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Keine Ruhe in Bergkarabach

16. Oktober 2020
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Der Krieg in und um die Region Bergkarabach dauert eine weitere Woche an. Während die EU tatenlos zusieht, hat sich Russland als Vermittler zwischen Aserbaidschan und Armenien positioniert. Der beschlossenen Waffenruhe ist allerdings nicht zu trauen.

Zwei Ereignisse beherrschten die hiesige Berichterstattung rund um den Krieg im Südkaukasus. Da ist zunächst die von Russland ausgehandelte Waffenruhe, die zeigt, wer in der Region formell das sagen hat. Und das ist nicht die EU. Dass die Waffenruhe schließlich nicht hält und erst dann wieder ernsthaft erwogen wird, wenn die eine oder andere Seite mit dem Rücken zur Wand steht – geschenkt. Dieser Krieg schwelt seit Jahrzehnten. Die Gesellschaften beider Länder haben kein Interesse an einem Ausgleich, aber sie erwarten, dass sich ihre Opfer bezahlt machen. Ein fatale Dynamik.

Und dann wäre die Sympathiebekundung für die aserbaidschanische Sache von Seiten des ehemaligen deutschen Nationalspielers Mesut Özil. Als enger Anhänger Erdogans und – man wird soweit gehen dürfen – Islamist, hat Özil bereits in der Vergangenheit gezeigt, wo seine Loyalität liegt. Wir erinnern uns noch lebhaft an Löws Weigerung, den Krawallmacher aus seiner Elf zu entfernen und an Steinmeiers gutmütige Standpauke. Peinlich und ekelerregend, aber auch bezeichnend: Ein Land, ein Staat, eine Mannschaft, die in ihrer Rolle als Wirt aufgehen, sich darin gefallen ausgenutzt und besudelt zu werden. Eigentlich kann man Özil nur dankbar sein für diese Entlarvung. Seine aktuellen Äußerungen sind daher nur konsequent.

Zurück in die Krisenregion. Hier geht der Konflikt unvermindert weiter. Beide Seiten hatten ja auch mehr als zwanzig Jahre Zeit, sich auf ihn vorzubereiten. Und während dort die Schüsse fallen, wird dieser Konflikt auch hierzulande die Leute in das eine oder andere Lager treiben.

Friedrich Fechter

Nachdem sich Fechter von den beiden Chefs die Leitung der Netzredaktion hat aufquatschen lassen, musste er mit Enttäuschung feststellen, dass die Zeiten von Olymp-Schreibmaschinen und reizenden Vorzimmerdamen vorbei sind. Eine Schreibmaschine hat er sich vom hart erarbeiteten Gehalt trotzdem gekauft. Und einen antiken Schreibtisch. Auf irgendwas muss man im Hausbüro schließlich einprügeln können, wenn die faulen Kolumnisten wieder ihre Abgabefristen versemmeln…

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