Die โTagesschauโ beweist wieder ihre propagandistische Finesse. Vor zwei Wochen berichtete das Staatsprogramm รผber die โwahrgenommenen Bedrohungenโ fรผr Deutschland. Auf Platz 1 stand der โRechtsextremismusโ, dahinter โKlimawandelโ, โsoziale Spaltungโ, โCoronapandemieโ und โVereinsamungโ.
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Quelle: Screenshot; ARD/Mitte-Studie der FES
Selbst den Lesern von Tagesschau-Online, die ansonsten die leichtlinke Wohlfรผhlberieselung des Staatssenders ARD schlucken, kommt das spanisch vor und man wundert sich รผber die Zahlen. Im Jahr 2021 Angst vor Rechtsextremismus? Noch weit vor den anderen, brennenden Themen? Der โNazi in Nadelstreifenโ soll gefรคhrlicher als schmelzende Polkappen und die neue Delta-Variante aus Indien sein? Die Kommentare sind รผberwiegend negativ und kritisieren die Studie:
โMich wรผrde echt interessieren wer da gefragt wird, die grรถรte Bedrohung ist wohl die รถffentliche rechtliche Berichterstattung…โ
โdie grรถรte Angst hat der Staat vor Leuten die selber denken statt die scheiรe im รffentlich-rechtlichen zu glauben … und wer deren Mist nicht mehr glaubt ist doch gleich ein Rechtsradikaler Aluhuttrรคger , weshalb man auch davor am meisten Angst zu haben hat‼️โ
Linke Parteistiftungen liefern Zahlen
Aber welche Studie kommt zu diesem merkwรผrdigen Ergebnis? Da die Tagesschau (noch) keine eigene Datenstelle hat, muss man auf โwissenschaftlicheโ Erhebungen verschiedener Umfrageinstitute oder Think-Tanks zurรผckgreifen. Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben: Klein steht unter dem Bild: โQuelle: โMitte-Studieโ 2020/2021 der Friedrich-Ebert-Stiftung.โ
Das sagt 90 Prozent der Leser erst einmal gar nichts, und nur wenige schauen nach: Denn die Friedrich-Ebert-Stiftung ist die parteinahe Stiftung der SPD mit einem Vorsitzenden namens Martin Schulz und verfรผgt รผber ein Gesamtetat von 194 Millionen Euro. Damit ist sie die grรถรte politische Stiftung in Deutschland mit fast 600 Mitarbeitern.
Der gigantische Think-Tank hรคngt an den Geldern des Bundes und der Mutterpartei und verรถffentlicht natรผrlich Studienergebnisse, die eher der Maxime der linken SPD entsprechen. Das soll an dieser Stelle aber nicht als Vorwurf gelten: Die โKonrad-Adenauer-Stiftungโ soll im Dienste der CDU, die โHeinrich-Bรถll-Stiftungโ im Sinne der Grรผnen, die โFriedrich-Naumann-Stiftungโ im Sinne der FDP, die โRosa-Luxemburg-Stiftungโ im Sinne der SED und die โDesiderius-Erasmus-Stiftungโ im Sinne der AfD arbeiten. So lรคuft eben der Hase.
Die FES nennt es โStudieโ
Wirft man aber einen Blick auf die Studie erkennt man eine merkwรผrdige Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen (Wir gehen an dieser Stelle einmal davon aus, dass die FES einigermaรen wissenschaftlich sauber gearbeitet hat) Ergebnisse und der Interpretation, also der Meinung. Beispielsweise fordert man plakativ die bรผrgerliche Mitte, sich politisch zu positionieren oder warnt vor den Gefahren von rechts.
Gleichzeitig, so die Studienergebnisse, geht der โChauvinismusโ die โVerharmlosung des Nationalsozialismusโ und die โBefรผrwortung Rechtsautoritรคrer Diktaturenโ seit mehr als 18 Jahren stetig zurรผck. Wie passt das zusammen?
Gar nicht โ und das versteht man erst, wenn man die politische Einstellung der Linken versteht. Egal wie sich eine Gesellschaft entwickelt, sie ist immer schlecht und muss sich immer weiter nach links entwickeln. Wenn man Linken einen kleinen Finger gibt, beschweren sie sich sogleich und fordern die ganze Hand.
Die Angst vor dem rechten Gespenst
Deutschland ist nachweislich (!) so links wie nie zuvor in der Geschichte und bald werden wir womรถglich die DDR รผberholen. Aber auch das ist nicht genug im Kampf gegen rechts und auf dem Weg zur sozialistischen Utopie, die ein groรer Teil des Politbetriebs herbeisehnt.
