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Friedenskitsch und Todeswunsch

30. Oktober 2025
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Wir mรผssen reden โ€“ รผber Todeswunsch und Heldenmut. Angesichts der Irrfahrt unserer โ€žElitenโ€œ scheint dies dringend geboten. Der „Sรผdwestdeutsche Rundfunk“ hat das bekannte Lied von Reinhard Mey โ€žNein, meine Sรถhne geb`ich nichtโ€œ fรผr die Teilnahme an seiner 1000-Lieder-Hitparade in diesem Jahr mit fadenscheiniger Begrรผndung von der Teilnahme ausgeschlossen (letztes Jahr erreichte der Titel immerhin Platz 13). So weit, so gut, kann man machen. Auch sollen an dieser Stelle Entscheidungen von โ€žรถffentlich-rechtlichenโ€œ Rotfunk-Sendern nicht weiter kommentiert werden.

Aber: was ist hier eigentlich los in diesem Land? Man steht mit offenem Mund und staunt unglรคubig. Sind denn alle verrรผckt geworden? Noch vor 5 Jahren hรคtten die Bo-Bo’s jeden gesteinigt, der seinem Kind eine Spielzeugpistole schenkt. Bo-Bo’s? Das kommt von Bourgeois-Bohรจme, Angehรถrige einer sich elitรคr dรผnkenden, gutbรผrgerlichen Dekadenz. Fรผhlen sich wohl in Latte-Macchiato-Stillstuben und Stadtbezirken mit hoher Grรผnwรคhlerdichte.

Jedenfalls entdecken nun ausgerechnet diese Zeitgenossen, insbesondere die Untergruppe der Redaktionsstubenbewohner, die fehlende Kriegstรผchtigkeit. Man hรคtte gern wieder Kriegshelden – Maulhelden und Meldehelden haben wir schon. Soll denn alles umsonst gewesen sein? Die letzte Generation deutscher Zunge, vor der die Welt noch Respekt hatte, wurde vor etwa 100 Jahren geboren. Geschlagen und gedemรผtigt, wurde ihnen und ihren Nachfolgern eine Umerziehung zuteil, รผber deren Erfolge man nur staunen kann.

Der schon vor dem ersten Weltkrieg den Deutschen unterstellte besondere Hang zu Disziplin, Gehorsam und Gewalt, sozusagen zu einem aggressiven Nationalcharakter, wurde ihnen grรผndlich ausgetrieben. Am Ende blieb nur noch der Gehorsam, was auch der besondere Grund war, dass die Umerziehung zu einem geschichtlich nie dagewesenen Erfolg wurde. Seit nunmehr รผber 70 Jahren will dieses Volk nur noch gut und friedlich sein und wandelt sich brav zur Bevรถlkerung. Dabei hatte dieses Land noch nie Freunde. Zuerst waren es Feinde, dann Neider und heute nassauernde Zechkumpane, die vorgeben, unsere Freunde zu sein.

Heute rรคcht sich, was man damals so arg รผbertrieben hat. Der Hang zur Vermassung und zur Euphorisierung ist abhanden gekommen. Das Individuum und seine Rechte wurden zum Heiligtum erklรคrt, konkrete Bรผrgerrechte durch sogenannte allgemeine Menschenrechte ersetzt. Jeder Freak und jeder Spinner kann sich drei Gleichgesinnte suchen und seine โ€žRechteโ€œ gegenรผber der Gesellschaft einklagen und bekommt zumeist recht. Vereint sind die Individuen einzig im Konsumismus.

