Das Problemfach Deutsch

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Dass sich unser Land und unsere Kultur im Niedergang befinden, ist ja seit Langem kein Geheimnis mehr. Dass sich auch eines der wichtigsten Standbeine der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft, die Bildung, auf einem absteigenden Ast befindet, ist auch schon lange bekannt: Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“, das neben dem allgemeinen Negativtrend eben auch den Verfall der Bildungskultur und des Bildungsbürgertums zum Thema hatte, ist mittlerweile 13 Jahre alt – auch 2010 war die Welt nicht in Ordnung, sie war eben nur weniger schlimm als heute, der Kitt hat eben etwas besser gehalten. Eines der zentralen Probleme der deutschen Bildungskrise stellt dabei das Schulfach Deutsch dar. Im Rahmen der 383. Sitzung der Kultusminister stellte das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) seine neueste Studie zum Leistungsvermögen der Neuntklässler in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch vor. Die Ergebnisse? Sind erwartbar erschreckend.

Unsere geliebte „Tagesschau“ berichtet:

„2022 erreichten […] 33 Prozent der Schülerschaft die Mindeststandards für den Mittleren Schulabschluss nicht, wenn es um die Kompetenz in der Kategorie ‚Lesen‘ ging.“

Heißt: Ein Drittel (!) der Schüler können in der neunten Klasse nicht gut genug lesen, um einen Realschulabschluss zu erreichen! In den anderen Kategorien des Faches Deutsch wie „Orthografie“ sieht es nicht großartig besser aus. Und das Interesse unter den Schülern am Fach selbst ist auch nicht gerade berauschend: Nicht einmal ein Fünftel zeigt noch Interesse daran. Im Vergleich zu 2015, als diese Studie das letzte Mal erhoben wurde, hat sich die Situation verschlechtert: Damals erreichten „nur“ 24 Prozent den für den Mittleren Schulabschluss benötigten Mindeststandard beim Lesen nicht.

Woran liegt’s also? Nun, da wäre einmal das Thema Migration: Das gibt selbst die „Tagesschau“ zu, dass viele Schüler gerade in den großen Städten keine Deutschen mehr sind und dementsprechend kein Deutsch daheim reden, so dass sie es erst in der Schule einigermaßen gut lernen. In dem Zusammenhang wird auch der Wohlstand der Herkunftsfamilie angesprochen, wo die Korrelation auch eindeutig ist: Je ärmer die Familie, desto „bildungsferner“ ist sie, wie es im BRD-Sprech gern heißt.

Und was halten die Journalisten bei der „Tagesschau“ für besorgniserregend? „Je weniger Deutsch – desto schlechtere Bildungschancen“ – in diesem kurzen Halbsatz steckt die alte Mär, die sich Politik und Medien seit Jahren, ja Jahrzehnten erzählen: Wir brauchen nur mehr Bildung – und dafür mehr Geld –, dann wird das alles schon wieder. Dass die demografischen Verfehlungen der letzten Jahre und die daraus resultierenden ethnischen Spannungen Einfluss auf die Bildungsmisere haben könnten, wird gekonnt geleugnet und ignoriert.



In der Öffentlichkeit finden Berichte oder Diskussionen über die Konkurrenz oder das Mobbing unter den verschiedenen Völkergruppen nicht statt – schon gar nicht, wenn die Autochthonen bei den Kämpfen den Kürzeren ziehen. Die Situation an manchen Schulen ist schlicht aussichtslos und – zumindest mit Symptomdoktorei – nicht lösbar. Was soll man auch machen, wenn man vor einer Klasse steht, die zu 90 Prozent aus Nicht-Deutschen besteht? Und wenn die Schüler die Deutschen auch noch verachten, was dann? Im jetzigen System gibt es darauf keine Antwort.

Aber Migration ist nicht die einzige Ursache für die erschreckenden Ergebnisse der Studie. Das sagt auch die „Tagesschau“ – vermutlich aber, um etwas von dem Migrationsthema abzulenken. Doch der kulturelle Verfall unseres Vaterlandes manifestiert sich eben nicht nur in der Ersetzungsmigration, die schon schlimm genug ist, sondern eben auch in der Dekadenz der eigenen Leute. Das wird nicht nur etwa am Hedonismus der jungen Leute deutlich, sondern auch an ihrer Sprache. Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht, lieber Leser, aber mir fällt es mittlerweile ziemlich schwer, mich vernünftig mit jungen Menschen zu unterhalten, gerade wenn sie nicht aus den „bildungsstarken“ Schichten stammen – man darf sich aber auch nichts vormachen, auch so mancher Student ist mir unerträglich –, da sie einfach nicht mehr zu reden wissen.

Sie sind nicht mehr in der Lage, sich vernünftig und präzise auszudrücken, sie kommen immer seltener auf den Punkt – ihnen fehlen einfach die Worte. Es erinnert mich stark an das Orwellsche Neusprech: Der Wortschatz ist auf ein paar einfache Wörter zusammengeschrumpft, komplizierte oder weitschweifende Gedanken (und damit Sätze!) sind somit nicht mehr möglich. Woran das liegt? Tja, hier sind fünf mögliche Gründe: Ein immer weiter sinkender IQ unter den Deutschen, die sukzessive Abschaffung des humanistischen Bildungsprogramms inklusive des Fokus auf alte Sprachen und dem (Auswendig‑) Lernen von Gedichten, die allgemeine Disziplinlosigkeit in der Erziehung und der Pädagogik infolge der antiautoritären 68er-Bewegung, der Konsum flacher Unterhaltung wie moderner Fernsehserien oder Netflix und schließlich die tägliche mehrstündige Benutzung von Bildschirmen aller Art, die das Gehirn junger Menschen verkümmern lässt. Wenn man diese Ursachen nicht in den Griff bekommt, dann wird Deutschland auch trotz gelungener Remigration keine rosige Zukunft erwarten können…