Die Deutschen im „Never Ending War“

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Herkömmlich betrachtet dienen Kriege dazu, irgendwann (vorzugsweise schnell) durch physische Gewalt die Durchsetzung eigener Interessen zu erzwingen oder sogar einen diesen im Wege stehenden Feind beseitigen zu können. Nach evolutionären Gesichtspunkten waren Kriege meist auch Resultat eines Populationsüberschusses, der die Eroberung neuer Territorien und Ressourcen notwendig sowie den Verlust vieler Männer verkraftbar machte. 

In der heutigen entwickelten Welt wird all das zunehmend außer Kraft gesetzt. In der Ukraine etwa kämpfen zwei Länder mit Geburtenraten unter Selbsterhaltungsniveau um die geopolitische Vormachtstellung großer Staaten- und Ideologie-Blöcke, die sich der Kategorie „Volk“ schon alleine durch ihren Umfang entziehen – also keinen genetischen roten Faden aufweisen – und auf westlicher Seite an der Weltanschauungsfront unter dem Leitsatz „Vielfalt ist unsere Stärke“ sogar explizit als anti-völkische Projekte definieren.

Was den Aspekt der direkten Interessendurchsetzung angeht, hat die Außenpolitik Amerikas in den letzten Jahrzehnten ein neues politisches Schlagwort geboren: „Never Ending Wars“. Also Kriege, die endlos sind, augenscheinlich jedes konkrete Ziel vermissen lassen und genauso, wie sie nie enden, eigentlich auch nie offiziell erklärt wurden. 

Afghanistan wäre ein Paradebeispiel, während Trump, der mit einem Ende der Praxis auf Stimmenfang ging, im Iran den gravierendsten „Never Ending War“ der 2020er begann. Seiner Umbenennung des Verteidigungsministeriums ins erfrischend geradeheraus betitelte „Kriegsministerium“ zum Trotz handelt es sich aber auch dabei nicht um einen Krieg, sondern um einen „international armed conflict“.

Aber das hier soll kein Aufsatz über Außenpolitik werden. Innenpolitisch befinden wir uns in einem zentralen Konflikt, der sich in den kommenden Jahrzehnten final entscheiden wird: Migration. Ungeachtet dessen, dass er nicht mit der Waffe in der Hand, sondern psychologisch und politisch ausgefochten wird, hat er mit einem klassischen Krieg inhaltlich schon mehr zu tun als die ewige militärische Spezialoperation gegen wechselnde Köpfe im Nahen Osten: Es geht um Ressourcen, Territorium und letztlich unsere kulturelle und genetische Existenz.

Auch die Funktion äußerer Konflikte, das existenzielle innere Ringen westlicher Völker aus den Köpfen zu drängen, soll aber heute mal nicht der Fokus sein: Das „Never Ending War“-Konzept lässt sich nämlich auch auf die Gesellschaftsebene übertragen und dem innenpolitischen Kampf um ethnokulturelle Kontinuität gegenüberstellen: Diverse Kulturkampf-Schauplätze lassen konkrete (erreichbare) Ziele und Aussichten darauf, mittelfristig entschieden zu werden, genauso vermissen, wie es weltpolizeiliche Wüstenverwicklungen tun. 

Und genauso, wie man Kriege am Köcheln halten kann, um Nebenprodukte zu ernten – Exekutivbonus und identitäre Bindung, Ablenkung von inneren Spannungen, Legitimation für autoritäres Vorgehen –, bietet es sich innenpolitisch an, unlösbare Konflikte anzuheizen. Zum einen, weil sie vom lösbaren – dem demografischen – wegführen, zum anderen für dieselben Sekundäreffekte.

Ein Paradebeispiel ist der Geschlechterkonflikt: Auf weiblicher Seite wird ein Anspruch auf Erfolgs-„Gleichheit“ nach hypermaskulinen Maßstäben (Macht, Geld, Pioniertum und Vermächtnis) geweckt, der an unüberwindbaren biologischen Hürden scheitert. Dieses Scheitern wird wiederum auf männliche Bösartigkeit und „Vetternwirtschaft“ zurückgeführt, was eine Hassspirale lostreten soll: „Männer haben Glück, dass wir keine Vergeltung wollen“, rezitierte etwa Luisa Neubauer eine unter US-Feministinnen populär gewordene Parole auf einer Collien-Fernandes-Demo im März.

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Die HateAid-Kampagne basierend auf dem obskur-perversen Hobby von Fernandes’ Mann, unter ihrer Identität Telefonsex mit fremden Männern zu haben (wie auch immer er das praktisch bewerkstelligte), ist ein perfektes Beispiel: Nicht nur versuchte man, „Männer“ und „Täter“ im öffentlichen Auge synonym zu machen und damit bei unsicheren Frauen Angst und Hass zu schüren, um besagtem unlösbaren Konflikt frischen Brennstoff zuzuführen.

HateAid schloss sich vorab mit Justizministerin Hubig kurz, um den „Skandal“ zu einer koordinierten Kampagne für eine Klarnamenpflicht im Netz aufzumotzen. Wie bei einem tatsächlichen Krieg sollte das Nebenprodukt der Legitimation für autoritäres Durchgreifen nicht ungenutzt bleiben.

Männer wiederum werden nicht nur in solchen politmedialen Schauprozessen pauschal angeprangert, sondern stehen zunehmend einer Gesellschaftsordnung gegenüber, in der viele von ihnen unter die Räder kommen: in Bildungssystem und Job genauso wie auf dem Partnermarkt. 

Diese Misere framt man massenmedial süffisant lächelnd als Resultat eines gerechten Aufbegehrens „der Frau“ gegen ihre Tyrannei. All das dient einer Hassspirale, die mit jeder Umdrehung mehr autoritäre Möglichkeiten für ihre Befeuerer abwirft und der (vor allem jungen) Allgemeinheit weniger mentale Energie für den Konflikt übrig lässt, der mittelfristig über ihr Schicksal als Volk entscheiden wird.

Ein anderer „Never Ending War“ besteht im Generationenkonflikt: Während sich mit Männern und Frauen die Keimzellen von ein und demselben Organismus bekriegen, sind unsere Eltern – die Boomer – buchstäblich genetisch dasselbe wie wir, nur sozialisiert unter den Bedingungen der wirkmächtigen Reeducation der 70er- und 80er-Jahre. Wenn es uns innerlich nicht gelingt, ihre Gehirnwäsche emotional von ihnen abgetrennt zu bekämpfen, befinden wir uns im unlösbaren Krieg mit uns selbst.

Die langfristig von selbst eintretende „Lösung“ dieses Konflikts herbeizusehnen, ist Irrsinn, weil wir mit ihrem Ableben aufhören werden, der größte ethnische Block zu sein. Im entscheidenden Kampf sind wir dazu verdammt, uns mit ihnen durchzusetzen oder mit ihrem Verschwinden selbst unterzugehen.

Ein weiteres innerrechtes Beispiel sind Christen und Nietzscheaner, die einander loswerden und das Lager unter ihrer Weltanschauung einhegen wollen. Einzige Folge sind beiderseitige Reibungsverluste.


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