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Facebook vor der Zerschlagung

11. Dezember 2020
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Mittlerweile ist Facebook fรผr viele Nutzer nichts weiter als ein Datenfriedhof. Hier liegen sie herum, die peinlichen Bilder, die alten Storyeintrรคge, die dummen Kommentare. Was damals angesagt war, weil die Anwendung doch so leicht und die Reichweite so hoch war, ist heute sperrig, unhandlich und unรผbersichtlich. In Europa und den USA stagnieren die Nutzerzahlen, der Techgigant profitiert aber noch von Zuwรคchsen in Indien und Asien.

Vor zehn Jahren war der blaue Gigant aus dem Silicon Valley DIE Social-Media-Plattform. Jeder, wirklich jeder hatte dort sein Profil. Es ging gar nicht ohne. Wer auf der nรคchsten Party oder in der Uni-Lerngruppe dabei sein wollte, musste sich von den Tentakeln der Datenkrake befummeln lassen. 2012 kaufte Facebook Instagram, 2014 griff es nach Whatsapp. Ein Siegeszug, der seinesgleichen suchte. Aber 2021 kรถnnte die Show vorbei sein.

Die US-Regierung und mehr als 40 Bundesstaaten wollen Facebook wegen unfairen Wettbewerbs verklagen. Hinter der Klage stehen sowohl demokratische als auch republikanische Politiker und ihre Aussichten auf Erfolg sind nicht schlecht. Kartellzerschlagungen haben in Amerika eine lange Geschichte.

Fรผr Marktliberale ist dieser Fall besonders interessant, zeigt er doch die Ambivalenz zwischen staatlichen Eingriffen und der Sicherstellung von fairen Wettbewerbsbedingungen auf. Facebook, dessen Dienste weltweit von rund drei Milliarden Nutzern beansprucht werden, lรคsst sich bereitwillig fรผr politische Agenden einspannen. Wer nicht spurt, dem wird die Reichweite beschrรคnkt oder der wird gleich gelรถscht. Alternativen gibt es kaum. Zu klein, zu schlecht oder – demnรคchst von Facebook aufgekauft.

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