Pride Month – Worauf sind die eigentlich stolz?

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Gestern begann der sechste Monat dieses Jahres: Es ist schon Juni, Loide, dabei hat das Jahr gefühlt gerade erst angefangen. Benannt nach der römischen Göttin der Geburt, der Ehe und der Fürsorge, wurde makabererweise ausgerechnet dieser Monat vom politischen Gegner zum „Pride Month“ auserkoren – also zum Monat des sexuell Sonderbaren, des Grotesken und der Degeneration. Jedes Unternehmen schmückt sich 30 Tage lang mit dem Regenbogen (da beneidet man die Araber darum, dass sie davon verschont bleiben – noch zumindest), um zu signalisieren, dass es auf der richtigen Seite ist. Was man nicht alles tut für ein bisschen mehr Fiat-Cash. Aber nicht nur in Unternehmen weht die Regenbogenflagge: auch in den Zeitungen, im Fernsehen, an Schulen und Hochschulen, an öffentlichen Gebäuden, in Bus und Bahn – der Belästigung durch diese Propaganda kann man nicht entkommen.

Erstaunlich ist an der ganzen Sache vor allem, wie sie den Stolz für sich vereinnahmt haben: Wo der Stolz aufs Vaterland verpönt ist, muss eben der Stolz auf das Abnormale, auf das Anderssein her. Dabei ist es innerhalb der Abnormalen-Gemeinschaft gar nicht so leicht, „anders“ zu sein. Nun will ich weder einen Doppelstandard aufdecken noch das Auf-etwas-stolz-sein in Abrede stellen, doch die Art und Weise, wie die Linken auf ihre Sexualität stolz sind – das aufgesetzte Kokettieren, das gleichzeitige Herumstolzieren und Herumgesuhle im Schlamm des Opferseins, das Unter-die-Nase-reiben einer vermeintlichen Außenseiterrolle, währenddessen man den gesellschaftlichen Kurs bestimmt – all das erinnert nicht zufällig an den Stolz als eine der sieben Todsünden…

Wie dem auch sei, ein wenig Widerstand gegen diese ganze Farce regt sich auch im Mainstream. Pünktlich zum Pride Month erschien in der „Welt“ ein Artikel über die Frühsexualisierung der Kinder durch die Schwulen- und Lesbenbewegung – in unseren Kreisen seit Neuestem als „Grooming“ bekannt. Beim „Groomen“ wird Kindern (!), teilweise im Grundschul- (!!) oder Kleinkindalter (!!!), die Sexualität eben jener LGBTQ-was-auch-immer-Truppe nähergebracht. Schon die jetzige Jugend, die Generation Z, sieht sich zu bis zu 40 Prozent als nicht-heterosexuell (auch wenn man da deutlicher hinschauen muss, wie Kollege Finkelstein neulich herausarbeitete), da will man sich nicht vorstellen, wie es bei den heutigen Kindern aussieht – Gott steh uns bei!

Zurück zur „Welt“, kann ich, ohne den Artikel gelesen zu haben (der verfluchten Bezahlschranke sei Dank!), ungefähr voraussagen, was dort stehen wird: nämlich das schlammige Gewäsch Liberalkonservativer, welches wir tagtäglich hören. Sie werden zwar sagen, wie schlimm das alles doch sei, wirklich auf eine andere weltanschauliche Ebene werden sie nicht gehen – die Prämissen, die zum Phänomen „woke“ geführt haben, werden akzeptiert werden. „Wir wollen zwar auch Schwulenrechte, und homophob sind wir wirklich nicht, aber das mit den Kindern ist nicht okay! Bitte seid nicht gemein zu uns, ja?“ Stimmt’s, oder habe ich recht?

Leider geht die Rechnung nicht auf: Gemein werden die „Woken“ trotzdem sein. Einige Linke sind da nicht zimperlich, sehen doch viele von ihnen im Springer-Verlag, zu welchem „Die Welt“ gehört, noch immer das beutereißende, stramm antikommunistische Monster aus den 50er-Jahren. Gewiss, offen „woke“ sind die Springer-Erzeugnisse zwar (meistens) nicht, aber eine wirkliche Opposition beziehungsweise Alternative stellen sie trotzdem nicht dar. Dennoch, das laue Lüftchen seitens der „Welt“ reicht bei der „Leftist Mum“ Fianna für Rachegelüste, die bis zur damnatio historiae reichen.

Nun, da habt ihr es, liebe „Welt“: Eure Maßnahmen reichen nicht, um den Gegner aufzuhalten, stattdessen übernehmt ihr die Prämissen desselben, während dieser seinen Zorn auf euch richtet. Und die verdiente Breitseite von rechts bekommt ihr auch noch. Ein normaler Tag im LibKon-Dasein eben. Was ich mich nur frage, ist: Warum redet Fianna von der „Welt“ als „reaktionärem Hirnwurm“, gegen dem man „offensiv sein“ muss? Also, offensiv gegen die Springer-Presse vorgehen, okay, gern – aber „reaktionär“? Ich darf ja wohl bitten?!

1 Comment

  1. Das ganze ist ja historisch gewachsen und stammt aus einer Zeit wo Homosexuelle verfolgt wurden. Nur das was zur Zeit von Harvey Milk noch passend war ist in weiten Teilen eigentlich nicht mehr passend. Meiner Erfahrung nach fährt man als schwuler Mann am besten damit, dass man einfach ganz normal damit umgeht und keine große Sache daraus macht wen man denn liebt damit kommen die meisten Menschen auch am dem Land i.d.R. am besten klar. Probleme gibt es hier i.d.R. nur mit sehr religiösen Fanatikern.

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