebrieren, sondern Staaten, die ihre Bürger vor schweren Verbrechen schützen und Täter hinlänglich bestrafen.


Das ist alles nicht mehr auszuhalten. Ich hoffe es kommt dadurch nicht zu einer Welle lebensmüder, junger Menschen.
Sehr traurig. Danke für den Beitrag!