Wer rettet den Euro, wenn Paris brennt? Der deutsche Steuerzahler

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Jean-Luc Mélenchon will die französischen Staatsanleihen in der Bilanz der Notenbank kurzerhand streichen. Die Märkte antworten mit Renditen wie zuletzt 2002 und einem Risikoaufschlag wie in der Eurokrise. Der Vorschlag ist falsch. Aber er spricht aus, worauf die Konstruktion des Euro von Anfang an hinauslief.

Jean-Luc Mélenchon hat die Gabe, komplizierte Dinge auf eine brutale Formel zu bringen. Die französischen Staatsanleihen, die bei der Banque de France und im Eurosystem liegen, solle man „nehmen und ins Feuer werfen“. Seine linke Bewegung „La France insoumise“ hat nachgelegt: Rund 600 Milliarden Euro sollen eingefroren, in zinslose Ewigkeitsanleihen verwandelt oder gleich annulliert werden. Der Mann ist kein Pausenclown. Er ist linker Präsidentschaftskandidat für 2027, und seine Umfragewerte sind hoch genug, um Anleger nervös zu machen.

Die Märkte haben ihr Urteil bereits gesprochen. Am 1. Oktober kletterte die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen auf 4,94 Prozent, den höchsten Stand seit 2002. Im Februar lag sie noch bei 3,2 Prozent. Der Abstand zur Bundesanleihe sprang am Freitag erstmals seit 2011 über 150 Basispunkte. Der Euro fiel am Montag auf rund 1,116 Dollar, ein 17-Monats-Tief. Paris zahlt inzwischen höhere Zinsen als Rom und Athen.

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