Obacht, ich will euch alle „rechtsextrem“ machen. Das sehe ich zwar eigentlich nicht als meine Aufgabe, aber das hat Šejla Begović vom Funk-Format „Trasherchiert“ im Zuge ihrer jüngsten Enthüllungen ans Tageslicht gebracht und liefert sogleich einige bahnbrechende Beweise: Zum Beispiel die im Februar erschienene Dokumentation „Heimat. Häkeln. Hetze.“ vom „team.recherche“ der ARD sowie das Allzeit-Totschlagargument, die Einstufung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, der meine Frauengruppe Lukreta als „rechtsextremen Verdachtsfall“ betitelt.
Zwei höchst seriöse und, um es an dieser Stelle besonders hervorzuheben, höchst „unabhängige“ Quellen, wenn man bedenkt, dass die Recherche, auf welche sich Šejla bezieht, von der ARD kommt, also einem Teil des zwangsgebührenfinanzierten ÖRR-Imperiums, dem sie mit ihrem YouTube-Kanal wohlgemerkt ebenfalls angehört, und die Einordnung des NRW-Innenministers Herbert Reul (CDU), wonach Lukreta „brandgefährlich“ sei, vom Verfassungsschutz kommt, der wiederum weisungsgebunden an das nordrhein-westfälische Innenministerium ist, ohne hier näher auf die Henne-Ei-Frage eingehen zu wollen.
So weit, so abgehalftert sind die vielen Enthüllungen, Recherchen und Undercover-Dokus über Lukreta inzwischen. Vor allem, weil sie am Ende des Tages jedes Mal nichts Weiteres ans Tageslicht befördern, außer dass wir in den sozialen Netzwerken an Zuspruch gewinnen, dass hübsche Frauen auf unseren Kanälen politische Forderungen nach „Remigration“, Sicherheit und Frauenschutz stellen und dass wir deswegen „rechtsextrem“ sind, weil sich das irgendwelche selbsternannten Experten in ihren oftmals regierungsfinanzierten Forschungsinstitutionen so ausgedacht haben.
Das Besondere an Šejlas rund acht Minuten langem Video ist jedoch nicht das, was sie „herausgefunden“ hat, sondern wie die Anfang zwanzigjährige Journalistin und ihr überproportional großes Funk-Team die selbsternannte Recherche über mich präsentieren:
Šejla gestikuliert stark, baut immer wieder laute Geräusche und Lacher mit ein, fast so, als müsse sie wie in einer schlechten Sitcom ihr Publikum dazu auffordern, dass es jetzt genau lachen soll. Ganz im Sinne von: „Hallo, das ist lustig, lacht doch mal!“ Dazwischen folgen kurze Schnipsel aus unseren Beiträgen auf Instagram, die selbstverständlich aus dem Kontext gerissen werden, damit man sich überhaupt auf irgendetwas stürzen kann, Ausschnitte aus anderen Berichten über uns und von Anfang bis Ende persönliche Ansprachen an mich.
Natürlich darf auch die kurze Einordnung zur Verbindung zwischen meiner Mutter Irmhild und mir nicht fehlen. Denn wie könnten wir von Lukreta, die wir uns als unabhängig bezeichnen und wohlgemerkt auch unabhängig von anderen Organisationen und Parteien agieren, „unabhängig“ sein, wenn ich doch die Tochter meiner Mutter bin, die EU-Abgeordnete der AfD ist, und wir als rechte, konservative Frauenorganisation selbstverständlich eher Verbündete in den Reihen rechter Parteien wie der AfD finden.
Šejlas Video wirkt gehässig und obsessiv, fast so, als würden wir beide uns persönlich kennen und als hätte ich ihr im Kindergarten mal das Spielzeug geklaut oder im Jugendalter die Freunde ausgespannt, obwohl wir uns noch nie im Leben persönlich begegnet sind. Sie ist sich auch gleich zu Beginn des Videos nicht zu schade, anhand eines Screenshots einer meiner Kommentare auf ihrer Instagram-Seite mir und dem Zuschauer provokant aggressiv und herablassend unter die Nase zu reiben, dass ihr Format durch Zwangsgebühren finanziert wird. Ganz nach dem Motto: Ich berichte über dich und euch, was auch immer mir und meinen Sketchschreibern gerade in den Sinn kommt, egal wie absurd, bösartig und abgedreht es ist, und du und ihr müsst es trotzdem bezahlen.
Das Perfide an dem Video ist also, dass Šejla Begović nicht einmal versucht, so zu tun, als ob sie recherchiert hätte oder etwas enthüllen will, sondern dass sie bewusst ein Dissvideo gegen mich macht, um anderen auf herablassende Art und Weise zu erklären, warum sie mich „scheiße“ finden sollen. Das Ganze, ohne auf meine Inhalte einzugehen, ohne einzuräumen, dass es vielleicht einen Grund gibt, warum immer mehr junge Frauen inzwischen lieber die Nähe zu rechten Frauen suchen als zu arrogant wirkenden, Problem-Pony tragenden, linken Frauen wie ihr.
Und ja, liebe Šejla und liebes Funk-Team, genau ihr seid es, die Leute „rechtsextrem“ machen, indem ihr die Sorgen eurer GEZ-Finanziers nicht nur ignoriert, sondern gar ins Lächerliche zieht und im Wirrwarr mit immer mehr und immer absurderen Kampfbegriffen und Diskriminierungen um euch schlagt.
Dieser Artikel war frei lesbar
Trotzdem kostet uns die Erstellung Zeit und Geld. Unsere Kolumnisten schreiben seit Jahren gegen den täglichen Wahnsinn der Bundesrepublik an. Mit einer Spende kannst du sie unterstützen.
Bankverbindung
Blutdruck Verlag UG
IBAN: DE04 3204 0024 0783 7735 00

