exc-5eebbb9dfd65140649f3af98

Frauen

6 Min lesen

Eigentlich wollte ich mich nicht zu dieser ganzen Debatte äußern. Dieser Debatte, die seit geraumer Zeit mal weniger, aber insgesamt mal eher mehr über uns ausgeschüttet wird. Und so geht es mir auch hier wie mit den meisten Themen, die ich im Grunde zu bescheuert finde, um einen Gedanken an sie zu verschwenden: Früher oder später geht mir das Ganze so auf die Nerven, dass ich nicht mehr schweigen will. Nun ist es also soweit, und da ich nur ein kleines Licht bin, dessen Kegel gerade mal bis zur Tür meines Zimmers reicht, in dem ich schreibe, und dessen matter Glanz darüber hinaus weitgehend ungesehen eines nicht allzu fernen Tages (mit Blick auf die unfassbar lange Weltgeschichte) sowieso für immer in Dunkelheit versinken wird, flackere ich doch einmal kurz auf, indem ich den Mund nicht halte:

Diese Frauenquote-, Gender-, Gleichstellungsdebatte ist vollkommen sinnentleert. Ich bin diesbezüglich nicht geschult, ich habe kein einziges Buch eines Fachmanns oder einer Fachmännin darüber gelesen, aber ich bin eine Frau. Und ich habe ein bestimmtes Weltbild, das meiner Selbstwahrnehmung nach auf einem einigermaßen gesunden Menschenverstand beruht. Das muss genügen.

Ich leugne nicht, dass in der Geschichte der Menschheit die Frau in vielen Lebensbereichen für lange Zeit eine, milde gesagt, schwierige Position hatte. Und es gab und gibt immer noch Männer, die das auf widerwärtige Art ausnutzten. Sei es der Zugang zu Bildung, häusliche Gewalt, politische Ungleichheit und so weiter. Da hat sich viel geändert, und das ist auch gut so. Auch verschließe ich nicht die Augen vor immer noch unfassbarer Brutalität, die Frauen und Mädchen in manchen Ländern angetan wird, einfach nur aufgrund der Tatsache, dass sie diesem Geschlecht angehören. Mein ehrlicher Dank gilt an dieser Stelle all jenen Persönlichkeiten, die sich dafür einsetzten und einsetzen, dem ein Ende zu bereiten.

Nun ist es andererseits jedoch so, dass tatsächlich jedes Thema, dem ein eigentlich ehrenwerter Antrieb zugrunde liegt, von den Bewohnern der Wohlstandsgesellschaften früher oder später ad absurdum geführt wird. Und das ist skandalös. Mir fällt dazu wirklich kein anderer Begriff ein. Ernsthaft zu glauben, die Rechte der Frauen würden gestärkt durch eine Anpassung der Sprache oder eine Frauenquote, durch die Zerstörung der Familie und die Einrichtung und Förderung von Kinderkrippen für die Kleinsten der Kleinen, nur damit Mutti ganz schnell wieder ihren Karrierechancen neuen Aufwind verpassen kann, denn die Selbstverwirklichung jener als Erfolgsfrau ist genauso wichtig wie der, natürlich geplante, Kinderwunsch, das ist einfach nur pervers.

Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Erstens ist es ein Zeichen unserer Zeit, alles zu wollen und keine Kompromisse einzugehen. Kinderwunsch ist vielleicht der menschlichste aller Wünsche, Karrierewunsch vielleicht der nachvollziehbarste für viele. Beides gemeinsam und gleichzeitig? Nein, daran glaube ich nicht.

Zweitens ist dieser Wunsch nach Gleichzeitigem im Ungleichzeitigen ein Faustschlag ins Gesicht all jener Frauen, die in vergessenen Teilen der Welt leben und sich nichts sehnlicher wünschen als dass man ihnen nicht die Geschlechtsteile verstümmelt und dass ihr Ehemann ihnen mit etwas Respekt und Dankbarkeit begegnet. Und es ist auch ein Faustschlag ins Gesicht all jener Frauen, die in uns besser bekannten Teilen der Welt leben und jeden Tag verzweifelt versuchen, zu überleben und mit drei Jobs gleichzeitig versuchen, den Hunger ihrer Kinder zu stillen, weil sich der Schöpfer aus dem Staub gemacht hat, oder weil das Geld einfach vorn und hinten nicht reicht, auch wenn Papa noch fleißig seiner Arbeit nachgeht, aber Miete und Staatsquote den Großteil davon verschlingen.

Drittens ist es eine nicht hinnehmbare Bevormundung, allen vorzuschreiben, wieviele Frauen sie in Chefetagen zu verankern hätten und Steuergelder einzutreiben, um dieses kranke Gedankengut zu finanzieren, statt das Geld denen zu geben, die es wirklich benötigen.

Um das zu erkennen, ist kein Genderstudium vonnöten, in dem wahrscheinlich sowieso nichts dergleichen gelehrt wird, sondern lediglich die Indoktrination vorangetrieben wird. Nein, ich will niemandem das Recht auf eigene Lebensplanung vorschreiben, und ich bin kein Vereinfacher. Ich bin eine Frau, die Mitgefühl hat mit all den armen kleinen Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ihre Kindheit mit ihren Eltern zu verbringen, anstatt in staatliche Institutionen abgeschoben zu werden, weil Mama sich selbst verwirklichen will.

Entweder – Oder. Was ist daran so schwer? Machen Sie Karriere. Gründen Sie eine Familie, aber alles zu seiner Zeit. Oder wenigstens ohne mich dafür zur Kasse zu bitten oder mir den Mund zu verbieten. Nerven Sie andere mit Ihrem Genderwahn. Ich bin raus.

55 Comments

  1. Schön, dass es noch genug Frauen mit Weitblick und klarem Verstand gibt. Ich hoffe die Autorin hat bereits Kinder ;-). Schon Tacitus schrieb über unsere Vorfahren, die Germanen und Kelten, dass die Frau gleichberechtigte Partnerin und Kamerad in allen Lebenslagen war. Ein äußerest erfolgreiches Modell, dass dann mit der (Zwangs)Christianisierung verloren ging. Der ganze Gendergaga ist nichts anders als ein Geschäftsmodell, welches großes gesellschaftlichen Schaden anrichtet. Wie viele Brunnen und Schulbücher hätte man Afrika für die ca. 60 Genderprofessuren (allein in Deutschland) anschaffen können?!

  2. Schön, dass es noch genug Frauen mit Weitblick und klarem Verstand gibt. Ich hoffe die Autorin hat bereits Kinder ;-). Schon Tacitus schrieb über unsere Vorfahren, die Germanen und Kelten, dass die Frau gleichberechtigte Partnerin und Kamerad in allen Lebenslagen war. Ein äußerest erfolgreiches Modell, dass dann mit der (Zwangs)Christianisierung verloren ging. Der ganze Gendergaga ist nichts anders als ein Geschäftsmodell, welches großes gesellschaftlichen Schaden anrichtet. Wie viele Brunnen und Schulbücher hätte man Afrika für die ca. 60 Genderprofessuren (allein in Deutschland) anschaffen können?!

