Der Tod im Reisfeld

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Nach der zweitägigen Stippvisite in Los Angeles fliege ich nach Bangkok und von dort aus weiter nach Kambodscha – zusammen mit einem jungen Schweizer, den ich im vorigen Jahr auf meiner Reportagereise durch Afghanistan kennengelernt habe. Die amerikanische Geschichte wird mich aber auch auf dieser Reise immer wieder einholen. Mein Sitznachbar im Flugzeug von Bangkok nach Phnom Penh – die Landgrenze ist aufgrund des schwelenden Grenzkonflikts zwischen Thailand und Kambodscha geschlossen – stammt aus der Gegend um Anchorage in Alaska. Seinen ersten Sohn hat er im Irakkrieg verloren. Die Ehe zerbrach. Jetzt hat der Pensionär einen Sohn mit einer Kambodschanerin und lebt mit seiner neuen Familie in einem kleinen, überwiegend muslimischen Dorf. Für eine Zahnbehandlung wurde ihm geraten, ein Krankenhaus im größeren Nachbarland aufzusuchen. Er mochte die Thai früher. Dass sie im Vorjahr Bombenangriffe mit amerikanischen Kampfflugzeugen des Typs F-16 auf das Königreich Kambodscha geflogen seien und bei den Grenzgefechten auch die Tempelanlage Preah Vihear beschädigt hätten, habe sie in seinen Augen aber vollständig diskreditiert.

Amerikanische Flugzeuge haben schon einmal ihre todbringende Fracht über Kambodscha abgewerfen. Die USA bombardierten während des Vietnamkriegs ab 1969 Stützpunkte und Nachschubwege des Vietcongs. Kambodscha war unter Prinz Norodom Sihanouk zunächst offiziell neutral, konnte aber nicht verhindern, dass nordvietnamesische Truppen kambodschanisches Gebiet als Rückzugsraum nutzten. Im März 1970 wurde Sihanouk während einer Auslandsreise von General Lon Nol abgesetzt, der anschließend die proamerikanische Khmer-Republik errichtete. Wie stark die Vereinigten Staaten selbst an diesem Putsch beteiligt waren, ist unter Historikern umstritten. Dagegen spricht beispielsweise, dass die Nixon-Regierung offenbar versucht hatte, ihre Beziehungen zu Sihanouk zu verbessern. Nach dem Staatsstreich stellten sich die USA jedoch hinter die Putschisten.

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