Akzeptanz des Kranken

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 Akzeptanz ist oftmals etwas Gegenseitiges. Akzeptiere ich dich, akzeptierst du mich. Und umgekehrt – bloß irgendwer muss den Anfang machen. Wer macht den Anfang in der Beziehung zwischen erkennendem Individuum und kranker Gesellschaft?

Mit erkennendem Individuum meine ich jemanden, der zumindest begonnen hat, die etatistischen Matrix als solche wahrzunehmen. Als Analogie gesagt: Der Fisch, der zumindest begonnen hat, sich zu fragen, in was er eigentlich sein ganzes Leben lang herum schwimmt.

Mit kranker Gesellschaft meine ich die normopathische Massengesellschaft mit ihren kollektiven Psychosen und vor allem ihrem omnipräsenten Stockholmsyndrom; die Milliarden von Menschen, die ihre eigene Ausbeutung und Unterdrückung leugnen und/oder rechtfertigen.

Der Erkennende wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Phase durchleben, in der er das starke Bedürfnis verspürt, die ihn umgebenden Menschen aufzuwecken. Er wird dann jedoch feststellen, dass die Masse mit großer Entschlossenheit an ihrem Schlaf festhält und dass Psychosen und Identifikation mit dem Aggressor nicht leicht zu heilen sind. Das kann sehr frustrierend sein und den Erkennenden für lange Zeit unglücklich machen.

In dieser Phase macht das Erkennenen den Erkennenden traurig. Doch es gibt kein Zurück, Erkenntnis kann nicht rückgängig gemacht werden. Daher kommt es nun auf Trauerbewältigung an.

Im Modell der schweizer Psychologin Verena Kast gliedert sich Trauerbewältigung in vier Phasen:

1. Phase: Nicht-wahrhaben-wollen

2. Phase: Aufbrechende Emotionen

3. Phase: Suchen und sich trennen

4. Phase: Neuer Selbst- und Weltbezug

In der ersten Phase wird geleugnet, in der zweiten Phase durchbrechen Emotionen den Schutzwall der Leugnung, in der dritten Phase werden daraus Konsequenzen gezogen und in der vierten Phase stabilisiert sich der Erkennende wieder.

Fasst man alle vier Phasen zusammen, ergibt sich der Prozess des Akzeptierens. Um seine Trauer zu bewältigen, muss der Erkennende akzeptieren, dass geistige Störungen Teil der menschlichen Natur sind. Phänomene wie kognitive Dissonanz bzw. Zwiedenken und Identifikation mit dem Aggressor bzw. das Stockholm-Syndrom sind Schutzmechanismen des Egos – die Betroffenen dafür zu verurteilen hilft niemandem. Der Erkennende muss auch akzeptieren, dass die geistige bzw. seelische Gesundheit seiner Mitmenschen genauso Privatsache ist wie beispielsweise der Impfstatus.

Wer in Frieden leben will, der muss seine Mitmenschen so akzeptieren, wie sie sind. Natürlich muss diese Akzeptanz Grenzen haben; die eigene Krankheit, sei es beispielsweise die Alkoholkrankheit oder die Geisteskrankheit, gibt niemandem das Recht, das Leben anderer zu zerstören. Gleichzeitig hat jeder Mensch das Recht auf Krankheit – mein Körpergeist, meine Krankheit, meine Entscheidung. Und doch erfordert Frieden Akzeptanz.

Die Gesunden müssen die Kranken akzeptieren, die Kranken müssen die Gesunden akzeptieren – und die Gesunden müssen den Anfang machen.

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