  3. Schön, dass es noch genug Frauen mit Weitblick und klarem Verstand gibt. Ich hoffe die Autorin hat bereits Kinder ;-). Schon Tacitus schrieb über unsere Vorfahren, die Germanen und Kelten, dass die Frau gleichberechtigte Partnerin und Kamerad in allen Lebenslagen war. Ein äußerest erfolgreiches Modell, dass dann mit der (Zwangs)Christianisierung verloren ging. Der ganze Gendergaga ist nichts anders als ein Geschäftsmodell, welches großes gesellschaftlichen Schaden anrichtet. Wie viele Brunnen und Schulbücher hätte man Afrika für die ca. 60 Genderprofessuren (allein in Deutschland) anschaffen können?!

  4. Der Unterschied zwischen einem akzepatblen und einem perfekten Leben, in dem man als Frau als das akzeptiert wird, was man ist und nicht als das, was man zu sein hat, ist groß, riesig … so groß, dass man sich nicht damit anfreunden kann, was alles zu einem gesagt wird und wurde … das hat die Autorin nicht begriffen, sehr schade.

    Wir westlichen Frauen können ja nicht die Emanzipation hierzulande anhalten, weil es woanders noch schlechter läuft.

    Karriere ist zudem nicht nur ein Akt der "Selbstverwirklichung", sondern die beste Garantie gegen Altersarmut …

    • Naja, die Autorin hat ja nicht gesagt, dass die Emanzipation hierzulande angehalten werden soll, sondern dass sie inzwischen verwirklicht und damit abgeschlossen ist. Quoten und Genderwahn haben doch nichts mit Emanzipation zu tun (ganz im Gegenteil!).

      Das ursprünglich gute Projekt ist völlig ausgeartet und läuft in sich zusammenzustürzen, wie ein Gebäude auf das man immer noch ein Stockwerk setzt – immer und immer wieder. Wann ist die Emanzipation denn abgeschlossen? Wenn wir eine Frauenquote von 100% haben?

      Und die beste Garantie gegen Altersarmut ist nach wie vor eine intakte Familie.

      • Die Emanzipation ist also abgeschlossen, weil es Gesetze gibt?

        Na dann bin ich ganz sicher, dass ich immer und überall von jedem gleich behandelt werde wie ein Mann. Es wird – wenn uns der Islam keinen Strich durch die Rechnung macht – wenn überhaupt die nächste oder übernächste Frauengeneration sein, die wirkliche Freiheit und wirkliche Gleichberechtigung erfährt. Frau-Sein bedeutet immer noch, und ich habe 35 Jahre Erfahrung damit, auf brutale und roh-diskursiv-verbale Weise auf die Position "Frau" verwiesen zu werden.

        • Hm, das Ziel der Emanzipation ist also die Gleichbehandlung von Mann und Frau? Ist das nicht selbst schon wieder eine Reduktion auf das Geschlecht? "Die Frau" und "der Mann". Und wie soll das in der Realität funktionieren, wenn es nun mal Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt? Ich weiß ja nicht, welche Erfahrungen Sie gemacht haben, aber ich kann das eher weniger bestätigen (bin ebenfalls eine Frau und auch nicht mehr die Jüngste). Oder mal anders herum gefragt: Wie soll denn die Emanzipation Ihrer Meinung nach realiter aussehen? Und wo ist das der Bezug zum Genderwahn, um den es ja eigentlich in dem Beitrag ging? Helfen Sprachverbote und Genderlehrstühle Ihnen nicht mehr auf roh-diskursiv-verbale Weise auf die Position "Frau" verwiesen zu werden? Oder haben Sie generell ein Problem mit der Position "Frau", also damit, eine Frau zu sein? Wollen Sie die Kategorien "Mann" und "Frau" auflösen?
          Nichts für Ungut & viele Grüße
          Juliane

          • Tolle Bücher, um sich in modernen Feminismus einzulesen:

            Elisabeth Bronfen: Nur über ihre Leiche

            Elisabeth Bronfen: Das verknotete Subjekt: Hysterie in der Moderne

            Alles von Laurie Penny

            Sie hat Bock von Katja Lewina

            Scham von Ines Bayard

            Wenn alles so toll ist, alles supi an der Gleichberechtigungs-Front, wieso treffen einen diese Bücher dann wie ein Schwerthieb?

          • Das alles "supi" ist, habe ich nicht behauptet – mich stört nur das Ersetzen von Zwang durch Zwang.

            Aber danke für die Literaturtipps. Einiges kenne ich bereits, das andere werde ich mir mal anschauen. Aber feministische Literatur trifft mich nicht besonders, sorry. Mich berühren nach wie vor Homers Ilias, die Philosophen des 19. Jahrhunderts, Don Quichotte und Tolkien wie „Schwerthiebe“ – vor allem stilistisch, auch wenn das zugegebenermaßen ein gemeiner Verglich ist 😉

            Und nein (um eine Ihrer vorherigen Fragen aufzugreifen), ich bin nicht zwangsläufig für Gesetze. Ich halte es nach wie vor mit der antiken Maxime:
            So viele Gesetze wie nötig, so wenig Gesetze wie möglich.“
            Sie scheinen, wenn Sie die Genderisierung, so wie sie heute abläuft, für richtig halten, viel eher Gesetze zu verteidigen. Aber: Alles durchzuregulieren wäre doch die reinste Diktatur! Wollen Sie das? Vermutlich schon, aber doch nur solange, wie diese Diktatur nach Ihren Vorstellungen funktioniert. Und dann können Sie doch konsequenterweise anderen Menschen nicht verbieten, eigene Vorstellungen einer Diktatur zu haben und für diese einzutreten. Und dann sind wir beim immer wieder gleichen Ablauf….denn diktierte Dinge lassen sich nun mal nur mit Gewalt durchsetzen – und das wollten Sie doch eigentlich nicht, oder?

            Wenn ich Sie richtig verstehe, erhoffen Sie sich Freiheit (von Rollen-Klischees, unter denen Sie leiden) durch Zwang (nämlich das alle anderen das so sehen müssen wie Sie). Ist das nicht etwas schizophren bzw. sehr egoistisch gedacht?
            Wenn Sie das Geschlecht eines Menschen für ein soziales Konstrukt halten – o.k. bitteschön. Meiner Meinung nach ist das eine Lüge, die an der Natur gefährlich vorbeiläuft (schauen Sie sich Kinder an, die in durchgegenderten Haushalten aufwachsen und denen ihr natürliches Geschlecht wegerklärt wird – die Selbstmordrate ist erschreckend). Ich muss mit ihrer Meinung leben, Sie aber auch mit meiner. Solange wir das gegenseitig akzeptieren, läuft es im Großen und Ganzen gut. Aber den Zwang durch Gesetze, Vorschriften und Regularien, wie ich zu sprechen und zu denken habe, was ich lesen darf und was nicht, den verbitte ich mir aufs schärfste. Und genau das tun die Feministen.

