Abseits aller gesundheitspolitischen Grabenkรคmpfe, melden sich nun erste Mainstreamรถkonomen zu Wort, dass die finanzielle Abfederung der Krise durch den Staat keine Lรถsung ist. โDie Bundesregierung habe im November und Dezember sehr groรzรผgig geholfenโ, sagte Marcel Fratzscher, Prรคsident des DIW in Berlin, der Sรผddeutschen Zeitung. Ab 1. November erhielten betroffenen Unternehmer bei Umsatzausfรคllen staatliche Entschรคdigungssummen von bis zu 75 Prozent des Vorjahresumsatzes.
Die weiterhin verlรคngerte Kurzarbeit der Angestellten liegt bei 60 Prozent des Nettolohnes und soll laut Olaf Scholz bis zum 31. Dezember 2021 gezahlt werden. Mit Ausnahme einer Handvoll Selbststรคndiger leiden die wenigsten Deutschen aktuell wirklich unter den Corona-Maรnahmen, was die Grundlage fรผr die breite Akzeptanz der massiven Einschrรคnkungen durch die Regierung ist.
Die aktuellen Wirtschaftszahlen sind aufgrund der abgefederten Staatszahlungen massiv verfรคlscht. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal um 8,5 Prozent, im Frรผhjahr war das BIP aufgrund des ersten Lockdowns bereits um 9,8 Prozent eingebrochen. Deutschland liegt zwischen April und Oktober gerade einmal bei einem Minus von 1,4 Prozent.
Damit hat der Staat es geschafft, die Wogen zu glรคtten und die Wirtschaftsleistung beinahe konstant zu halten. Doch die Zahlen trรผgen: Die Zeche fรผr diese explodierenden Staatsausgaben, werden in den nรคchsten Jahren gezahlt werden. Ein Blick auf die Staatsquote, also das Verhรคltnis zwischen staatlichen Geldern, und dem Geld, das durch die Wirtschaft flieรt, lรคsst Erschreckendes erahnen: Wรคhrend 2019 noch 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukt durch die Hรคnde des Staates flossen, sehen die aktuellen Prognosen fรผr 2020 die Staatsquote bei 54,2 Prozent.
Damit verschiebt sich das Verhรคltnis um ganze zehn Prozent โzu Gunstenโ des Staates und zu Lasten der freien Wirtschaft. Das Marktvolumen ist massiv zurรผckgegangen, die Staatszahlungen sind massiv angestiegen. Spรผrbar sind solche Verschiebungen erstmal nicht. Ein politisches System mit einer stabilen und effizienten Restwirtschaft kann durchaus eine hรถhere Staatsquote vertragen. Zumindest kurzfristig. Klar sein muss aber: Wir galoppieren in den nรคchsten Sozialismus โ oder sind schon mittendrin, ohne es gemerkt zu haben. Altbundeskanzler Helmut Kohl ist das prรคgnante Zitat zuzuschreiben: โBei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismusโ.
