CSD 2026 – Wem gehört der Regenbogen?

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Der Christopher Street Day war einmal Ausdruck eines klaren und berechtigten Anliegens: Schwule und Lesben wollten als freie Bürger leben – ohne staatliche Verfolgung, ohne gesellschaftliche Ächtung, ohne permanente Rechtfertigung ihrer privaten Lebensweise. Das Ziel hieß Emanzipation. Heute stellt sich der Befund ein, dass ausgerechnet jene Funktionäre, die ständig von Vielfalt und Selbstbestimmung sprechen, dieses Ziel längst in sein Gegenteil verkehrt haben.

Denn auf den großen CSD-Veranstaltungen geht es inzwischen um weit mehr als die Freiheit homosexueller Menschen. Unter dem Regenbogen versammelt sich ein komplettes politisches Weltanschauungspaket: Genderpolitik, Intersektionalität, Antirassismus, Migrationsaktivismus und selbstverständlich der obligatorische „Kampf gegen rechts“.

Das Problem ist nicht, dass der CSD politisch ist. Bürgerrechtsbewegungen sind politisch. Das Problem beginnt dort, wo eine bestimmte politische Agenda mit der sexuellen Identität von Menschen verschmolzen wird. Aus „Wir kämpfen dafür, dass du frei leben kannst“ wird: „Weil du so lebst, gehörst du politisch zu uns.“ Und damit beginnt Vereinnahmung.

Es gehört zu den merkwürdigsten Widersprüchen heutiger Identitätspolitik, dass sie permanent die Freiheit des Individuums beschwört – und gleichzeitig nichts lieber tut, als Menschen in immer neue Kollektive einzusortieren. Der Einzelne soll nicht einfach Bürger sein, der zufällig Männer liebt. Er wird zum „Queeren“. Aus einer privaten sexuellen Orientierung wird eine öffentliche politische Identität. Und mit der Identität kommt das politische Pflichtenheft.

Wer queer ist, hat gefälligst progressiv zu sein. Er soll bestimmte Vorstellungen von Migration teilen, bestimmte Geschlechtertheorien akzeptieren, den „Kampf gegen rechts“ unterstützen und selbstverständlich wissen, welche Parteien als Freund und welche als Feind der „Community“ gelten.

Der homosexuelle Konservative stört dieses Bild. Der schwule AfD-Wähler erst recht. Eine lesbische Politikerin rechts der Mitte gilt beinahe als Betriebsunfall der eigenen Ideologie. Denn diese Menschen beweisen durch ihre bloße Existenz etwas, das im queeren Funktionärsmilieu schwer zu ertragen ist: Homosexualität ist kein Parteiprogramm.

Ein Schwuler kann links sein oder rechts. Eine Lesbe kann grün wählen oder blau. Ein Homosexueller kann offene Grenzen befürworten oder eine restriktive Migrationspolitik. Er kann Genderpolitik für fortschrittlich halten oder für ideologischen Unsinn. Das nennt man Freiheit. Eigentlich. Die homosexuelle Emanzipation wollte Menschen aus einer gesellschaftlichen Schublade befreien. Der Schwule sollte nicht länger zuerst „der Schwule“ sein. Er sollte Bürger sein können, Unternehmer, Arbeiter, Professor, Familienvater, Künstler oder Politiker. Seine Sexualität sollte ihn nicht definieren.

Die moderne Queer-Politik hat diese Schublade nicht abgeschafft. Sie hat sie neu lackiert. Heute heißt sie „Community“. Und plötzlich wird dem Einzelnen wieder erklärt, wer er aufgrund seiner Sexualität politisch zu sein hat. Die alte Gesellschaft sagte: Weil du homosexuell bist, gehörst du nicht richtig dazu. Die neue Identitätspolitik sagt: Weil du homosexuell bist, gehörst du zu uns. Beides ist Fremdzuschreibung. Beides verweigert dem Einzelnen das Recht, sich selbst zu definieren. Nur kommt die Bevormundung heute mit Regenbogenfahne, Diversity-Sprech und dem moralischen Anspruch daher, besonders tolerant zu sein.

Beim CSD wird dieser Widerspruch inzwischen offen sichtbar. Man feiert Diversität in einer geradezu inflationären Vielzahl von Identitäten, Buchstaben und Fahnen. Jeder denkbare Unterschied soll sichtbar sein. Nur politische Unterschiede sind unerwünscht. Also wird geprüft: Wer darf auftreten? Welche Partei ist erwünscht? Welches Unternehmen darf teilnehmen? Wer muss sich von wem distanzieren? Welche Haltung ist noch mit den „Werten der Community“ vereinbar? So wird aus einer Bewegung gegen Ausgrenzung eine Instanz, die selbst ausgrenzt.

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Natürlich dürfen CSD-Organisationen Parteien ablehnen. Sie dürfen politische Forderungen formulieren und sich mit linken oder grünen Organisationen verbünden. Aber dann sollten sie aufhören, so zu tun, als sprächen sie damit automatisch für Schwule und Lesben. Sie sprechen für sich selbst. Für ihre Funktionäre. Für ihre Bündnisse. Für ihr Milieu. Nicht für mich. Und nicht für Millionen andere, deren sexuelle Orientierung sie noch lange nicht zu Mitgliedern irgendeines politischen Kollektivs macht. Wem gehört der Regenbogen? Den Grünen? Der SPD? Der Linken? Den NGOs? Den Diversity-Abteilungen großer Konzerne? Einer zunehmend professionalisierten Schicht von Queer-Funktionären, die sich selbst das Mandat erteilt hat, für eine angebliche „Community“ zu sprechen?