            Und mal ganz ehrlich: Ist eine erzwungene Emanzipation überhaupt eine Emanzipation? Glauben Sie, dass ist eine gute Idee? Wäre z.B. der Zwang Gutes zu tun gut? Oder ist da nicht das freiwillig gewählte Böse sogar besser? Ich empfehle diesbezüglich Stanley Kubricks Clockwork Orange.

            Beste Grüße!

          • In meinem ganzen Leben habe ich Feminismus oder Gender noch nicht als Zwang oder Diktatur erlebt.

            Im Gegenteil: Die wundervollen Vorteile meines Lebens (das dennoch unerträglich weit weg ist vom Optimum) verdanke ich diesen beiden Strömungen. Ich weiß genau, worüber ich schreibe.

            Ich brauche aber auch nicht 90 Gender-Lehrstühle. Die Theorie ist ja, wobei die meisten da draußen keine Ahnung davon haben …

            Und ich als Feministin hetze weder gegen Kinder noch Hausfrauen noch Familie …

          • Das Sie als Feministin den Feminismus nicht als Zwang erleben, ist ja irgendwie klar 😉 Es geht ja eher um all die anderen Menschen…

            Und von einem optimalen Zustand sind wohl 99,9% der Menschheit entfernt, was mitunter einfach an den verschiedenen Auffassungen von Optimum liegt.
            Aber schön, dass sie nichts gegen Hausfrauen und Andersdenkende haben – dann sind wir uns ja einig.
            Ich wünsche ein schönes Wochenende,
            July

          • Was für Feministinnen-Geschrei? Die kommen ja wohl kaum an deine Tür …

            Und was werfen wir Frauen euch Männern an den Kopf? Ich fühle mich jedenfalls nicht in der Position, herumzurennen, und jemanden permanent "Ober-Stecher" zu nennen. Oder Schwanz auf zwei Beinen oder so. Nee, das dürft nur ihr was, weil man das so gewohnt ist. Man kann Frauen nach Belieben beleidigen, ist ja nur eine Schlampe, Hure, Nutte, was auch immer … egal, was?

            Mir wurde immer eingetrichert, mein Wert falle proportional zur Anzahl der Männer, mit denen ich im Bett war. Heute bereue ich es, nicht viel mehr Spaß gehabt zu haben.

          • Was für Feministinnen-Geschrei? Die kommen ja wohl kaum an deine Tür …

            Und was werfen wir Frauen euch Männern an den Kopf? Ich fühle mich jedenfalls nicht in der Position, herumzurennen, und jemanden permanent "Ober-Stecher" zu nennen. Oder Schwanz auf zwei Beinen oder so. Nee, das dürft nur ihr was, weil man das so gewohnt ist. Man kann Frauen nach Belieben beleidigen, ist ja nur eine Schlampe, Hure, Nutte, was auch immer … egal, was?

            Mir wurde immer eingetrichert, mein Wert falle proportional zur Anzahl der Männer, mit denen ich im Bett war. Heute bereue ich es, nicht viel mehr Spaß gehabt zu haben.

    • Im Artikel steht doch, dass jede Frau mehr oder weniger tun und lassen kann, was sie will – wenn es keinem Dritten (etwa Kindern) schadet. Die heutigen Feministinnen sind es doch, die sehr enge Vorstellungen davon haben, was eine Frau sein beziehungsweise nicht sein darf. Und wenn selbige Feministinnen glauben, Frauen bräuchten Quoten oder sonst eine Form von staatlicher Alimentierung, weil sie es aus eigenem Vermögen nicht schaffen, so ist das ja nicht gerade ein sehr schmeichelhaftes Frauenbild…

  5. Der Unterschied zwischen einem akzepatblen und einem perfekten Leben, in dem man als Frau als das akzeptiert wird, was man ist und nicht als das, was man zu sein hat, ist groß, riesig … so groß, dass man sich nicht damit anfreunden kann, was alles zu einem gesagt wird und wurde … das hat die Autorin nicht begriffen, sehr schade.

    Wir westlichen Frauen können ja nicht die Emanzipation hierzulande anhalten, weil es woanders noch schlechter läuft.

    Karriere ist zudem nicht nur ein Akt der "Selbstverwirklichung", sondern die beste Garantie gegen Altersarmut …

  6. Der Unterschied zwischen einem akzepatblen und einem perfekten Leben, in dem man als Frau als das akzeptiert wird, was man ist und nicht als das, was man zu sein hat, ist groß, riesig … so groß, dass man sich nicht damit anfreunden kann, was alles zu einem gesagt wird und wurde … das hat die Autorin nicht begriffen, sehr schade.

    Wir westlichen Frauen können ja nicht die Emanzipation hierzulande anhalten, weil es woanders noch schlechter läuft.

    Karriere ist zudem nicht nur ein Akt der "Selbstverwirklichung", sondern die beste Garantie gegen Altersarmut …

  7. Was ist denn eine Karriere? Politikerin (davon haben wir schon zu viele)? Anwältin? Chefärztin? Professorin? Nobelpreisträgerin? Hollywood-Diva? Boxenluder? Edelnutte (davon haben wir evtl. zu wenig) oder Ehefrau und Mutter? Das liegt sicherlich an der Frau, ihren Veranlagungen und Fähigkeiten – und ich würde sagen, wir brauchen sicher keinen Feminismus, denn jede Frau, die Willens ist und in der Lage/die jeweils nötigen Fähigkeiten hat, dass zu erreichen, kann das heute auch. Wenn Quoten das Leistungsprinzip ablösen, dann schadet es allen. Wer möchte denn eine Pilotin, die diesen Job nur hat, weil sie eine Frau ist? Oder wer möchte von einer Ärztin operiert werden, bei der weniger die Qualifikation eine Rolle gespielt hat, sondern primär ihr Geschlecht?

    Soweit ich weiß, gibt es jetzt eine Quoten-Regelung bei den Eurovision-Songs (nicht, dass man da noch viel kaputt machen könnte), aber wie viele gute Songs hätten es wegen sowas nicht geschafft? „Nothing else matters“ von Metallica z.B. könnte gar nicht teilnehmen (nehmen wir jetzt einfach mal an, die hätten das Lied eingereicht), weil da keine Frau beteiligt ist….und ich denke, es gibt jede Menge weiblicher Metallica-Fans, die das nicht so gut finden.

