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Die Erfindung des Klimawandels

30. Juli 2021
in 6 min lesen

Von A. R. Gรถhring

Spricht sich heutzutage jemand leidenschaftlich fรผr Klimarettung aus, hรคlt man ihn oder sie fรผr links, was meist auch zutrifft. Aber war das immer so? Ratet einmal, wer die Klimaschutzpolitik in Europa in den 1980er Jahren eingefรผhrt hat. Tipp: Es war eine nationale Politikerin, die bei Linken geradezu verhaรŸt war.

Auflรถsung: Es war die โ€žEiserne Ladyโ€œ, Premierministerin Margaret Thatcher, die fรผr ihren harten und listigen Kampf gegen die Gewerkschaften verachtet wurde. Deren Streikwellen sorgten Ende der 70er Jahre dafรผr, daรŸ Beobachter befรผrchteten, GroรŸbritannien kรถnnte das Land sein, das sich als erste Nation industrialisierte – und nun deindustrialisieren wรผrde.

Die Kraft kommt aus dem Kern

Die Briten steckten vor Thatcher in einer heftigen Strukturkrise; die alten kohleabhรคngigen Industrien waren nicht mehr konkurrenzfรคhig, und der Kohleabbau war ein Subventionsgrab. Daher wollte Thatcher die Energieversorgung des Landes auf Kernkraft umschalten, was aber die auch auf der Insel nicht wenigen intellektuellen Atomgegner auf den Plan rief.

Gegenmittel der nie um Tricks verlegenen Premierministerin: Sie hatte von den Pupsgas-Theorien irgendwelcher Klimaphysiker gehรถrt, nach denen Kohlendioxid die bodennahe Luft aufheize, wenn es in gewisser Menge vorhanden sei. Die Theorie geisterte seit Ende der 50er durch die Wissenschaftswelt, da ein Berater von US-Prรคsident und General Ike Eisenhower sie einmal als alarmistische Warnung nutzte. Er hatte wohl schon die politische Nรผtzlichkeit im Auge; ob fรผr den Prรคsidenten oder sich, sei dahingestellt.

In den 1970er Jahren hatten besagte Klimaalarmisten, wohl meist Physiker aus dem unteren Leistungsdrittel, bereits die โ€žEiszeitโ€œ-Theorie in die Medien gedrรผckt; waren politisch aber weitgehend gescheitert. Die Eiszeit-Warnung arbeitete noch nicht mit dem CO2, sondern mit Schwefeldioxid; ebenfalls ein Gas aus den Schloten der Industrie. SO2 reflektiert im Gegensatz zum CO2 die Sonnenstrahlung und kรผhlt so. Zumindest im reduzierten Laborversuch โ€“ in der Atmosphรคre ist das Gas genau wie Kollege Kohlen-zwei-Sauerstoff irrelevant.

Das wuรŸten oder ahnten natรผrlich auch die Alarm-Physiker. Da aber die 1970er Jahre wegen der kosmischen Zyklen, die tatsรคchlich unser Klima in der Hauptsache regulieren, sehr kalt werden wรผrden, ging man ab 1970 mit der Warnung hausieren, es liege an den Emissionen, weil man dieses Argument politisch nutzen konnte. Die astronomischen Zyklen der Sonne, des Mondes und der schweren Planeten sind genau wie die Eigenzyklen der Erde (Milankowitsch) seit langem bekannt und kรถnnen langfristig berechnet werden. Daher wissen die Meteorologen lange vorher, ob ein Jahrzehnt vergleichsweise kalt oder warm werden wird und kรถnnen โ€“ sofern politisch motiviert โ€“ das eine oder das andere Emissionsgas als โ€žGrundโ€œ fรผr den Klimawandel benennen.

Hier, euer Geld. Und jetzt beweist mal folgendesโ€ฆ

Margaret Thatcher glaubte eher nicht an den Quatsch mit dem CO2, wuรŸte aber, daรŸ die รถkologisch Bewegten, die selber fleiรŸig Panik mit Weltuntergangserzรคhlungen machten, daran glauben wรผrden. Deswegen gab sie Forschungsgelder an Physiker und Meteorologen an britischen Universtรคten, die im Interesse einer Folgefinanzierung die Klimakatastrophe wie erwรผnscht โ€žbewiesenโ€œ. AuรŸerdem wurde ein nationales Expertengremium gegrรผndet, das als Vorlรคufer des heutigen UN-Weltklimarats gilt (IPCC).

