Der regelmäßige Besuch der Freitagsgebete in französischen Moscheen hat seit Ende der 1980er-Jahre deutlich zugenommen. Das geht aus einer 2025 veröffentlichten Untersuchung des französischen Meinungsforschungsinstituts „Ifop“ hervor. Demnach gaben 35 Prozent der befragten Muslime an, üblicherweise freitags eine Moschee zu besuchen. 1989 waren es lediglich 16 Prozent. Der langfristige Trend zeigt damit einen deutlichen Anstieg; insbesondere von 2011 bis 2019 stieg der Anteil der praktizierenden Muslime von 25 auf 38 Prozent an, was maßgeblich auf die beschleunigte Zuwanderung nach Frankreich in den 2010er-Jahren, aber auch auf die höhere Geburtenrate von Muslimen in Frankreich zurückzuführen ist. Besonders auffällig ist der Generationenwechsel. Unter den Muslimen unter 25 Jahren besuchen 2025 rund 40 Prozent freitags eine Moschee. 1989 waren es in dieser Altersgruppe nur sieben Prozent. Bei den mindestens 50-Jährigen verlief die Entwicklung dagegen in die entgegengesetzte Richtung: Ihr Anteil sank von 31 Prozent im Jahr 1989 auf 24 Prozent im Jahr 2025. Noch 2007 und 2011 hatte er jeweils bei 41 Prozent gelegen.
Demnach lässt sich der Gesamtanstieg maßgeblich auf eine höhere Gläubigkeit unter jungen Muslimen zurückführen, die auch zahlenmäßig längst einen größeren Anteil als die alten Muslime ausmachen. Es wandern also tendenziell mehr junge Muslime ein, die den Altersschnitt verjüngen; zugleich sind diese deutlich gläubiger als die Muslime in den älteren Kohorten.
Damit hat sich auch das Verhältnis zwischen den Generationen umgekehrt. Während der Moscheebesuch Ende der 1980er-Jahre vor allem bei älteren Muslimen verbreitet war, weisen die jüngsten Befragten heute höhere Werte auf. Die Annahme unter liberalen Einwanderungsbefürwortern, dass sich Migranten im Westen langsam säkularisieren, ist demnach auf zwei Ebenen falsch: Zum einen sind junge Migranten gläubiger als ihre Vorfahren, zum anderen gibt es auch keinen Hinweis darauf, dass die in Frankreich geborenen Muslime eine Säkularisierungstendenz aufweisen. Sicherlich: Die Daten unterscheiden hier nicht zwischen den Zugewanderten und den in Frankreich geborenen Muslimen. Wäre Letzteres jedoch der Fall, würde die Zahl der Gläubigen tendenziell sinken, da die Mehrheit der jungen französischen Muslime bereits im Land geboren ist.
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