    Überhaupt diese Ungleichbehandlung – je mehr der Feminismus aus dem Ruder läuft, desto mehr werden ja Männer diskriminiert. Ich kann mich nicht entsinnen, dass je eine Feministin – die ja ursprünglich für GLEICHBERECHTIGUNG angetreten sind – gegen den Fakt gewettert hat, dass vor Gericht Frauen bei gleichem Delikt milder bestraft werden als Männer. Frauenwitze werden als „sexistisch“ gebrandmarkt, aber gleichzeitig munter Männerwitze ausgetauscht. Männer sind im Lehrerberuf massiv unterrepräsentiert – wo ist da das feministische Aufbegehren, der Ruf nach einer Quote? Pornodarstellerinnen verdienen übrigens besser als Pornodarsteller – eine schreiende Ungerechtigkeit, das Pay-Gap beim Pimpern! Ach, Quoten sind doch was Schönes! Wie wäre es mit der dringend benötigten „Weißen-Quote“ in professionellen Basketball-Teams? Oder Chinesen beim Rugby? Der (weibliche) Sexismus, der heute in der Werbung alltäglich ist, übertrifft alles, was es in den 70er und 80er Jahren gab…ist das auch Emanzipation? Seien wir ehrlich: Alles wohlfeiles Geschwätz. Und die heutigen Quoten-Amazonen in Hollywood-Filmen werden späteren Generationen ebenso lächerlich vorkommen, wie uns die öligen Muskelmänner in den italienischen Sandalenfilmen der 60er Jahre. Heute wird aus Gott eine Frau gemacht und aus James Bond auch – wie unglaublich innovativ!

    Aber was ich eigentlich sagen wollte: Die Karriere mag individuell sein, meist sind aber Wunsch und Wirklichkeit nicht in Einklang zu bringen. Die Masse der Frauen wird Jobs nachgehen (müssen) um Miete und Lebenshaltungskosten bezahlen zu können. Die Karriere, die sicher vor Altersarmut schützt, dürfte für die meisten weiblichen Wesen unerreichbar sein. Und der Feminismus hat das nicht geändert, sondern eher noch schlimmer gemacht. Da helfen jetzt auch keine Pflaster mehr in Form von Quoten. Alleinerziehende Mütter sollte nicht zum Ideal erhoben, sondern als Symptom einer kaputten Gesellschaft erkannt werden. Wer die Familie zerstört, zerstört die Gesellschaft und damit sich selbst. Nur noch ein Bespiel zum Schluss, um dies zu untermauern: Die unzweifelhaft zunehmenden Amokläufe in den USA (und nicht nur dort) haben mitnichten mit den Waffen zu tun (die sind heute in Amerika schwerer zu bekommen, als vor ein paar Dekaden, als es kaum Amokläufer gegeben hat), sondern mit dem Auflösen der Gesellschaft, mit dem Wegfallen männlicher Vorbilder und der Vaterrolle an sich (und – bis zu einem gewissen Grad – dem fehlenden Wehrdienst bzw. klassischer Betätigungen wie z.B. der Jagd, bei der man den respektvollen Umgang mit Waffen erlernt). Ersetzt wurde das alles durch Psychopharmaka, Schuldgefühle und die Glorifizierung von unnatürlichem und krankem Verhalten. Daran ist zwar der Feminismus nicht alleine Schuld, aber einen gehörigen Anteil daran hat er schon…

    • Hallo Daniel,

      schade, dass wir dich verloren haben. Lies mal die unten aufgelisteten Publikationen. Da geht es echt um den Kern der Dinge und nicht um Divers und Linguistik.

      Eine Gesellschaft ist nur gesund durch gesunde Frauen. Ihr Männer profitiert also auch vom Feminismus.

      Ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich kann ja nicht unglücklich sein, damit ihr euer perfektes Frauenbild behalten könnt. Ich kann ja nicht mein Leben lang unglücklich sein, damit ich euren Erwartungen entspreche …

    • Hallo Daniel,

      schade, dass wir dich verloren haben. Lies mal die unten aufgelisteten Publikationen. Da geht es echt um den Kern der Dinge und nicht um Divers und Linguistik.

      Eine Gesellschaft ist nur gesund durch gesunde Frauen. Ihr Männer profitiert also auch vom Feminismus.

      Ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich kann ja nicht unglücklich sein, damit ihr euer perfektes Frauenbild behalten könnt. Ich kann ja nicht mein Leben lang unglücklich sein, damit ich euren Erwartungen entspreche …

  8. Ich bin 1984 geboren.

    Ich wünschte, meine Eltern wäre damals dem Gender-"Wahn" verfallen und hätten mich nicht in eine weibliche Rolle gezwungen. Ich wünschte, sie hätten die Bildung gehabt, zu erkennen, dass Geschlecht (Gender) soziokulturell ist. Ich wünschte, vieles von dem, was mir gesagt wurde, wäre nie passiert.

    Ich habe es wirklich versucht, dem Bild des idealen Mädchens zu entsprechen. Bunte Body-Lotions sollte das Bild abrunden und endlich die Versöhnung mit dem eigenen Körper bringen, der sich weigerte, dem weiblichen Stereotyp zu entsprechen, es zu kopieren. Ich war niemals wirklich glücklich und heute, nachdem ich gelernt habe, Bilder als Imagines zu dekonstruieren, ist der Schaden da.

    Ich kann nur außerhalb meines Genders glücklich werden. Und ich bin gebildet genug, um mir nicht vorzumachen, dass Gewalt (verbale und körperliche) mein Gehin verändert. Und heute suche ich nach dem ultimativen Heilmittel, um das alles rückgänig zu machen, was aus Unwissenheit und Brutalität passiert ist und gesagt wurde.

    • Liebe ttssss,

      dann haben wir aneinander vorbeigeredet. Ich stimme Ihnen im Grunde ja zu – viele Klischees sind überflüssig, falsch und schädlich und natürlich braucht man als Frau keine bunte Body-Lotions und eine Frau kann in der Beziehung auch ruhig die Hosen anhaben 😉 Klar & sehr gerne.

      Aber dennoch gibt es natürliche Konstanten und die sollten wir nicht ignorieren. Ein "Wahn" macht es sicherlich nicht besser, sondern stürzt nur noch viel mehr Menschen in großes Leid, Unsicherheit und Verwirrung. Sie machen evtl. an Ihnen verübtes Unrecht nicht dadurch wett, andere stattdessen leiden zu lassen.

      Wenn sie auf die klassische Rolle der Frau pfeifen, so können Sie das doch tun – aber bitte zwingen sie nicht andere, das ebenfalls machen zu müssen, denn dann sind wir ja wieder da, wo sie eigentlich weg wollten. Und selbstverständlich werden sie von anderen immer wieder in eine bestimmte Rolle gedrängt werden – aber damit muss man bis zu einem gewissen Grad leben, da es nun mal verschiedene Ansichten gibt. Die können Sie anderen ja nicht per Gesetzt oder Gehirnwäsche verbieten, respektive sollten Sie das nicht, wenn Sie nicht heucheln wollen. Solange Sie niemand zwingt, bunte Body-Lotions zu verwenden und Sie niemanden zwingen männliche Professoren mit "Professorin" anzureden, ist doch alles o.k.

