„In 15 oder 20 Jahren wird es in diesem Land dreieinhalb Millionen Einwanderer aus dem Commonwealth und ihre Nachkommen geben. [...] Daher ist es dringend erforderlich, jetzt das zweite Element der Politik der konservativen Partei umzusetzen: die Förderung der Remigration. [...] In diesem Land wird in 15 oder 20 Jahren der Schwarze die Peitsche gegenüber dem Weißen in der Hand haben. [...] Wenn ich nach vorne schaue, erfüllt mich eine Vorahnung; wie die Römer sehe ich den Tiber schäumen voll Blut.“
Wir schreiben den 20. April 1968, und vielleicht prasselte Regen an die viktorianischen Fenster. Enoch Powell ist seit 18 Jahren Mitglied des Unterhauses für die konservativen Tories. Er gilt als einer der fähigsten Politiker überhaupt, mit den wohl besten politischen Reden, die der Inselstaat zu bieten hat. Der Parlamentsabgeordnete aus dem wenig mondän klingenden Wahlkreis Wolverhampton South West hatte bei einem konservativen Treffen in Birmingham vor den Gefahren der Massenmigration gewarnt – und zwar auf eine Art, die man im Nachhinein wohl als Skurrilität der Geschichte sehen kann. Sprachlich und inhaltlich hätte der Vortrag eher in eine mit fahnenschwenkenden Patrioten gefüllte Arena gepasst – oder in ein vor Wut schimpfendes britisches Parlament. Doch die rhetorisch brillante Rede mit erschreckender Weitsicht wurde an einem Tisch gehalten, hinter ein paar umgedrehten Weingläsern, die darauf warteten, endlich befüllt und ausgetrunken zu werden. Am Tisch saßen einige gut gekleidete Herren, die mitunter – wie es bei den Angelsachsen Mode ist – bejahend geraunt hatten.

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