Der รถsterreichische รkonom Ludwig von Mises schrieb bereits 1952: โEin weiterer Vorschlag des Kommunistischen Manifests war die Abschaffung des Erbrechts. Blickt man auf die Geschichte der Erbschaftssteuern zurรผck, so muss man erkennen, dass sie sich dem von Marx formulierten Ziel immer weiter angenรคhert haben.โ Dieses Zitat verdeutlicht, wie stark die linke Phantasie der Enteignung รผber die Jahrhunderte durch die Besteuerung von Erbschaften zur Realitรคt wurde.
Kรผrzlich haben die LINKEN und Grรผnen im Bundestag wieder einmal eine massive Verschรคrfung der Erbschaftsteuer gefordert. Ihr Ziel: Die Steuervergรผnstigungen sollen vollstรคndig gestrichen werden, groรe Vermรถgen stรคrker besteuert werden, um vermeintlich soziale Ungleichheit zu reduzieren. Sie argumentieren, dass Erbschaften ein โleistungsloses Einkommenโ seien und die Besteuerung groรer Vermรถgen fรผr mehr Gerechtigkeit sorgen wรผrde.
Die AfD stellte dem einen gegenlรคufigen Antrag und somit einen radikal anderen Ansatz gegenรผber: Sie fordert die vollstรคndige Abschaffung der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Die Grรผnde hierfรผr sind gut und zahlreich:
Erbschaften sind in den meisten Fรคllen das Ergebnis harter Arbeit, Unternehmergeist und unternehmerischer Leistung โ nicht ein โleerlaufendes Einkommenโ. Laut Forbes haben knapp 70 Prozent der weltweit 400 reichsten Menschen ihr Vermรถgen selbst erarbeitet. Eine Studie der Universitรคt Mรผnster zeigt zudem, dass nur rund ein Fรผnftel der deutschen Millionรคre ihr Vermรถgen vererbt bekommen haben.
Gerade Familienunternehmen sind auf diesen Grundsatz angewiesen. Das deutsche Volksvermรถgen โ Fabriken, Eisenbahnstrecken, Patente โ entstand durch die Akkumulation von Leistung รผber Generationen. Was im Groรen gilt, sollte auch im kleinen gelten. Familienerbe zu fรถrdern, statt zu besteuern, ist somit ein Kern rechter Politik. Historische Beispiele wie Krupp, Thyssen oder Siemens zeigen, wie Familienkonzerne nicht nur Wohlstand, sondern auch Ansehen und Innovationskraft fรผr Deutschland geschaffen haben.
Interessant ist, dass sich meistens nicht die alten Familieneliten fรผr grรผne oder โwokeโ Ideologien engagieren, sondern die neue Managerelite, wie etwa Joe Kaeser, ehemaliger CEO von Siemens, der Klimaaktivistin Luisa Neubauer einen Aufsichtsratsposten angeboten hatte. Bereits 1941 stellte der amerikanische Philosoph James Burnham in โThe Managerial Revolutionโ fest: Wรคhrend Familienunternehmen Wohlstand รผber Generationen aufbauen, orientieren sich Manager an kurzfristigen Quartalsergebnissen und politischer Opportunitรคt.
Eine Erhรถhung der Erbschaftsteuer, wie von LINKEN und Grรผnen vorgeschlagen, wรผrde den Kapitalabfluss aus Deutschland beschleunigen. Seit 2019 haben Millionรคre mehr als 700 Milliarden Euro abgezogen. Der Private Wealth Migration Report von Henley & Partners markiert 2025 einen Wendepunkt: Erstmals verlassen mehr Millionรคre Deutschland, als zuwandern โ konkret 400 Personen. Grรผnde sind hohe Steuern, schlechte Bildung, fehlende Sicherheit und wirtschaftlicher Niedergang.
Die Erbschaftsteuer belastet vor allem Familienunternehmen und gefรคhrdet Arbeitsplรคtze. Laut IW Kรถln hรคlt das oberste Prozent der Bevรถlkerung รผber zwei Drittel seines Vermรถgens in produktivem Betriebsvermรถgen. Dieses Kapital sichert Wohlstand, Beschรคftigung und wirtschaftliche Stabilitรคt. Studien des ZEW zeigen zudem, dass deutsche Familienunternehmen durch die Erbschaftsteuer international stark benachteiligt sind. Deutschland liegt in OECD-Vergleichen auf Platz 18 von 20, und die Steuer fรผhrt hรคufig zu Fehlentscheidungen, Zwangsverkรคufen oder Krediten zur Begleichung der Steuerlast โ besonders kritisch fรผr mittelstรคndische Betriebe, Handwerksbetriebe und Bauernhรถfe.