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Quelle: Screenshot; ARD/Mitte-Studie der FES
Aber auch diese Mogeleien und Propagandatricks: Geschenkt. Parteinahe Stiftungen sollen eben parteinahe Ergebnisse produzieren. Die Unverschรคmtheit ist aber, dass die Tagesschau die Ergebnisse aufgreift und als ziemlich neutrale Fakten darstellt. Dazu verweist sie im Posting nicht direkt auf die Parteinรคhe der FES. Der flankierende Kommentar unterhalb durch Tagesschau-Admins wird ohnehin nicht mehr gelesen, wenn er auch der Tagesschau zu Gute zu halten ist:
โSo sind offen rechtsextreme Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft weniger verbreitet als noch vor zwei Jahren, zeigt die Untersuchung im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.โ
Trotzdem: Die Meldung ist gebracht, auch wenn sie ihr Ziel verfehlt, da selbst die letzte treudoofe Kartoffel irgendwie gemerkt hat, dass von Rechtsextremen fast keine Gefahr mehr ausgeht. Aber kann man der Tagesschau wirklich vorwerfen, dass sie รผber die รngste der Bevรถlkerung berichtet? Auch das nicht. Denn die Tagesschau berichtet eigentlich jedes Jahr รผber die Sorgen der Deutschen.
Framing statt Recherche
2012 beispielsweise รผber die Angst vor der Schuldenkrise. Damals basierten ihre Zahlen und Statistiken allerdings auf der jรคhrlich stattfindenden Umfrage von โR+V Versicherungenโ die man als politisch unabhรคngig betrachten kann. Neun Jahre spรคter zieht man die Zahlen einer linken politische Stiftung heran. So verschiebt sich der Meinungskorridor.
Ist das alles Kalkรผl und Strategie? Sitzt irgendwo in der Redaktion ein linker Mastermind, der auf die Zahlen der FES fiebert, um die Angst vor rechts zu schรผren? Nein. Solche Dinge passieren einfach, weil die Tagesschau, wie die meisten Mainstreammedien schlicht und einfach mit linken Redakteuren besetzt ist und โ bewusst, aber vor allem unbewusst โ politisch lรคngst nicht mehr neutral berichtet.
Zwar bezeichneten sich 36 Prozent der Politikjournalisten als โneutralโ, allerdings dominierten bereits 2009 โ als die letzte einigermaรen reprรคsentative Umfrage stattfand โ linke Meinungen. รber 40 Prozent stehen Rot-Grรผn nahe, wohingegen CDU und FDP gemeinsam nur mit 16,4 Prozent zu Buche schlagen. Die Lage wird sich in den letzten Jahre nicht verbessert haben, was auch eine nicht-reprรคsentative Umfrage unter ARD-Volontรคren nahelegteโฆ
Die Staatsmedien sind nicht neutral, sie sind links bis linksextrem
Drei Volontรคre des รffentlich-Rechtlichen wollten rausfinden, wie ihre insgesamt 150 Kollegen ticken und traten damit wohl eher ungewollt einen Scheiรesturm los: 86 Volontรคre antworten auf die Frage und gaben an, dass sie fast ausschlieรlich Rot-rot-grรผn unterstรผtzten. Mit Sage und Schreibe 92 Prozent. Drei Prozent standen der Union nahe, 1,3 Prozent der FDP und niemand der AfD. Damit hat sich die junge journalistische Generation vollkommen von der normalen Gesellschaft entkoppelt.
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Die einfachste Lรถsung fรผr dieses Problem ist sicherlich das Schwierigste: Die Rundfunkgebรผhren abschaffen. Dann kann jeder, dem die Berichterstattung in den Kram passt, weiter Geld bezahlen, und jeder, dem es nicht passt, dass die Tagesschau online รผber die Ergebnisse einer SPD-Stiftung berichtet, zahlt eben nichts mehr.
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und vielleicht kann sich die Tagesschau bald schon in ihrer vielgepriesenen Neutralitรคt รผben: Denn vorrausichtlich nรคchstes Jahr wird die Desiderius-Erasmus-Stiftung der AfD mit Staatsmitteln ausgestattet werden und kann so ihre eigenen Studien durchfรผhren und publizieren. Vielleicht haben die Bรผrger ja dann mehr Angst vor linksextremen Krawallen, hohen Steuern und รberfremdung? Mรถglicherweise.
Ob die Tageschau diese Ergebnisse verรถffentlichen wรผrde? Eher friert die Hรถlle zu โ oder ziehen marodierende Skinheads durch die Vorstรคdte.
