Die Mechanik der Macht ist banal. Donald Trump, ein New Yorker Bauunternehmer aus den 60er Jahren, befahl den Angriff auf den Iran, nachdem sein damaliger Freund, der Unternehmensberater Benjamin „Bibi“ Netanjahu, ihn mit einer bunten PowerPoint-Präsentation beeindruckt hatte. Netanjahu präsentierte Trump dabei nicht nur eine potenzielle neue iranische Führungsriege, sondern die Aussicht auf einen grandiosen militärischen Sieg nebst proamerikanischem Volksaufstand. Trump, der schon als Jugendlicher an der New Yorker Militärakademie gelernt hatte, dass Siegen alles ist; der schon im Wahlkampf versprach, die Amerikaner zu so vielen Siegen zu führen, dass sie der Siege überdrüssig würden, sah sich mutmaßlich schon unter dem Jubel der Massen auf einem Monstertruck nach Teheran einreiten. Bedenken wurden, wie es bei visionären Narzissten in der Politik vielfach der Fall ist, beiseitegeschoben. Die Psychologen des Mossad haben hervorragende Arbeit geleistet.
Zwischen Hinter- und Vordergrund agiert natürlich immer noch eine mächtige neokonservative Lobby, der man (neben Israel) allzu gerne die Schuld für den impulsiven Interventionismus Amerikas gibt. Vielleicht nicht zu Unrecht, leidet Trump ja an dem in der Politik – übrigens nicht selten – vorkommenden Syndrom, kurzfristig immer das nachzuplappern, was der letzte einigermaßen eloquente Berater oder Gesprächspartner abgesondert hat. Nur um dann, wenn es sich als große Shitshow herausstellt, die Schuld nachträglich dem Stichwortgeber zuzuweisen.

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