      Ihnen jedenfalls alles Gute,
      Juliane

      • Die Emanzipation ist also abgeschlossen, weil es Gesetze gibt?

        Na dann bin ich ganz sicher, dass ich immer und überall von jedem gleich behandelt werde wie ein Mann. Es wird – wenn uns der Islam keinen Strich durch die Rechnung macht – wenn überhaupt die nächste oder übernächste Frauengeneration sein, die wirkliche Freiheit und wirkliche Gleichberechtigung erfährt. Frau-Sein bedeutet immer noch, und ich habe 35 Jahre Erfahrung damit, auf brutale und roh-diskursiv-verbale Weise auf die Position "Frau" verwiesen zu werden.

      • Die Emanzipation ist also abgeschlossen, weil es Gesetze gibt?

        Na dann bin ich ganz sicher, dass ich immer und überall von jedem gleich behandelt werde wie ein Mann. Es wird – wenn uns der Islam keinen Strich durch die Rechnung macht – wenn überhaupt die nächste oder übernächste Frauengeneration sein, die wirkliche Freiheit und wirkliche Gleichberechtigung erfährt. Frau-Sein bedeutet immer noch, und ich habe 35 Jahre Erfahrung damit, auf brutale und roh-diskursiv-verbale Weise auf die Position "Frau" verwiesen zu werden.

    • Nur mal so ‘ne Frage:

      Wenn das Geschlecht ein soziales Konstrukt ist, wie kommt es dann, dass so ziemlich jeder (weit über "Zufall" und reines Raten hinaus) am Telefon erkennt, ob eine Stimmt weiblich oder männlich ist?

      Wie ist es zu erklären, dass nur Frauen Kinder bekommen können? Und was aus dieser Tatsache evolutionär abzuleiten ist – sind all das auch nur soziale Konstrukte?

      Wie verhält es sich bei Tieren? Ist da der männliche Hirsch einfach nur eine Einbildung? Könnte der sein Geschlecht wechseln? Und die Hirschkuh ist dann männlich? Ginge das bei den Feministen?

      Wenn alles soziale Konstrukte sind, ist dann dieses „soziale“, was diese Konstrukte produziert, nicht auch nur ein Konstrukt? Ist der Feminismus am Ende nur ein Konstrukt? Konsequenterweise müsste er das ja sein, oder? Wenn nicht, warum nicht? Warum nimmt er sich aus der eigenen Analyse heraus?

      Und kann man dann nicht die Dekonstruktion des ganzen dekonstruieren? Also die ganzen dekonstruierten "images" (von denen Feministen immer reden) – sind die in ihrer Dekonstruktion nicht auch wieder zu dekonstruieren? Gewissermaßen die Tür hinter der Tür, denn wenn es keine Wirklichkeit gibt, wo endet dann die feministische Dekonstruktion? Bestimmen das die Feministen?

      Und: Warum gibt es erst jetzt den Feminismus (bzw. seit ein paar Jahrzehnten)? Das macht mich immer ein wenig hellhörig…
      Wenn es wenigstes etwas wäre, was mit der Evolution oder etwas organisch Gewachsenen argumentieren könnte – aber es ist so eine artifizielle Sache, und ich frage mich, ob es die Menschheit überhaupt noch gäbe, wenn es vor 6.000 Jahren schon Feministen gegeben hätte…

      Wären wir da nicht schon längst ausgestorben? Wer gegen die Natur arbeitet, macht es eben nicht so lang…

      Das sind keineswegs polemisch gemeinte Fragen. Ich erbitte mir darauf sachkundige Antworten.

      Vielen Dank.

        • Woher ich weiß, welche Erwartungen die Gesellschaft an mich hat?

          Weil ich das oft genug gesagt bekomme … man hat ja keine Wahl und MUSS das hören.

          An meinem Beispiel, dem Fazit des Ganzen lässt sich exemplarisch festmachen, dass es wohl kaum zuviel verlangt ist, dass Männer mal aufpassen, was sie uns Frauen so an den Kopf schleudern.

          Und es tut mir leid, dass ich mich länger als 5 Minuten mit meinem persönlichen Schicksal befasse. Wen interessiert schon die unbedeutende Frage, ob es einem in einer Gesellschaft erlaubt ist oder nicht, glücklich zu sein?

        • Woher ich weiß, welche Erwartungen die Gesellschaft an mich hat?

          Weil ich das oft genug gesagt bekomme … man hat ja keine Wahl und MUSS das hören.

          An meinem Beispiel, dem Fazit des Ganzen lässt sich exemplarisch festmachen, dass es wohl kaum zuviel verlangt ist, dass Männer mal aufpassen, was sie uns Frauen so an den Kopf schleudern.

          Und es tut mir leid, dass ich mich länger als 5 Minuten mit meinem persönlichen Schicksal befasse. Wen interessiert schon die unbedeutende Frage, ob es einem in einer Gesellschaft erlaubt ist oder nicht, glücklich zu sein?

        • ;-)))) Ach nö, Mädchen, lass mal…

          Jetzt ist das Mitreden schon an Lese-Voraussetzungen gebunden – wir sind doch nicht im Feminismus-Proseminar, und hier „Hausaufgaben“ vergeben zu wollen, finde ich etwas arrogant und herablassend. Außerdem machst Du es Dir damit leicht, denn dann musst Du nicht selber argumentieren…

          Und einsperren soll ich mich obendrein auch noch? Hm, hm, hm…

          Ich habe mir mal durchgelesen, was Du sonst noch so hier geschrieben hast…naja…..
          Die Hinweise auf Deine eigenen negativen Erfahrungen sind keine Argumente, sondern emotionale Erpressung. Das ist unredlich. Nur weil Frau X. ihren Hund misshandelt, kann ich doch nicht davon ableiten, dass alle Frauen Tierquälerinnen sind – auch wenn ihr Dackel das vielleicht so sieht, sich daraufhin dem „Caninismus“ verschreibt und im Park gegen alle weiblichen Hundehalterinnen hetzt…

          Dein Hinweis darauf, dass Frauen als Schlampen wahrgenommen würden, dass sie daran gehindert würden (etwa strukturell?), sich durch die Betten zu vögeln, wie sie wollen (Männer das aber könnten und dürften und dafür sogar noch Anerkennung fänden) ist ein Klischee, dass aus Talkshows der späten 1980er und frühen 1990er Jahren stammt (so wie Deine Lektüre). Falsch war es schon damals, heute ist es geradewegs irrsinnig, sowas noch zu glauben.

          Da Du ja nicht in der Lage bist, gestellte Fragen zu beantworten, scheint mir die Lektüre der vorgeschlagenen Feministen-Literatur nicht allzu viel zu bringen. Das Konzept scheint zu sein: „Ich will – Ihr müsst“. Das ist etwas dünn (und lohnt den Leseaufwand kaum) und auch ein ziemlich unvorteilhaftes Model für mich als Mann, da wirst Du mir ja zustimmen.