Thatchers Plan ging auch weitgehend auf โ€“ das Land baut auf Kernkraft, und die alten Industrien sind platt. Man sieht, ein Politiker muรŸ nicht links sein, um gewissenlos Panik zu schรผren. Konservative tun es meist nur deutlich weniger, weil sie sachlich fรคhiger sind und die Tricks schlicht nicht brauchen.

Eine Annalena Baerbock, eine Claudia Roth oder eine Kathrin Gรถring-Eckardt hingegen sind schon mangels Ausbildung darauf angewiesen, ein preiswertes Thema zu besetzen. Bei Angela Merkel verhรคlt es sich รคhnlich: Die Noch-Kanzlerin ist zwar Physikerin, aber entscheidungsschwach und abseits ihrer machiavellistischen Tricksereien inkompetent. Da kommt ein Panikthema, das die grรผnen Medien auch noch promovieren, gerade recht.

Ein gehackter Mailverkehr

Zurรผck nach GroรŸbritannien: Die Klima-Unis von Thatcher gibt es heute natรผrlich immer noch; besonders die Universitรคt von East Anglia gilt als britischer Vatikan des Alarmismus, รคhnlich unserem Potsdam-Institut fรผr Klimaforschungsfolgen, PIK. Genau diese Universitรคt war es auch, deren Server 2009 und 10 von Hackern angegriffen wurden, die zahlreiche interne Emails der Klimaforscher erbeuteten und publizierten. Ergebnis:

Die Klimaszene, darunter auch die PIKler, war (und ist) sich offenbar absolut bewuรŸt darรผber, daรŸ ihre Computermodelle, von denen die ganzen Medienmeldungen zu steigenden Meeresspiegeln und mรถrderheiรŸen Temperaturen in 50 Jahren stammen, vรถllig untauglich sind und man laufend nachbessern muรŸ, damit die Programme sowohl die bekannte Vergangenheit wie die aktuellen Temperaturen abbilden.

Der Grund fรผr die Untauglichkeit der Programme ist das โ€žChaosโ€œ im Wettergeschehen: Nach der gleichnamigen mathematischen Theorie ist das Ergebnis einer Entwicklung extrem von ร„nderungen der Ausgangsbedingungen abhรคngig. Beispiel aus โ€žJurassic Park 1โ€œ: Der Mathematiker lรครŸt ein paar Wassertropfen auf die Hand der hรผbschen Biologin fallen, die je nach Haltung der Hand mal hier, mal da zu Boden flieรŸen. Man spricht auch anschaulich vom โ€žSchmetterlings-Effektโ€œ, weil der Flรผgelschlag eines Insektes in der Sahara in Peking einen Sturm verursachen kann โ€“ zumindest theoretisch.

Die Computermodelle der Klimaforscher sind also derart konstruiert โ€“ โ€žAnnahmenโ€œ wird offiziell gesagt โ€“ damit im โ€žSzenarioโ€œ das herauskommt, was sich politisch und finanziell am besten nutzen lรครŸt. Das Email-Fiasko von East Anglia, von Kritikern โ€žKlima-Gateโ€œ genannt, hatte รผbrigens kaum Folgen fรผr die Alarmisten, da sie politisch bereits zu fest im Sattel saรŸen und in einem Aufruf sogar von zahlreichen Nobelpreistrรคgern verteidigt wurden. AuรŸerdem wurden die beiden โ€žKlima-Gatesโ€œ von den Medien meist auch totgeschwiegen, so daรŸ sie kaum bekannt wurden und heute fast vergessen sind.

Ein Schuss nach hinten

Thatchers Trick stellt sich heute als Eigentor dar, weil sie zwar kurzfristig ihre Ziele durchsetzen konnte, ihrem Land und der Welt aber ein dickes Ei ins Nest gelegt hat. Ihr Handeln erinnert an den erfolgreichen Plan der deutschen Reichsleitung im Ersten Weltkrieg, die Lenin nach RuรŸland schleuste, damit er eine zweite Revolution durchfรผhre und kapituliere. Das funktionierte; dafรผr hatte man aber 70 Jahre Sowjetimperium inklusive 40 Jahre DDR am Hals.

