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Frauen

18. Juni 2020

Eigentlich wollte ich mich nicht zu dieser ganzen Debatte äußern. Dieser Debatte, die seit geraumer Zeit mal weniger, aber insgesamt mal eher mehr über uns ausgeschüttet wird. Und so geht es mir auch hier wie mit den meisten Themen, die ich im Grunde zu bescheuert finde, um einen Gedanken an sie zu verschwenden: Früher oder später geht mir das Ganze so auf die Nerven, dass ich nicht mehr schweigen will. Nun ist es also soweit, und da ich nur ein kleines Licht bin, dessen Kegel gerade mal bis zur Tür meines Zimmers reicht, in dem ich schreibe, und dessen matter Glanz darüber hinaus weitgehend ungesehen eines nicht allzu fernen Tages (mit Blick auf die unfassbar lange Weltgeschichte) sowieso für immer in Dunkelheit versinken wird, flackere ich doch einmal kurz auf, indem ich den Mund nicht halte:

Diese Frauenquote-, Gender-, Gleichstellungsdebatte ist vollkommen sinnentleert. Ich bin diesbezüglich nicht geschult, ich habe kein einziges Buch eines Fachmanns oder einer Fachmännin darüber gelesen, aber ich bin eine Frau. Und ich habe ein bestimmtes Weltbild, das meiner Selbstwahrnehmung nach auf einem einigermaßen gesunden Menschenverstand beruht. Das muss genügen.

Ich leugne nicht, dass in der Geschichte der Menschheit die Frau in vielen Lebensbereichen für lange Zeit eine, milde gesagt, schwierige Position hatte. Und es gab und gibt immer noch Männer, die das auf widerwärtige Art ausnutzten. Sei es der Zugang zu Bildung, häusliche Gewalt, politische Ungleichheit und so weiter. Da hat sich viel geändert, und das ist auch gut so. Auch verschließe ich nicht die Augen vor immer noch unfassbarer Brutalität, die Frauen und Mädchen in manchen Ländern angetan wird, einfach nur aufgrund der Tatsache, dass sie diesem Geschlecht angehören. Mein ehrlicher Dank gilt an dieser Stelle all jenen Persönlichkeiten, die sich dafür einsetzten und einsetzen, dem ein Ende zu bereiten.

Nun ist es andererseits jedoch so, dass tatsächlich jedes Thema, dem ein eigentlich ehrenwerter Antrieb zugrunde liegt, von den Bewohnern der Wohlstandsgesellschaften früher oder später ad absurdum geführt wird. Und das ist skandalös. Mir fällt dazu wirklich kein anderer Begriff ein. Ernsthaft zu glauben, die Rechte der Frauen würden gestärkt durch eine Anpassung der Sprache oder eine Frauenquote, durch die Zerstörung der Familie und die Einrichtung und Förderung von Kinderkrippen für die Kleinsten der Kleinen, nur damit Mutti ganz schnell wieder ihren Karrierechancen neuen Aufwind verpassen kann, denn die Selbstverwirklichung jener als Erfolgsfrau ist genauso wichtig wie der, natürlich geplante, Kinderwunsch, das ist einfach nur pervers.

Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Erstens ist es ein Zeichen unserer Zeit, alles zu wollen und keine Kompromisse einzugehen. Kinderwunsch ist vielleicht der menschlichste aller Wünsche, Karrierewunsch vielleicht der nachvollziehbarste für viele. Beides gemeinsam und gleichzeitig? Nein, daran glaube ich nicht.

Zweitens ist dieser Wunsch nach Gleichzeitigem im Ungleichzeitigen ein Faustschlag ins Gesicht all jener Frauen, die in vergessenen Teilen der Welt leben und sich nichts sehnlicher wünschen als dass man ihnen nicht die Geschlechtsteile verstümmelt und dass ihr Ehemann ihnen mit etwas Respekt und Dankbarkeit begegnet. Und es ist auch ein Faustschlag ins Gesicht all jener Frauen, die in uns besser bekannten Teilen der Welt leben und jeden Tag verzweifelt versuchen, zu überleben und mit drei Jobs gleichzeitig versuchen, den Hunger ihrer Kinder zu stillen, weil sich der Schöpfer aus dem Staub gemacht hat, oder weil das Geld einfach vorn und hinten nicht reicht, auch wenn Papa noch fleißig seiner Arbeit nachgeht, aber Miete und Staatsquote den Großteil davon verschlingen.

Drittens ist es eine nicht hinnehmbare Bevormundung, allen vorzuschreiben, wieviele Frauen sie in Chefetagen zu verankern hätten und Steuergelder einzutreiben, um dieses kranke Gedankengut zu finanzieren, statt das Geld denen zu geben, die es wirklich benötigen.

Um das zu erkennen, ist kein Genderstudium vonnöten, in dem wahrscheinlich sowieso nichts dergleichen gelehrt wird, sondern lediglich die Indoktrination vorangetrieben wird. Nein, ich will niemandem das Recht auf eigene Lebensplanung vorschreiben, und ich bin kein Vereinfacher. Ich bin eine Frau, die Mitgefühl hat mit all den armen kleinen Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ihre Kindheit mit ihren Eltern zu verbringen, anstatt in staatliche Institutionen abgeschoben zu werden, weil Mama sich selbst verwirklichen will.

Entweder – Oder. Was ist daran so schwer? Machen Sie Karriere. Gründen Sie eine Familie, aber alles zu seiner Zeit. Oder wenigstens ohne mich dafür zur Kasse zu bitten oder mir den Mund zu verbieten. Nerven Sie andere mit Ihrem Genderwahn. Ich bin raus.

Gastautor

Hier schreiben unsere Gastautoren, bis sie sich in unserer klebrigen Mischung aus Hass und Hetze verfangen, und schließlich als regelmäßige Autoren ein eigenes Profil bekommen.

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