          Und am Ende wird man durch die intensive Beschäftigung mit solchen Theorien nur zu einem vorurteilsbehafteten Komplexhaufen wie Du? Nein Danke.

          Gegenvorschlag (der ist auch viel kostengünstiger und benötigt weitaus weniger Zeit als Deiner): Trink ein Glas Schnaps, dann atme mal tief durch und lies Dir ganz in Ruhe nochmal alles durch, was Du hier so geschrieben hast – und was andere geschrieben haben. Und den Artikel, um den es eigentlich ging. Und dann denk darüber nach. Ich meine, denke selber darüber nach (falls Du weißt, wie das geht) und nicht so, wie Deine Feministen-Gurus wollen, dass Du denkst.

          Vielleicht geht Dir ja ein Licht auf, würde mich sehr freuen. Es ist niemals zu spät, sich aus diesem Sumpf zu befreien, habe Mut und verzage nicht, gute Frau.

          Falls Du Dich hier weiter produzieren und Deine Literaturlisten anpreisen willst, wie ein Zeuge Jehovas den Wachtturm, dann nur zu. Mir ist meine Zeit für solche Kindereien allerdings zu schade. Da blättere ich lieber im Supermarkt-Prospekt, im Internationalen Geflügelmarkt oder gleich im Beate-Uhse-Katalog – das hat mehr Substanz und praktischen Nutzen, als eine Ideologie, über die man sich in einer normalen Welt bestenfalls kaputtlachen würde.

          Ich verabschiede mich mit den herzlichsten Grüßen und wünsche noch ein heiteres Leben.

          P.S. Mit dem Schnaps aber aufpassen! Nicht dass zum geistigen Delirium Feminismus noch ein weiteres hinzukommt.

          P.P.S. Du reagierst teilweise sehr aufbrausend und herablassend. Emotional befürchte ich hier arges, Du solltest erst einmal mit Dir selbst ins Reine kommen, bevor Du andere belehrst. Du bist vermutlich kein schlechter Mensch (sonst wärst Du nicht in der Kommentarspalte der Krautzone und sonst würde ich mir nicht so viel Zeit nehmen), aber ein wenig mehr Selbstreflektion könnte nicht schaden.

          • Mag ja sein, aber durch meine Erfahrungen bin ich auf diese narzistisch-entgrenzte Position evolviert und ich komme mit der Spaltung meines Selbst nicht zurecht, eine kontinuierlich sichere Präsenz (wieder mehr ich Selbst-Sein) bleibt mir durch äußere Zuschreibungen versagt. Der einzige Ausweg, den ich sehe ist, die Position des (kastrierten) Opfers radikal abzuweisen. Vll ist das die Herausforderung meines Lebens, die ultimative Charakterprüfung?

          • In meinem ganzen Leben habe ich Feminismus oder Gender noch nicht als Zwang oder Diktatur erlebt.

            Im Gegenteil: Die wundervollen Vorteile meines Lebens (das dennoch unerträglich weit weg ist vom Optimum) verdanke ich diesen beiden Strömungen. Ich weiß genau, worüber ich schreibe.

            Ich brauche aber auch nicht 90 Gender-Lehrstühle. Die Theorie ist ja, wobei die meisten da draußen keine Ahnung davon haben …

            Und ich als Feministin hetze weder gegen Kinder noch Hausfrauen noch Familie …

          • In meinem ganzen Leben habe ich Feminismus oder Gender noch nicht als Zwang oder Diktatur erlebt.

            Im Gegenteil: Die wundervollen Vorteile meines Lebens (das dennoch unerträglich weit weg ist vom Optimum) verdanke ich diesen beiden Strömungen. Ich weiß genau, worüber ich schreibe.

            Ich brauche aber auch nicht 90 Gender-Lehrstühle. Die Theorie ist ja, wobei die meisten da draußen keine Ahnung davon haben …

            Und ich als Feministin hetze weder gegen Kinder noch Hausfrauen noch Familie …

        • Huhu,

          Sie scheinen Probleme zu haben, Ihr Anliegen klar zu machen, auf Gegenargumente einzugehen, logische Schlussfolgerungen zu ziehen, Emphase zu zeigen und die anti-feministische Literatur zu kennen.

          Aber die Literatur-, Geistes- und Wissenschaftsgeschichte ist voll von Klassikern.

          Steht alles seit Jahrhunderten geschrieben, was los ist 🙂

          Schließen Sie sich 25 Jahre in eine Bibliothek ein, kommen Sie wieder raus und dann dürfen Sie mitmischen. Vorher leider nicht!

  9. Ich bin 1984 geboren.

    Ich wünschte, meine Eltern wäre damals dem Gender-"Wahn" verfallen und hätten mich nicht in eine weibliche Rolle gezwungen. Ich wünschte, sie hätten die Bildung gehabt, zu erkennen, dass Geschlecht (Gender) soziokulturell ist. Ich wünschte, vieles von dem, was mir gesagt wurde, wäre nie passiert.

    Ich habe es wirklich versucht, dem Bild des idealen Mädchens zu entsprechen. Bunte Body-Lotions sollte das Bild abrunden und endlich die Versöhnung mit dem eigenen Körper bringen, der sich weigerte, dem weiblichen Stereotyp zu entsprechen, es zu kopieren. Ich war niemals wirklich glücklich und heute, nachdem ich gelernt habe, Bilder als Imagines zu dekonstruieren, ist der Schaden da.

    Ich kann nur außerhalb meines Genders glücklich werden. Und ich bin gebildet genug, um mir nicht vorzumachen, dass Gewalt (verbale und körperliche) mein Gehin verändert. Und heute suche ich nach dem ultimativen Heilmittel, um das alles rückgänig zu machen, was aus Unwissenheit und Brutalität passiert ist und gesagt wurde.

  10. Ich bin 1984 geboren.

    Ich wünschte, meine Eltern wäre damals dem Gender-"Wahn" verfallen und hätten mich nicht in eine weibliche Rolle gezwungen. Ich wünschte, sie hätten die Bildung gehabt, zu erkennen, dass Geschlecht (Gender) soziokulturell ist. Ich wünschte, vieles von dem, was mir gesagt wurde, wäre nie passiert.

    Ich habe es wirklich versucht, dem Bild des idealen Mädchens zu entsprechen. Bunte Body-Lotions sollte das Bild abrunden und endlich die Versöhnung mit dem eigenen Körper bringen, der sich weigerte, dem weiblichen Stereotyp zu entsprechen, es zu kopieren. Ich war niemals wirklich glücklich und heute, nachdem ich gelernt habe, Bilder als Imagines zu dekonstruieren, ist der Schaden da.

