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Russismus auf dem Vormarsch

16. März 2022

Da hätte ich gerne mal die Wettquoten für gesehen. Wer hatte Anti-Russen-Gestapo in linken Shitholes für März? Einer Berliner deutsch-russischen Schule etwa hat man Ende letzter Woche einen Molotowcocktail in die Turnhalle geschmissen. Die dortige Polizei spricht von über 100 solcher Vorfälle seit Ausbruch des Krieges alleine in der Hauptstadt. Auch mit dem Krieg begründete körperliche Angriffe auf Russen gab es mittlerweile.

Angestellte russischer Restaurants werden angebrüllt, sie sollten zurück nach Hause gehen, weil sie in Deutschland nichts zu suchen hätten. Scheiße, ist das lustig. Also, wenn man einer von denen ist oder nicht kiloweise Honkpills gefrühstückt hat, wahrscheinlich weniger. Aber Junge, die „Die Linken sind die wahren Nazis“-Facebook-Boomer dürften noch nie so eine Sternstunde erlebt haben. Jetzt haben wir sie also wirklich, die in der Plötzlichkeit und den Ausmaßen ihres Aufkeimens wohl bedrohlichste Rassismuswelle unserer Lebzeiten, und alles, was es dazu gebraucht hat, ist ‘ne Ukraineflagge in Zeckenpeters Twitter-Profilbild.

Ich wüsste auch zu gerne, wie genau diese Delikte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von genau dem Klientel begangen werden, das abends vor einem Böhmermann einschläft, schlussendlich in die Polizeiliche Kriminalstatistik eingehen werden. Ich hab‘ da nämlich so meine Vermutungen. Wenn in einiger Zeit die Rede von einem sprunghaften Anstieg rechtsextremer Gewaltkriminalität sein wird, sollte man noch im Hinterkopf haben: Es sind wahrscheinlich genau diese Fälle, die man uns so verkauft. Die staatszersetzenden Putin-Versteher und die Explosion der rechten, rassistischen Gewalt, das könnten die zwei Säulen der nächsten Milliarden gegen rechts werden. Von dieser Kuh hier lässt sich wahrlich alles verwursten.

Doch auf der Straßenebene ist noch nicht Schluss, wir kriegen auch ein eindrucksvolles Kontrastprogramm gegenüber dem Pillepalle geboten, der uns im Falle von Arabern und Afrikanern in der Regel als „institutioneller Rassismus“ verkauft wird. Statistisch schlechtere Karten bei der Wohnungssuche mit russischen Nachnamen konnten noch nicht großflächig untersucht werden, auch wenn die üblichen Soziologen sich ganz sicher schon alle zehn Finger danach lecken.

Also wie wär‘s mit ethnischer Säuberung bei Deutschlands größtem Handfeuerwaffenhersteller? Check. Ganz recht, ethnische Säuberung, es geht nach dem Blut. Dein deutscher Pass rettet dich auch nicht mehr, Iwan. Oder dass du in der Bundeswehr gedient und drei Kinder mit einer deutschen Frau gezeugt und großgezogen hast. Da gehört schon etwas mehr zu, Deutscher zu sein.

Facebook erlaubte unterdessen in zwölf Ländern Gewaltaufrufe gegen Russen und russische Soldaten, als Beispiel wird in einer Erklärung die Äußerung „Tod den russischen Invasoren“ genannt. Die Doppeldeutigkeit sollte auf der Hand liegen, wo man hier ja gerade Passdeutsche mit russischen Wurzeln zu potenziellen russischen Agenten erklärt hat: „In Anbetracht der bedrohlichen Lage warnen die Sicherheitsdienste in Deutschland vor verstärkter äußerer Einflussnahme auf Mitarbeiter der Verteidigungsindustrie“, begründete die Firma Heckler & Koch ihren Schritt. Den Doppelstandard auszusprechen fühlt sich fast müßig an, aber trotzdem: Man stelle sich einmal vor, eine Firma wäre mitten in der gigantischen Terrorwelle der 2010er in Europa auf die Idee gekommen, Passdeutsche mit familiären Wurzeln in muslimischen Ländern unter derselben Begründung präventiv aus sicherheitsrelevanten Bereichen zu verbannen. Das wäre recht sicher das Ende dieses Konzerns gewesen, der nach einer alttestamentarischen Medienkampagne im öffentlichen Auge synonym mit Rassismus, Rechtsextremismus und diversen anderen geschäftsschädigenden Ismusen geworden wäre.

Aber was sagt denn nun so jemand wie „Zeit“- und „FAZ“-Journo Artur Weigandt zu der H&K-Kiste? Sicherlich schreit er „Rassismus“ und redet von Menschenwürde und so was? „Ich möchte wetten, dass die russische Staatspropaganda diesen Schritt vollkommen ausnutzen und ausschlachten wird.“

Ach so, interessant. Frei nach dem Motto: „Afghanischstämmige Deutsche wegen Sicherheitsbedenken versetzt – oh Gott, die Taliban werden sich da voll drauf stürzen!“, was wir niemals lesen werden, schon allein weil solche Diskriminierung gegen braune Leute niemals zugelassen würde; dafür sind sie viel zu diskriminiert.

Shlomo Finkelstein

Shlomo Finkelstein wollte immer schon irgendwas mit Hass machen. Seit 2015 erstellt er als "Die vulgäre Analyse" Videos, und seit 2019 zusammen mit Idiotenwatch den Podcast "Honigwabe".

Belltower News schreibt über ihn: "Da er vorgibt, sein Hass sei rational begründet, sind besonders junge Menschen der Gefahr ausgesetzt, die Thesen für bare Münze zu nehmen und sich so zu radikalisieren."


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