Zunehmende Individualisierung heiรŸt รœberbetonung der eigenen Wichtigkeit, das macht schwerfรคllig, unbeholfen und eingebildet und geht einher mit wachsender Angst vor dem eigenen Tod. Der eigene Tod als einzige Gewissheit eines Lebens ist eine sehr persรถnliche Angelegenheit und bedeutet stets den Verlust der eigenen Wichtigkeit. Die Menschen haben verlernt, den Tod als Ratgeber zu akzeptieren. Die meisten Nichtigkeiten fallen ab, denkt man nur jeden Tag einmal an seinen Tod. Die Individuen haben eine solche Angst vor dem Tod entwickelt, dass sie ihn wegsperren, in Krankenhรคuser und Hospize. Kaum jemand will mit Sterbenden etwas zu tun haben, es gibt keine Rituale und Zeremonien mehr, kein Abschied nehmen, kein Dabeisein, wenn jemand diese Welt verlรคsst. In der Zeit, die man die Coronazeit nennt, lieรŸ man Menschen in Hospitรคlern einsam unter einer Maske verrecken.

Und noch etwas ist grรผndlich schief gegangen. Den Deutschen wurde jeglicher Patriotismus, jegliche Vaterlandsliebe zugunsten einer nebulรถsen, bunten und globalen Massengesellschaft, die sich erstmalig auf der Welt auf deutschem Staatsgebiet materialisieren soll, ausgetrieben. Die Gesellschaft ist gespalten und fragmentiert wie eine zersprungene Windschutzscheibe. Wie also formt man hieraus wieder eine Einheit, die heldenhaft fรผr ein Land einsteht, in dem das Hissen der eigenen Flagge den sogenannten Staatsschutz mobilisiert? Liebe zur Heimat, Stolz auf das Vaterland steht unter nationalsozialistischen Generalverdacht. Fรผr wen oder was also sollen junge Menschen kรคmpfen und schlimmstenfalls ihr Bestes, ihr Leben, geben? Fรผr eine plebejische Elite? Fรผr ein Land im Niedergang? Fรผr die โ€žWerteโ€œ des Westens?

Ist er dafรผr gut genug, der autochthone Deutsche? Soll er in der Ukraine im Schรผtzengraben liegen und sein Blut dort lassen, wie schon seine Vorvรคter, wรคhrend sich die Doppelpassinhaber einen schlanken FuรŸ machen und die Shisha-Bars in der Heimat gut gefรผllt sind? Was soll das also? Dieses Land wird zur รœbergabe an die Umma vorbereitet und in Brรผssel arbeitet man daran, das Werk, an dem Mรคnner Jahrhunderte gebaut haben, innerhalb von zwei Generationen zu zerstรถren. Das Mittelmeer ist in spรคtestens 50 Jahren ein afrikanischer Binnensee. Es scheint eine anthropologische Konstante zu sein: je mehr aufgebaut wurde, desto grรถรŸer der Drang zur Zerstรถrung. Macht ohne Missbrauch ist reizlos.

Den Machthabern bleibt die Hoffnung auf die oben erwรคhnte letzte Tugend der Deutschen, den Gehorsam. Momentan ist auf die allgemeine Apathie bereits Verlass. Murrend, aber geduldig wird die Verschleuderung von Volksvermรถgen in Rรผstungsprojekte ertragen. Die Sprengung der letzten Atommeiler wird zum Event.

Mรถge die rechte Benennung der Dinge die rechte Ordnung schaffen. Mรถgen die Politiker der Zukunft die richtigen Worte fรผr ihr Volk finden. Es gibt die sichere Gewissheit, dass die meisten ihnen Glauben schenken. Nicht zuletzt wird der Druck der รคuรŸeren Umstรคnde es richten.

In den Ruinen Babylons soll ein Tontรคfelchen gefunden worden sein, auf dem steht: โ€žSchaust du hin, so sind die Menschen insgesamt blรถdeโ€œ. Auch wenn dies ein archรคologischer Fake sein sollte, es ist zumindest gut erfunden. Hoffnung? Nun, die gibt es. Vorboten nahenden Bรผrgerungehorsams zeigen sich. Die Nervositรคt der Eliten ist der Gradmesser. Sie lรผgen immer dreister. Sie beobachten uns. Aber wir beobachten zurรผck.

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