    Ich kann nur außerhalb meines Genders glücklich werden. Und ich bin gebildet genug, um mir nicht vorzumachen, dass Gewalt (verbale und körperliche) mein Gehin verändert. Und heute suche ich nach dem ultimativen Heilmittel, um das alles rückgänig zu machen, was aus Unwissenheit und Brutalität passiert ist und gesagt wurde.

  11. Ich war auch mal ein Freund der Emanzipation. Aber die Überdosis hat bei mir inzwischen zu einer Gegenreaktion geführt und mich widert die ganze Sache inzwischen nur noch an.

    Ich glaube, so wie es jemand anderes in den Kommentaren geschrieben hat, diese Emanzipation ist inzwischen ein ganz rentables Geschäftsmodell geworden. Außerdem zahlen die Frauen, die jetzt arbeiten, statt sich um ihre Kinder zu kümmern, auch nochmal Steuern. Oft verdienen sie vermutlich genau soviel, um davon die Krippe und/oder das Kindermädchen zu bezahlen, d.h. sie gehen in die Arbeit um jemand anderen finanzieren zu können, der sich statt ihrer um die eigenen Kids kümmert.

    Früher hat man uns erzählt, wir bekämen zu viele Kinder, das sei schlecht für den Planeten. Jetzt heißt es, wir haben zu wenig Kinder, bräuchten deshalb Importe aus dem Ausland, damit der alten Frau, die zwar Karriere gemacht, aber keine Familie hat und deswegen im teuren Altersheim hockt, ein Fremder die Suppe in den Mund löffeln kann. Wie gesagt, mir ist das alles inzwischen scheißegal, man redet da sowieso gegen Betonwände.

    Weil westliche Frauen heute lieber Karriere machen als Kinder zu bekommen, besorgt letzteres halt Mohammed. Und wenn dann in zehn oder zwanzig Jahren die Muslime das Sagen haben, dann ist sowieso Schluss mit Feminismus – dann heißt es für Frauen, sich wieder hinten anstellen. Ist mir aber auch egal, nur dann, liebe Frauen, bitte nicht beschweren, wenn die Emanzipation futsch ist. Frau kann eben nicht alles haben. Ich möchte allerdings nicht den schwarzen Peter allein den Frauen zuschieben. Die Männer haben an der ganzen Misere genau so viel verbockt. Ob das noch umzukehren ist, weiß ich nicht, male mir da aber eher wenig Hoffnung aus. Deshalb auch meine Desillusion.

    Daniel

    • Hallo Daniel,

      schade, dass wir dich verloren haben. Lies mal die unten aufgelisteten Publikationen. Da geht es echt um den Kern der Dinge und nicht um Divers und Linguistik.

      Eine Gesellschaft ist nur gesund durch gesunde Frauen. Ihr Männer profitiert also auch vom Feminismus.

      Ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich kann ja nicht unglücklich sein, damit ihr euer perfektes Frauenbild behalten könnt. Ich kann ja nicht mein Leben lang unglücklich sein, damit ich euren Erwartungen entspreche …

      • Schön, wenn Du mit dem Feminismus glücklich bist. Aber ich finde es etwas merkwürdig hier von "eurem perfektem Frauenbild" und "euren Erwartungen" zu sprechen – das sind doch Unterstellungen. Woher willst Du wissen was ich oder Heinz-Rüdiger von Nebenan für ein Frauenbild haben? Ganz zu schweigen von dem Frauenbild, das verschiedene Frauen haben. Und wir? Müssen wir im Umkehrschluss dann mit Deinem Frauenbild und Deinem Männerbild leben, Deinen Erwartungen gerecht werden? Ich glaube, Du stellst Dich hier zu sehr in den Mittelpunkt, den meisten Menschen dürfte es doch ziemlich egal sein, was machst und wie Du lebst (solange Du sie auch in Ruhe lässt).
        Aber wo ich Dir recht gebe ist, dass eine Gesellschaft gesunde Frauen braucht. Und: Gesunde Männer (denn davon profitieren auch die Frauen). Der Feminismus scheint mir hier aber – von Individuen, die er glücklich macht – insgesamt die völlig falsche Antwort zu sein. Immerhin erkennst Du noch "Frauen" und "Männer" an, d.h. unterscheidest da zwischen den Geschlechtern, das freut mich (Willkommen in der Wirklichkeit 😉
        Ich wünsche Dir nichts böses und hoffe, Du wirst mit Deinem Feminismus glücklich.
        Schönen Samstag noch!

        • Woher ich weiß, welche Erwartungen die Gesellschaft an mich hat?

          Weil ich das oft genug gesagt bekomme … man hat ja keine Wahl und MUSS das hören.

          An meinem Beispiel, dem Fazit des Ganzen lässt sich exemplarisch festmachen, dass es wohl kaum zuviel verlangt ist, dass Männer mal aufpassen, was sie uns Frauen so an den Kopf schleudern.

          Und es tut mir leid, dass ich mich länger als 5 Minuten mit meinem persönlichen Schicksal befasse. Wen interessiert schon die unbedeutende Frage, ob es einem in einer Gesellschaft erlaubt ist oder nicht, glücklich zu sein?

          • Du kannst Dich mit Deinem Schicksal so lange befassen, wie Du möchtest – niemand wird Dir das in Abrede stellen. Nur möchtest Du ja, dass sich die Gesellschaft (!), dessen Teil Du ja selber auch bist, ebenfalls mit Dir beschäftigt.

            Du tust ja so, als ob Männer grundsätzlich Frauen Dinge an den Kopf schleudern, die Dir nicht gefallen. Mag ja sein, dass Du ein tragisches Erlebnis hattest, aber Du verallgemeinerst hier Deine persönlichen (schlechten) Erfahrungen.

            Eine Wahl hast Du immer, sorry. Bis zu einem gewissen Grad bist Du dem natürlich ausgesetzt, aber hey – das sind war doch alle. Ich muss mir doch auch den ganzen Tag dieses Feministen-Geschrei anhören, verstehst Du? Mir gefällt das nicht, aber ich muss damit leben und ich vermeide es halt so gut es geht. Wenn Dich Männer nerven, dann gib Dich mit denen nicht mehr ab. Aber Du kannst doch nicht erwarten, dass sich die ganze Welt nach Dir richtet, so spricht wie Du es möchtest, weil Du mal schlechte Erfahrungen gemacht hast oder es Dich kränkt, wenn Mann dies oder jenes sagt.

            Und an Deinem Beispiel lässt sich eben nicht exemplarisch (so, wie Du es schreibst) gar nichts fest machen – außer eben Dein ganz Persönliches Anliegen.

            Vielleicht solltest Du mal – aber das ist jetzt nur ein vorsichtiger Rat – an Dir selber arbeiten (also nicht mehr auf alles so hyper-empfindlich reagieren) anstatt die Gesellschaft oder die Männer in Summe für alles, was in Deinem Leben schief gelaufen ist, verantwortlich zu machen.

