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Critical Race Theory

7. Dezember 2020

Die Critical Race Theory ist derzeit in allerlei Munde. Es handelt sich hierbei um eine Theorie, die in den 1980er Jahren an amerikanischen Universitäten entwickelt wurde und die wie folgt definiert wird: „CRT erkennt an, dass Rassismus in der Struktur und im System der amerikanischen Gesellschaft verankert ist.

Der einzelne Rassist muss nicht existieren, um festzustellen, dass institutioneller Rassismus in der vorherrschenden Kultur allgegenwärtig ist. Dies ist die analytische Linse, mit der CRT vorhandene Leistungsstrukturen untersucht. CRT identifiziert, dass diese Machtstrukturen auf weißen Privilegien und weißer Vormachtstellung beruhen, was die Marginalisierung von Farbigen aufrechterhält.“ (Übersetzung aus dem nur in englischer Sprache verfügbaren Wikipedia Artikel).

Alltag in linken Hirnen

Ich möchte hier nicht im Detail auf die Entstehungsgeschichte eingehen. Der Interessierte wird im Netz selbst fündig. Von Bedeutung ist für mich vor allem, dass diese Theorie an einer Universität für Rechtswissenschaften entwickelt wurde unter dem Deckmantel des Interdisziplinären, denn sie inkludiert alle Lebensbereiche (sozial, kulturell, privatwirtschaftlich, politisch, rechtlich, gesellschaftlich, das Handeln der Polizei und natürlich und nicht zuletzt die Bildungseinrichtungen) und wurde gesetzlich verankert. So wurzelt beispielsweise das Recht, sich vor Gericht auf die sogenannte „Hate Speech“ berufen zu können, auf der CRT.

Natürlich schaffte sie es, über den großen Teich zu schwimmen und sich in uns näher liegenden Ländern anzusiedeln. Seitdem wird sie eifrig diskutiert, Befürworter und Gegner finden sich zur Genüge. Neben vielerlei emotional aufgeladener Argumente, die fast immer einer Grundlage entbehren, gibt es jedoch einen sehr plausiblen Grund, diese Theorie zu kritisieren: ihre eigene Basis.

Der Generalverdacht

Die CRT beruht nämlich auf der Annahme, dass es strukturellen Rassismus gäbe — ohne einen Nachweis dafür zu erbringen. Um diesen Missstand zu beseitigen, greift man zu einem Trick: Wenn Einzelbeispiele nicht ausreichen, stülpen wir unsere Theorie einfach über alles, und schon haben wir sie implementiert und gerechtfertigt.

Ein Argument, das schwer widerlegt werden kann, kaum greifbar ist (wer weiß schon, was Strukturen ganz allgemein sind und wo im Besonderen welche Struktur wann gemeint ist) und immer, wirklich immer, angewandt werden kann. Kritiker der Theorie sehen sich daher heute mit zwei Problemen konfrontiert: Erstens müssen sie sich darüber im Klaren sein, dass jedes ihrer Gegenargumente sofort mit konkreten Beispielen widerlegt werden kann, denn die Struktur steckt, wie gesagt, in allem. Es gilt also, sich einen handfesten Strukturbegriff zu zimmern, der stärker ist als der des Gegners. Sich in Details zu verlieren oder auf Einzeldisziplinen zu beschränken, mag Spaß machen und der Krämerseele des Konservativen entsprechen, ist aber nicht zielführend. Es braucht einen Kampf der Titanen.

Spiele nicht nach ihren Regeln

Zweitens darf man nicht in die Falle tappen, sich durch seine Kritik zum Spielball der Kritisierten zu machen. So geschehen auf diesem Blog, dessen Mitglieder sich bemühen, Politik und Rechtsprechung vordergründig kritisch zu beleuchten, wobei die Kritik nichts anderes ist, als den Gegebenheiten im Grunde recht zu geben und lediglich die Mängel innerhalb des Systems und der Strukturen aufzudecken, um sie zu beheben, der Bug-Suche in einer Software nicht unähnlich, anstatt die Wurzel des Übels zu benennen. Anbiederei par excellence.

Es ist eine Mammutaufgabe, sich mit dem Begriff Struktur zu beschäftigen, aber wir haben keine Wahl. Will man sich nicht in einer Welt, in der die Karten der Logik neu gemischt wurden, von der Obrigkeit vereinnahmen lassen und zu einer Handpuppe derselben werden, muss man argumentativ gerüstet sein. Wir leben in einer postfaktischen Zeit, aber nur, weil wir das zulassen. Noch haben wir es selbst in der Hand.

Gastautor

Hier schreiben unsere Gastautoren, bis sie sich in unserer klebrigen Mischung aus Hass und Hetze verfangen, und schließlich als regelmäßige Autoren ein eigenes Profil bekommen.

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