Schweden war nicht nur ein Vorbild in der Corona-Politik: 2005 hat Stockholm die Erbschaftsteuer abgeschafft. Ergebnis: Unternehmensnachfolgen wurden erleichtert, Kapitalflucht gestoppt, etwa kehrte IKEA-Grรผnder Ingvar Kamprad 2013 aus der Schweiz zurรผck. Die Bรถrsennotierungen von Unternehmen stiegen zwischen 2013 und 2023 auf รผber 500 โ mehr als in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden zusammen. Stockholm erreichte Platz 2 weltweit bei Unicorns pro Kopf und verzeichnete รผberdurchschnittliches Wirtschaftswachstum. รhnliche Effekte zeigen sich in Slowenien, der Slowakei und รsterreich, die keine Erbschaftsteuer haben, deren Gini-Koeffizient der Vermรถgensungleichheit aber niedriger ist als in Deutschland.
Ein zentraler Unterschied zwischen den Rechten und den Linken zeigt sich im Umgang mit sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit. Wรคhrend letztere vorgeben, Ungleichheit bekรคmpfen zu wollen, verschรคrfen sie sie in der Praxis: Wer mehr besitzt, dem wird etwas weggenommen. Die Rechten verfolgen das genaue Gegenteil. Sie erkennen bestehende Unterschiede und Ungerechtigkeiten an, setzen jedoch auf Entlastung statt Enteignung. Ziel ist, dass diejenigen, die weniger haben, mehr von ihrem Einkommen und Vermรถgen behalten. Es geht darum, Chancen zu schaffen und Eigeninitiative zu belohnen, statt Leistungstrรคger zu bestrafen.
Ein weiterer fundamentaler Unterschied liegt in der Sicht auf den Klassenkampf. Die Linken verharren in den alten Marx-Dogmen, sehen die Gesellschaft als starren Klassenkonflikt und wollen diese gegeneinander ausspielen. Die Rechten folgen hingegen dem Prinzip, das der amerikanische Vizeprรคsident John C. Cahoon laut Murray Rothbard einst formulierte: Gesellschaftliche Schichten existieren zwar, doch sie sollen nicht gegeneinander aufgehetzt werden โ alle sollen gleichermaรen entlastet werden. Demnach lassen sich die Menschen nicht in โProletarierโ und โKapitalistenโ einteilen, sondern in zwei andere Klassen: die Netto-Steuerzahler โ Menschen, die frรผh aufstehen, hart arbeiten und den Wohlstandskuchen backen โ, und die Netto-Steuerempfรคnger โ รผberwiegend Politiker der links-grรผnen Politiker-Kaste, die selbst kaum im Leben je etwas gearbeitet haben und neidisch versuchen, den Erfolg anderer zu besteuern. Die Rechten stellen sich klar auf die Seite der Leistungstrรคger und setzen sich dafรผr ein, dass alle entlastet werden, um den Wohlstand der gesamten Gesellschaft zu sichern.
Daraus folgt die Forderung nach der vollstรคndigen Abschaffung der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Familienerbe ist kein Luxus, sondern Fundament wirtschaftlicher Stabilitรคt, Unternehmensnachfolgen, Innovation und Arbeitsplรคtze. Ziel rechter Politik muss es sein Eigentumsbildung fรผr die breite Masse der Bevรถlkerung zu fรถrdern โ Eigenheime, Betriebsvermรถgen, Aktien, Edelmetalle, Kryptowรคhrungen โ kurz: Wohlstand fรผr alle.
Wie Bundeskanzler Ludwig Erhard 1957 formulierte: โEine starke Triebkraft der wirtschaftlichen Leistung ist das Streben nach Eigentum. Es ist darum ein bedeutsames politisches Ziel, mรถglichst vielen Menschen die Eigentumsbildung in eigener freier Verfรผgung zu ermรถglichen. Wohlstand fรผr alle setzt Eigentum fรผr jeden voraus.โ
Daraus gilt: Deutschland braucht Mises statt Marx โ eine Politik, die Leistung belohnt und Eigentum schรผtzt.

Ob das nun die marxistischen Linken sind oder die rechten Sozialisten, die leider auch immer hรคufiger in der Jugendorganisation der AfD zu finden sind. Sie gleichen sich doch eigentlich mehr als dass sie trennt: Verbote, Kollektivismus und Autoritarismus. So passt auch das Christentum mit hinein. Ich hoffe, die freiheitlichen Rechten in der AfD werden sich durchsetzen.
Vorsicht. Schreibfehler im Titel: „Die Erbschaftssteuer muss weg!“
Laut Duden ist beides mรถglich: „Erbschaftsteuer“ und „Erbschaftssteuer“.
Warum wollen die Allesumverteiler klein- und mittelstรคndische Unternehmen vermรถge einer effektiven Enteignung gleichenden Erbschaftssteuer vernichten?
Weil diese รคhnlich wie der Adel sich der generationenรผbergreifenden familiรคren Verantwortung und Tradition verpflichtet sehen, ganz anders als die austauschbaren „Mรคnรคtscher“ der vielfach teuergeldsubventionierten und extern finanzierten Konzerne.