            Frage: Warum ist Dein Glück wichtiger als das Glück anderer? Was ich damit sagen will: Es ist Dir durchaus erlaubt glücklich zu sein – ich wüsste nicht, wer da etwas dagegen hat. Aber Du kannst Dir Dein Glück nicht auf Kosten anderer erzwingen, sorry, da haben die halt auch was mitzureden.

            Ich habe den Eindruck (kann mich natürlich irren), dass Du arge Enttäuschungen erlebt hast und jetzt mit dem Feminismus ein System gefunden hast, das Dir irgendwie hilft. Schön. Sei Dir gegönnt. Aber dann freu Dich doch über all die schönen Antworten, die Dir der Feminismus gibt, auf Deine neu entdeckte Weiblichkeit oder was auch immer. Nur darfst Du halt nicht erwarten, dass alle anderen das auch so sehen. Menschen sind eben verschieden…Du würdest es doch auch nicht gerne haben, wenn ein Muslim (der völlig überzeugt von seiner Religion ist, darin die einzige Wahrheit sieht und dem der Glaube über sehr schwere Zeiten geholfen hat) Dir jetzt vorschreiben will, wie Du zu sein hast – evtl. mit genau den gleichen "Argumenten", die Du verwendest (das böse Bild, das westliche Frauen von Muslimen haben, ich darf Doch wohl meinen Glauben ausleben, oder ist es zu viel verlangt in einer Gesellschaft glücklich zu sein etc.).

          • Was für Feministinnen-Geschrei? Die kommen ja wohl kaum an deine Tür …

            Und was werfen wir Frauen euch Männern an den Kopf? Ich fühle mich jedenfalls nicht in der Position, herumzurennen, und jemanden permanent "Ober-Stecher" zu nennen. Oder Schwanz auf zwei Beinen oder so. Nee, das dürft nur ihr was, weil man das so gewohnt ist. Man kann Frauen nach Belieben beleidigen, ist ja nur eine Schlampe, Hure, Nutte, was auch immer … egal, was?

            Mir wurde immer eingetrichert, mein Wert falle proportional zur Anzahl der Männer, mit denen ich im Bett war. Heute bereue ich es, nicht viel mehr Spaß gehabt zu haben.

          • Du hast echt ein Problem und lebst in einer Phantasiewelt.

            Bisher kam kein einziges Argument von Dir und Du hast keine einzige der hier gestellten Fragen beantworten (können) – nur Gemecker, Gejammer und Selbstmitleid.

            Ich fass also zusammen: Männer sind schuld an Deinem Leid, deshalb sollen wir uns jetzt alle nach Deinen Vorstellungen richten.

            Sorry, ich bin raus (so wie die Autorin des Beitrages es gesagt hat). Mit Deiner Einstellung tust Du dem Feminismus sicher keinen Gefallen. Du brauchst vielleicht eher ärztliche Hilfe?

            Egal, Ich wünsche Dir noch ein schönes Leben und werde glücklich – aber bitte verschone mich mit Deinem Feminismus.

          • @sexy Skeletor: Ttss möchte mit Respekt behandelt werden und in Freiheit leben. Das ist verständlich. Unverständlich ist, dass sie dafür den Feminismus benötigt…

            @ttss: Du beschwerst Dich die ganze Zeit, dass Dich Männer pauschal als Frau behandeln und in dir nicht das Individuum sehen. Dann tust Du exakt das, was Du anprangerst – Du redest ständig von „den“ Männern, als ob das eine völlig homogene Masse wäre.

            Genauso könntest Du der Natur oder Gott die Schuld geben, dass Du eine Frau bist.
            So sehr, wie Du dein eigens Glück in den Vordergrund stellst und frei leben möchtest solltest Du evtl. zum Anarchismus oder Libertarismus wechseln?
            Oder vielleicht gleich auf Satanismus umsatteln?
            Aber wie Dir da so eine kollektive Ideologie wie der Feminismus helfen soll, verstehe ich ehrlich gesagt nicht so recht…

            Also ich wurde noch nie als Hure oder Schlampe von Männern bezeichnet. Vielleicht solltest Du einfach da wegziehen wo Du wohnst? Ich kenne auch keine Frau, der das so permanent, wie Du das hier schilderst, widerfahren würde. Komisch, dass das immer nur Feministinnen zu passieren scheint….?! Woran könnte das liegen?

            Aber vielleicht bist Du ja einfach nur ein Troll, der hier etwas mit Allgemeinplätzen wie dem Mythos, Männer sähen Frauen permanent nur als Schlampen an, Unruhe stiften will…

            Das Problem scheint wirklich eher bei Dir zu liegen.

          • Mag ja sein, aber durch meine Erfahrungen bin ich auf diese narzistisch-entgrenzte Position evolviert und ich komme mit der Spaltung meines Selbst nicht zurecht, eine kontinuierlich sichere Präsenz (wieder mehr ich Selbst-Sein) bleibt mir durch äußere Zuschreibungen versagt. Der einzige Ausweg, den ich sehe ist, die Position des (kastrierten) Opfers radikal abzuweisen. Vll ist das die Herausforderung meines Lebens, die ultimative Charakterprüfung?

          • Mag ja sein, aber durch meine Erfahrungen bin ich auf diese narzistisch-entgrenzte Position evolviert und ich komme mit der Spaltung meines Selbst nicht zurecht, eine kontinuierlich sichere Präsenz (wieder mehr ich Selbst-Sein) bleibt mir durch äußere Zuschreibungen versagt. Der einzige Ausweg, den ich sehe ist, die Position des (kastrierten) Opfers radikal abzuweisen. Vll ist das die Herausforderung meines Lebens, die ultimative Charakterprüfung?

          • P.S. Ich weiß zwar nicht, wo Du lebst (in Riad oder Indien?), aber hier in Deutschland müssen eher die Frauen mal aufpassen, was sie uns Männer so an den Kopf schleudern…

          • Tolle Bücher, um sich in modernen Feminismus einzulesen:

            Elisabeth Bronfen: Nur über ihre Leiche

            Elisabeth Bronfen: Das verknotete Subjekt: Hysterie in der Moderne

            Alles von Laurie Penny

            Sie hat Bock von Katja Lewina

            Scham von Ines Bayard

            Wenn alles so toll ist, alles supi an der Gleichberechtigungs-Front, wieso treffen einen diese Bücher dann wie ein Schwerthieb?

          • Tolle Bücher, um sich in modernen Feminismus einzulesen:

            Elisabeth Bronfen: Nur über ihre Leiche

            Elisabeth Bronfen: Das verknotete Subjekt: Hysterie in der Moderne

            Alles von Laurie Penny

            Sie hat Bock von Katja Lewina

            Scham von Ines Bayard

            Wenn alles so toll ist, alles supi an der Gleichberechtigungs-Front, wieso treffen einen diese Bücher dann wie ein Schwerthieb?

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.