BoNDeX, CC BY-SA 4.0, Wikicommons (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Armenian_soldiers.jpg)

Da drüben herrscht Krieg

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Der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan setzt sich auch im Oktober mit unvermittelter Härte fort. Unbestätigten Berichten zufolge sollen in den letzten zwei Wochen 4.000 Menschen umgekommen sein. Die Kriegsbeteiligung der Türkei auf Seiten Aserbaidschans zeichnet sich immer klarer ab, Russland hingegen steht zwischen den Stühlen.

Während wir über den Syrienkrieg ununterbrochen informiert wurden, ist das Presseecho über die jüngsten Ereignisse in der Bergkarabach-Region überraschend dünn. Kein Wunder, denn die ganze Welt scheint derzeit mit der Grippe aus Wuhan beschäftigt zu sein. Kommt der Lockdown, oder kommt er nicht? Müssen wir wieder bald für Klopapier anstehen?

Irgendwie mutet das pervers an, denn zwei Tage ununterbrochene Autofahrt entfernt sterben Menschen, brennen Häuser, verwandeln sich Kulturgüter in Trümmerhaufen. Die Geschichte dieses Konflikts, ich schrieb es bereits letzte Woche, lässt sich schnell erzählen. Und auch die Sympathien scheinen schnell klar: Das kleine Armenien, immerhin das erste christliche Land der Welt, gegen den großen, muslimischen Aggressor Aserbaidschan. Hier die Demokratie, da die Autokratie. Hier die Verteidigung, da der Angriff.

Ich wäre vorsichtig mit solchen klaren Zuschreibungen, denn auch wenn die Geschichte dieses Konflikts schnell erzählt ist, bedeutet das nicht, dass man sie auch schnell versteht. Folgt man etwa den Twitterprofilen der beiden Verteidigungsministerien, dann erhält man den Eindruck, dass jedes Land kurz vor dem Endsieg steht.

Nein, der Krieg wird nicht so schnell vorbei sein.

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