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AfD-Parteitag in Riesa

15. Januar 2025
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Normalerweise ist Riesa eine recht verschlafene sรคchsische Mittelstadt, gelegen an der Bahnstrecke Leipzig-Dresden, am linken Ufer der Elbe. Wie so viele kleinere Stรคdte im Osten hat der Ort mit Nachwende-Strukturwandel, รœberalterung und Bevรถlkerungsrรผckgang zu kรคmpfen, so dass es hier normalerweise schรถn ruhig ist. Da kam mit dem AfD-Bundesparteitag, wie er am vergangenen Wochenende bereits zum dritten Mal in Riesa stattfand, mal ordentlich Stimmung in die Stadt. Angesichts der sich immer weiter aufheizenden Lage in der Bundesrepublik Deutschland war dieser Parteitag von einem groรŸangelegten Gegenprotest seitens linker und linksradikaler Krรคfte begleitet. Gewerkschaften, linke Parteien von den Grรผnen bis hin zur MLPD sowie die Antifa mobilisierten laut Polizeiangaben um die 10.000 Menschen, um ihrem Protest gegen die AfD Ausdruck zu verleihen.

Wie zu erwarten war, entwickelte sich die linke Protestaktion zu einem tragikomischen Schauspiel, zu einer amรผsanten Farce des spรคtbundesrepublikanischen Polittheaters. Wir haben also den Bundesparteitag der grรถรŸten oppositionellen Partei in diesem Land, der von Linksradikalen gestรถrt und von Polizisten geschรผtzt werden soll. Da es nach geltenden Gesetzen ein demokratisches Grundrecht ist, dass dieser Parteitag stattfinden darf, soll die Polizei dafรผr sorgen, dass alle Delegierten der AfD sicher und stรถrungsfrei am Versammlungsort ankommen und dass die Veranstaltung ohne Behinderung durchgefรผhrt werden kann.

So die Theorie, so eigentlich auch die Praxis, nรคhme man die Theorie denn heute noch ernst โ€“ doch wir alle wissen, dass dem nicht so ist. So taten die Linken alles in ihrer Macht Stehende, um den Parteitag zu verhindern oder zumindest zu verzรถgern โ€“ bevorzugte Methode dafรผr: StraรŸenblockaden. Natรผrlich auch auf die absurdesten Arten und Weisen, die schรถnsten Momente davon wurden ironischerweise von einem Team des โ€žSpiegelโ€œ aufgenommen und verรถffentlicht.

So hรคngte sich ein Mann mithilfe von Seilen und eines Tripods circa zwei bis zweieinhalb Meter รผber dem Boden einer ZufahrtsstraรŸe auf โ€“ die Polizei, anfangs zรถgerlich, durfte ihn dann hinunterschneiden, was vom hysterischen Geschrei einer Genossin kommentiert wurde: Sie warf den Beamten vor, dass sie den Mann in Lebensgefahr brรคchten; natรผrlich war das Leben des Linken nie gefรคhrdet, was selbst Spiegel TV zu einem bissigen Kommentar verfรผhrte.

โ€žZรถgerlichโ€œ โ€“ das beschreibt das Verhalten der Polizei tatsรคchlich am besten. Es ist ja schlieรŸlich nicht so, als wรคren die Absichten der Linken vollkommen unbekannt und ihre Aktionen รผberraschend gewesen. Sie haben das alles groรŸ angekรผndigt, ergo hรคtten die Einsatzkrรคfte vorbereitet gewesen sein kรถnnen. Vielleicht waren sie es sogar, dies vollstรคndig zum Ausdruck gebracht und durchgegriffen haben sie jedoch nie. Statt alles Mรถgliche zu unternehmen, um der AfD und ihren Mitgliedern ihre ach so heiligen Grundrechte zu gewรคhren, schauten die Polizisten teilweise teilnahmslos zu, wie die Linken die StraรŸe blockierten.

An anderer Stelle wiederum konnten die Beamten auch austeilen โ€“ so stand selbst das Team von Spiegel TV oder prominentere Figuren der linken Szene, wie der Linken-Politiker Nam Duy Nguyen, im Fokus polizeilicher GegenmaรŸnahmen. So zeigte sich die Polizei mal wieder in ihrer merkwรผrdigen Zwischenposition: Sie geht zwar gegen linke Gegenprotestler vor, so dass sie deren Hass auf sich zieht, gleichzeitig jedoch nicht mit den notwendigen MaรŸnahmen, die einen reibungslosen Ablauf der rechten Veranstaltung mรถglich machen wรผrden.

Und so kommen wir zum eigentlichen Punkt: Es wirkt so, als wรคre das alles so gewollt. Es soll wenigstens ansatzweise so getan werden, als wolle man der AfD ihre Rechte gewรคhren, gleichzeitig hat man die Linken an mancher Stelle walten lassen, so dass sich die Staatsgewalt nie selbst die Hรคnde schmutzig machen musste. Dass man dabei den Unmut irgendwelcher linksradikalen Spinner auf sich zieht, wird in Kauf genommen โ€“ nicht, dass diese Leute letzten Endes groรŸ etwas zu melden hรคtten.

Es zeigt, was endlich in den Kopf des letzten deutschen Rechten eindringen muss: Die Polizei ist nicht dein Freund und Helfer. Mag sein, dass es anders ausschaut, wenn sie den ein oder anderen Linksextremen etwas hรคrter angeht, aber dafรผr verdient sie keinen Applaus. Denn sobald sie den Befehl bekommt, deine Wohnung zu durchsuchen, steht sie ohne zu zรถgern auch vor deiner Tรผr โ€“ und zwar nicht, um bei Kaffee und Kuchen ein Plรคuschchen zu halten.

1 Comment Schreibe einen Kommentar

  1. So wie sich Aktivismus gegen die AFD radikalisiert, an Kraft gewinnt, zusammen mit einem unwilligen und รผberforderten Sicherheitsapparat, stellt sich fรผr mich die Frage: wie lange kann die AFD รผberhaupt noch solche Veranstaltungen abhalten?

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