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551 Fragen, deren Antworten wir eigentlich kennen

28. Februar 2025
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Noch wรคhrend sie Sondierungsgesprรคche mit der SPD fรผhrt, hat die Union eine Kleine Anfrage bezรผglich der Finanzierung zahlreicher linksextremer Regierungsorganisationen gestellt. 551 Fragen umfasst das Dokument, das nicht nur von der SPD, sondern auch von den anderen offen linksextremistischen Parteien als Affront aufgefasst wird. Doch die hyperventilierte Empรถrung der Parteipolitiker, Organisationsfunktionรคre und Journalisten ist genauso inszeniert wie die Anfrage selbst.

So hat die โ€žJunge Freiheitโ€œ bereits auf den merkwรผrdigen Umstand hingewiesen, dass der VorstoรŸ gegen das weitverzweigte Netz der Linksextremen mit den deutschlandweiten Protesten gegen die CDU begrรผndet wurde. Konkret heiรŸt es in der Einleitung der Anfrage:

โ€žDie Frage nach der politischen Neutralitรคt staatlich gefรถrderter Organisationen sorgt aktuell zunehmend fรผr Debatten. Hintergrund sind Proteste gegen die CDU Deutschlands, die teils von gemeinnรผtzigen Vereinen oder staatlich finanzierten Organisationen organisiert oder unterstรผtzt wurden. Dies wirft die Frage auf, inwiefern sich gemeinnรผtzige Vereine, die zusรคtzlich noch mit Steuergeldern gefรถrdert werden, parteipolitisch betรคtigen dรผrfen, ohne ihren Gemeinnรผtzigkeitsstatus zu gefรคhrden.โ€œ

Damit mache sich die Union, so die โ€žJFโ€œ, angreifbar, da die Anfrage so lediglich wie eine Art Rache wirke. Manche der 551 Fragen scheinen darรผber hinaus eine Art Alibicharakter zu haben, etwa dort, wo eine Verflechtung zwischen linken und rechten Organisationen suggeriert wird. Dazu die โ€žJFโ€œ:

โ€žBei der Recherche zum linksextremen Campact wirkt die Frage, ob es bei diesem Netzwerk Kooperationen mit parteinahen Stiftungen wie der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Heinrich-Bรถll-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Desiderius-Erasmus-Stiftung gebe, etwas lรคcherlich. Letztere, die DES, ist die parteinahe Stiftung der AfD, die anders als die der anderen Parteien von staatlicher Finanzierung ausgeschlossen ist. Aufgrund ihrer komplett unterschiedlichen Ausrichtungen werden wohl weder Campact noch die DES irgendeine Zusammenarbeit in Erwรคgung ziehen.โ€œ

Aus den Reihen der AfD erhebt sich ebenfalls Kritik, wenn auch zaghafte. Die Rechtspartei zweifelt an der Glaubwรผrdigkeit des Union-VorstoรŸes und vermutet, dass der VorstoรŸ versanden wird.

Wie naheliegend diese Vermutung ist, zeigt sich mit Blick auf die mittlerweile unzรคhligen Aktionen der Union, bei denen mit Blick auf die langfristig schwindende Wรคhlerbasis das regelmรครŸige Setzen โ€žrechter Signaleโ€œ รผber die Tatsache hinwegtรคuschen soll, dass man sich nicht nur zum eifrigen Erfรผllungsgehilfen des Sozialdemokratismus gemacht hat, sondern zu dessen Speerspitze zรคhlt.

Der deutsche Durchschnittswรคhler mag ein schwaches Gedรคchtnis haben, aber das รคndert ja nichts daran, dass nicht nur sรคmtliche groรŸen, fatalen Linksschwenke, unter denen unser Land heute zu leiden hat (Einfรผhrung des Euro, Souverรคnitรคtsabtretung an die EU, Massenmigration, Abschaltung der Kernkraft, Zersetzung der Wehrkraft, Ausbau der Repressionen gegen rechte Oppositionelle), von der CDU/CSU vorgenommen wurden. Auch nรผtzt ihr das schier unรผberschaubare Geflecht aus linksextremen Organisationen, Verbรคnden, Verlagen, Gewerkschaften und Einzelakteuren, solange sich diese als Multiplikatoren gegen die aufstrebende Konkurrenz von rechts einsetzen lassen.

Eine rechte Partei tรคte also gut daran, die Kleine Anfrage als das zu benennen, was sie eigentlich ist: eine Tรคuschung, bemรคntelt als Machtdemonstration.

1 Comment Schreibe einen Kommentar

  1. Natรผrlich ist es hรถchstwahrscheinlich eher durchgeplant und vielleicht ein Teil der Koalitionsverhandlungen, weil man so ja quasi das Mosaik von Grรผn und Links als Geisel nimmt.

    Dennoch kann ich nicht umhin, dies als nรผtzlich fรผr uns anzusehen und ich glaube auch nicht, dass die Empรถrung auf grรผn-linker Seite gut durchdacht ist.

    Denn wรคre ich mit Leuten verbandelt, die in eben solchen Organisationen arbeiten, wรผrde ich eher versuchen, unter dem Radar zu fliegen.
    Diese Aufreger dagegen leuchten ja heller als ein Leuchtturm und sagen klar: da ist etwas zu holen.

    Und letztlich ist dabei auch etwas zu lernen, denn die ganzen Aktionen, angefangen mit dem Marsch durch die Institutionen รผber die Antifa bis hin zu „wir sind mehr“ zeigen ganz klar, dass sich Menschen eben doch vom Herdentrieb beeindrucken lassen und die Kunstrasenbewegungen statistisch eben doch ihre Wirkung zeigen werden.

    Rechte dagegen halten solche Vorgehensweisen fรผr unehrenhaft und unritterlich, weil sie das natรผrlich sind, lassen sich jedoch von dieser Wertsetzung verkrรผppeln, wรคhrend der Gegner sich das Land bzw. die Steuergelder aufteilt, um damit ein gigantisches Mosaik zu finanzieren, welches die Meinungs- und Deutungshoheit beherrscht.

    Natรผrlich geht das nur bis zu einem gewissen Grad, denn der Regen fรคllt weiterhin von oben nach unten, Sonne und Wind kรถnnen kein Industrieland erhalten und die Wirtschaft ist kein magisches Ding, das der zauberhafte Staat vergibt.

    Aber Wirkung zeigts.

    Immerhin: der Siegeszug unserer ideologischen Feinde sorgt nicht nur fรผr Machtgewinn, sondern auch frei nach Clausewitz fรผr erhebliche Friktionskrรคfte, die ein Weiterso mehr und mehr erschweren werden – und sei es, weil die Laffer-Kurve eben nicht in Sklaverei funktioniert.

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