In Deutschlands Medien der selbsternannten โdemokratischen Mitte“ lรคuten die Alarmglocken Sturm: Allen Aufklรคrungskampagnen zum Trotz scheint der Siegeszug der AfD unaufhaltsam zu sein, die Bรผrger lassen sich einfach nicht beirren und votieren in immer grรถรerer Zahl fรผr ihr angeblich eigenes Unglรผck. Ob รถffentlich-rechtliche Sender, ob private Gazetten oder Magazine โ je nรคher der durch das plรถtzliche Ampel-Aus verursachte Wahltermin rรผckt, desto hektischer scheint es in den Redaktionen zuzugehen.
In ihrer vierseitigen Beilage โBuch Zwei“, die zu jeder Wochenendausgabe erscheint, nahm sich die โSรผddeutsche Zeitung“ am 7./.8. Dezember ein weiteres Mal die verhรคngnisvolle Partei vor. โAnzรผnden!“ โ unter dieser รberschrift zรคhlte das Blatt die Gefahrenquellen auf: โDie AfD ist radikaler geworden. Hemmungsloser. Mรคchtiger. Umfragen zur Bundestagswahl sehen die Partei im Moment auf Platz zwei. Ist die Demokratie in Gefahr? Und schlafen die Demokraten?“ Doch noch etwas treibt nicht nur die SZ um. Das linksliberale Leitmedium zitiert Thรผringens Innenminister Georg Maier (SPD) mit der Warnung, Politik und Gesellschaft unterschรคtzten noch immer die Wirkung von Desinformation aus Ruรland, China oder auch Weiรruรland zum Vorteil von AfD und BSW:
โDa tun sich Autokratien zusammen. Das ist eine Riesengefahr fรผr die Demokratie.“
Ja, die Panik nimmt geradezu absurde Zรผge an: โHat der Dritte Weltkrieg schon begonnen?“, fragte die SZ sich und ihre Leser am 7. Dezember. In Europa, so das Blatt, rรคtsle man, ob der Ukraine-Krieg nicht lรคngst zu etwas Furchterregendem eskaliert sei, und kam zu dem Schluร: โVielleicht nicht der Dritte Weltkrieg, doch so etwas wie ein dritter Weltkrieg“. Drei Tage zuvor hatte die SZ unter der Rubrik โIm Kriegsfall“ die alarmierende Frage gestellt: โWie gut sind deutsche Krankenhรคuser darauf vorbereitet? Nicht besonders gut, warnen Experten. Sollte es zum Nato-Bรผndnisfall kommen, wรผrden Tausende Verletzte die Kliniken รผberlasten.“ Dann zรคhlte das Blatt auf, was jetzt fรผr den Ernstfall zu tun sei.
Schon seit Monaten warnen Innenministerin Nancy Faeser, Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und EU-Kommission vor Spionage, Desinformation und Cyberangriffen auslรคndischer Mรคchte. โVor allem Ruรland, China und der Iran setzen ihre Geheimdienste umfassend gegen Deutschland ein“, erklรคrte Faeser im Juni. Hinzu kรคmen Versuche, durch Propaganda und Lรผgen Einfluร auf demokratische Staaten zu nehmen, sich in Wahlen einzumischen sowie Wut und Haร zu sรคen. โWir leben in einer neuen รra der feindlichen Beeinflussung“, konstatiert Vera Jourova, fรผr Transparenz, Werte und den Schutz der Demokratie zustรคndige EU-Kommissarin.
Auch von Sabotage wissen die Medien zu berichten. Als am Grund der Ostsee Datenkabel beschรคdigt wurden, waren sie sofort mit Schuldzuweisungen zur Stelle. Es habe sich um das chinesische Frachtschiff „Yi Peng 3″ gehandelt, das seinen Anker stundenlang in zerstรถrerischer Absicht hinter sich hergezogen habe โ ein bis heute unbewiesener Vorwurf. Als Anfang Dezember gemeldet wurde, zwischen Schweden und Finnland sei ein Kommunikationskabel gleich an zwei Stellen gebrochen, war erneut von mรถglicher Sabotage die Rede. Doch wenig spรคter kam aus Finnland die Nachricht, es gebe keinen Grund zur Annahme, hier liege ein Verbrechen vor. In Wahrheit hรคtten Bagger bei Aushub-Arbeiten aus Versehen das Kabel beschรคdigt. Es hรคtte aber auch anders sein kรถnnen, beharrte die SZ. โPutins Gift“, die von ihm eingesetzte hybride Kriegsfรผhrung, wirke selbst dort, wo in Wahrheit alles friedlich sei.
Ruรlands Staatschef, in hiesigen Medien als Verbrecher und blutiger Diktator dรคmonisiert, wird besonders fรผr die Gefรคhrdung Deutschlands durch angebliche Desinformationskampagnen verantwortlich gemacht. Zu diesem Zweck bediene sich der Kreml neben Cyberattacken auch Hackeraktionen und KI-gestรผtzter Fake-Videos. Die AfD stellte deshalb im Bundestag eine Kleine Anfrage zum โVorgehen der Bundesregierung gegen Desinformation in den sozialen Netzwerken“. Dankenswerterweise verรถffentlichte die โJunge Freiheit“ (Nr. 50/24 vom 6. Dezember) die ihr vorliegenden Antworten. Ergebnis: Die inzwischen geplatzte Ampel-Koalition konnte keine staatlichen Akteure konkret benennen, denn โauslรคndische Desinformationskampagnen lassen sich in der Regel nicht trennscharf voneinander unterscheiden und konkreten Urhebern, Zeitrรคumen, Zielgruppen usw. zuordnen“. Auch, so heiรt es in der Antwort, wurde bisher niemand verfolgt. Fรผr Martin Erwin Renner, medienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erhรคrtet sich daher der Verdacht, โdaร hier nur ein Vorwand gesucht wird, um immer weiterreichende Zensurmaรnahmen im Netz zu rechtfertigen“.
Hier soll auรerdem der Eindruck erweckt werden, die westlichen Staaten, in erster Linie ihre Geheimdienste, seien unschuldige Lรคmmer und beteiligten sich nicht am geopolitischen Ringen. Vergessen sind die Nato-Bomben, die 1999 auf Jugoslawien fielen, vergessen ist die Lรผge, mit der der Irak รผberfallen wurde, vergessen der Angriffskrieg gegen Afghanistan, um dort die โwestlichen Werte“ zu implantieren…


Im Grunde muร man zum Verstรคndnis nur eines wissen: Ist der Dauerausnahmezustand erfolgreich installiert durchregiert es sich ganz ungeniert.