Nebenbei: Nicht nur die Klimarettung, auch andere รถkologische Schutzkonzepte sind historisch gar nicht links, sondern rechts. Es waren aus heutiger Sicht rechtsradikale Lebensreformler, die um 1895 Naturschutz und ร–kolandbau erfanden. Bei Berlin gab es eine Vegetarier-Siedlung namens โ€žEdenโ€œ, die im Weltkrieg ganz patriotisch gesunde Fruchtsรคfte an die Front lieferte. Was die Rechten damals mit den heutigen Linken verbindet, ist ihr Elitarismus. So waren zum Beispiel die Begrรผnder der Wanderbewegung Gymnasiasten aus den reichen westlichen Vororten von Berlin, die heute zur Stadt gehรถren.

Nach dem Weltkrieg waren es pikanterweise die Nazis, die als erste systematischen Natur- und Gesundheitsschutz betrieben: Das Dritte Reich hatte sogar die strengsten Tier- und Naturschutzgesetze der Welt, und verbot 1937 das Rauchen in รถffentlichen
Gebรคuden. Nach dem Zweiten Weltkrieg interessierte sich erst einmal niemand mehr fรผr die Natur, und Ende der 1960er waren es ausgerechnet die aus heutiger Sicht recht konservativen FDPler und Sozialdemokraten unter Brandt und Schmidt, die das neue Wort โ€žUmweltschutzโ€œ in die Gesetzgebung einbrachten.

Noch ein Rรคtsel: Wer war der erste Umweltminister, der das Umweltbundesamt grรผndete? Innenminister Hans-Dietrich Genscher von der FDP. Die revoluzzerischen 68er interessierten sich zunรคchst nicht fรผr Bรคume, Gewรคsser und Vรถglein. Das ging erst Mitte, Ende der 70er los, weil man merkte, daรŸ der Umweltschutz von Rot-Gelb beim konservativen Steuerbรผrger gut ankam, und weil die 68er Revolution gescheitert war.

Die Arbeit tun die anderen

Um die eigenen finanziellen Interessen zu sichern, รผbernahmen die Ultralinken, wie von Helmut Schelsky 1974 schon vorhergesagt, die Problem-Politik der Regierung, um die โ€žArbeit von den anderen tunโ€œ zu lassen und sich deren Steuergelder einzuverleiben. Das Ergebnis ist Geschichte: Atomtod, Waldsterben, Ozonloch, erschรถpfte Ressourcen, und nun Klimawandel. Alles nicht eingetreten, aber zu seiner Zeit medienbeherrschend.

Die Grรผnen sind also gar nicht so originell kreativ, wie sie behaupten mรถgen, sondern die Folge fehlerhafter konservativer Politik in den 60ern und 70ern. Fehlerhaft im doppelten Sinne sogar, da man nicht nur den Sozialisten die Tricks lieferte, sondern vorher schon den Staat mit zusรคtzlichen Aufgaben aufblรคhte.

Liberale und Konservative mรถgen so etwas eigentlich nicht, denkt man; aber Berufspolitiker wollen ihren Machtbereich eben immer mehr ausweiten, gleich welcher Gesinnung. Ergebnis ist ein Behรถrdenapparat, der sich seine Legitimation schon selber sucht und gegen Verkleinerung oder Abschaffung wehrt; ganz so, wie Max Weber es beobachtet hat.

Es geht nur ums Geld

Da der strukturkonservative Bรผrger bis heute empfindlich auf Panikmachen mit Gesundheits- und ร–kokatastrophen reagiert und bereit ist, seine sauer verdienten Steuergelder in den Rachen von Masken-Dealern und Klima-NGOs zu werfen, behalten die Linken in den westlichen Gesellschaften den Trick noch ein Weilchen bei. Sie mรผssen nur das Untergangs-Szenario immer mal wieder รคndern, weil die ausgebeuteten Bรผrger sonst merken, daรŸ sie hereingelegt wurden.

In dem Zusammenhang muรŸ man bemerken, daรŸ das Klima-Tamtam mit der legendรคren Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 schon ganz schรถn lange andauert und immer teurer wird. Infolgedessen ist der weltweite Opportunisten-Apparat von Alarm-Forschern, Klimapolitikern, NGO-Panikmachern und Grรผnjournalisten ganz schรถn angeschwollen und kaum noch reduzierbar.

Da die Untergangs-Propheten aber merken, daรŸ sich im Volke zunehmend Widerstand regt, ergรคnzen sie seit kurzem ihr Klima-Narrativ um โ€žDรผrreโ€œ und schon wieder โ€žWaldsterbenโ€œ. Mal sehen, ob die Leser und TV-Zuschauer es ihnen glauben werden.

ABOS

Bรผcher

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