Der Regenbogen steht ursprünglich für etwas ganz Einfaches? Für das Recht, sein eigenes Leben zu führen, zu lieben, wen man liebt, und: Ansonsten von Politikern, Aktivisten und selbsternannten Vertretern der eigenen Identität in Ruhe gelassen zu werden.

Der wirklich radikale Gedanke ist heute: Der Schwule braucht keinen politischen Vormund. Die Lesbe braucht keinen Funktionär, der ihr erklärt, welche Partei ihre Interessen vertritt. Die homosexuelle Emanzipation ist in dem Moment vollendet, in dem Homosexualität politisch so irrelevant wäre wie Haarfarbe – wenn niemand mehr aus ihr einen Opferstatus, einen Kollektivanspruch oder ein politisches Mandat ableiten könnte. Der CSD könnte dafür ein Symbol werden.

Doch solange unter dem Banner der Vielfalt immer neue Loyalitätserklärungen verlangt und Andersdenkende aus dem Regenbogen aussortiert werden, bleibt von der versprochenen Diversität nichts übrig. Dann lautet die Botschaft nicht mehr: Du darfst leben und lieben, wie du willst, sondern: Du darfst leben und lieben, wie du willst – solange du politisch das Richtige denkst. Das ist alles andere als Emanzipation. Das ist Bevormundung, oder eben Gesinnungskonformität in Regenbogenfarben.


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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ich verstehe gar nicht die Aufregung der BRD-Leute über diesen Anschlag. Freilich, ich als „rechtsradikaler Schwurbler“ rege mich natürlich darüber auf, aber die ganzen Linken, was wollen denn ausgerechnet die??? Ich dachte, sie fänden so etwas schön oder es wäre ihnen zumindest egal, aber offenbar nur, solange es sie nicht selbst betrifft.
    Der CSD war keineswegs eine Demonstration für Freiheit, Toleranz oder irgend so etwas. Er war eine Zusammenrottung für Haß, Intoleranz und Gewalt, für unbegrenzte, ungesteuerte Masseneinwanderung, für Messermorde, für Gruppenvergewaltigungen und für islamistischen Terror – das Ganze verbrämt mit völlig ihres ursprünglichen Sinns beraubten Begriffen wie „Vielfalt“, „Toleranz“ usw. Ich war persönlich vor Ort und habe selbst gehört, wie vom Lautsprecherwagen der Stasi-und-Mauermord-Linkspartei aus durch irgend einen Hetzer der Sprechchor angestachelt und ständig wiederholt wurde: „Ganz Berlin haßt die AfD!“. Dem Polizisten, den ich darauf aufmerksam machte, daß das doch echte Haßpropaganda sei, war dies völlig egal. Von irgend einem der Lautsprecherwagen ertönte ein „Lied“, in dem ständig wiederholt wurde: „Nazis raus!“ Als „Nazis“ sehen diese Leute ja nicht irgendwelche Hollywood-Holocaust-Nazis an, die mit blutunterlaufenen Augen und haßverzerrtem Gesicht jüdische Kinder in die Gaskammer treiben, sondern alle Nichtlinken, alle Deutschen, die noch Deutsche sein wollen und im Grunde alle Andersdenkenden, sogar Leute, die sich keine Gen-Spritze geben lassen oder die nicht an den Klimaschwindel glauben wollen. Irgend eine Trulla hielt ein Schild hoch: „Lesben gegen Alice Weidel!“ Fast alle Wagen waren mit dem Spruch „geschmückt“: „Haltung ist hot.“ „Haltung“ bedeutet aber für die Erreger einer solchen Propaganda nicht das Eintreten für Ehrlichkeit und Anständigkeit oder gar für die elementaren Lebensinteressen des Deutschen Volkes, sondern nur das Eintreten für die verwerflichen Ziele der jeweils gerade an der Macht befindlichen Cliquen.
    Im TV wurde die Frage gestellt, welches „Netzwerk“ wohl hinter dem Anschlag stecke. Das sattsam bekannte staatliche BRD-Netzwerk gegen Rechts kommt mir hier zumindest als Komplize als erstes in den Sinn. Jedenfalls hat sich bisher keine einzige NGO, insbesondere keine solche aus dem berüchtigten Programm „Demokratie leben“ von dem Anschlag distanziert oder ihn gar verurteilt, zu Demonstrationen gegen islamistischen Terror oder zur Blockade islamistischer Veranstaltungen aufgerufen, da kommen die nicht mal im Traum drauf.
    Das Motto des nächsten CSD sollte lauten: „Erst wird’s bunt, dann geht’s rund!“
    Das Motto könnte allerdings auch lauten: „Liebe ist Halal“. Dies stand nämlich in zweifacher Ausführung auf einer Stola, welche die Imamin und Vertraute von Kai Wegner, Seyran Ateş, anläßlich seines Auftrittes vor der Presse trug. Die KI erklärt, Seyran Ateş sei „liberal“ und „halal“ hieße „erlaubt“, aber ich denke, auf diesem Forum wissen alle, wofür dieser Begriff steht.

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