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CC BY SA 4.0 Henry Laurisch https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bela_B_-_Highfield_2014.jpg

Bela B empfiehlt: Am 26. September AfD wählen!

9. September 2021

Vielleicht haben Sie das im selbstgewählten Hausbüroexil noch nicht mitbekommen, aber am 26. September ist wieder Bundestagswahl. Tatsache! Vor vier Jahren verlor die CDU fast 9 Prozent, die SPD immer hin knapp 5. Letztere erreichte damit ihr bis dato schlechtestes Ergebnis auf Bundesebene. Wenn man den aktuellen Umfragen trauen will, dann wird ihr Ende September die CDU diesen Pokal aus der Hand reißen.

Jedenfalls stand die Wahl von 2017 ganz unter dem Eindruck der Migrationskrise. “Merkellego“ war eine der eindrücklichsten Erfindungen dieser Zeit und Pfefferspray “gegen wilde Hunde“ avancierte zum Accessoire in vielen Damenhandtaschen. 2017 zog die AfD mit 12,6 Prozent in den Bundestag ein, dichtgefolgt von der Alternative für Warmduscher, der FDP, mit 10,7 Prozent. Die Große Koalition hatte 13,8 Prozent verloren, merkelte aber munter weiter. Schwarz-Rot kam immerhin noch auf satte 53,4 Prozent.

Jetzt also, nach vier weiteren Jahren und vielen weiteren Zeugnissen importierter Gewalt, nach der freiwilligen Übertragung der eigenen Finanzhoheit an Brüssel, nach einem Hygieneregime, nach Korruptionsskandalen, Ämtermissbrauch, nach einer kaum bewältigten Flutkatastrophe und einem schandhaften Abzug aus Afghanistan, nach all diesen Exempeln der bewussten und unbewussten, der gewollten und leichtfertig hingenommenen Verwerfungen, darf der mündige Bürger sein Kreuz also wieder auf der politischen Farbskala machen.

Damit er sich auch bloß nicht verkreuzt, damit er ja nicht auf die Idee kommt und irgendeine Partei außerhalb des politkorrekten Konsens wählt, damit er auch ja keinen Sand in das Getriebe des klimaneutralen und keimfreien Gesellschaftsumbaus streuen kann, haben sich ein paar Kulturarbeiter via Facebook zu Wort gemeldet.

Der prominenteste Unterzeichner und wahrscheinliche Hauptinitiator ist Dirk Albert Felsenheimer. Der linke Hass auf das Wahre, Schöne und Gute macht vor der eigenen Identität nicht halt – drum gab sich der Westberliner einst das Pseudonym “Bela B”. Zusammen mit Jan Vetter (“Farin Urlaub“) und Rodrigo Andrés Gonzáles Espindola (“Rod“ – das geht ja noch klar) bildet er das Trio „Die Ärzte“.

Neben den „Toten Hosen“ ist das die zweite große Punkrockgruppe der Bundesrepublik, deren alternde Mitglieder ihr politisches Mitläufertum hinter einer schmierigen Fassade aus Nasenpiercings und gefärbten Haaren zu verstecken suchen.

Wie dem auch sei: Der Aufruf wird verpuffen. Er wird im Äther des Weltnetzes verschwinden und ich stelle einfach mal die Hypothese auf, dass kein einziger Wähler auf Grund dieses Pamphlets seine Stimme den Grünen gibt. Woran liegt das? Etwa, weil die Behauptungen unserer linken Wohlmeiner, etwa der, dass Deutschland Hauptverursacher des Klimawandels sei oder die Grünen irgendeine Form der Expertise besäßen, völliger Schwachsinn ist? Nein, noch nicht mal deshalb.

Millionen Deutsche erleben zu Zeit die konkrete Zerstörung ihrer Existenz. In den Flutgebieten verloren hunderte ihr Leben und tausende ihre Häuser, weil der Staat nicht in der Lage war, Warnungen rechtzeitig zu senden und Vorkehrungen zu treffen. Ohne die private Unterstützung aus der ganzen Republik, wären die Flutopfer noch jetzt völlig auf sich allein gestellt. In den Zwängen des Wahlkampfes sahen sich die beiden Regierungsparteien genötigt, dem grünen Narrativ des „menschengemachten Klimawandels“ den Mund zu reden. Dumm nur, dass sich die Flutopfer von dem impliziten Vorwurf der Selbstverschuldung keine neuen Häuser bauen können. Dumm auch, dass die betroffenen Regionen auch in der CO2-neutralen Vergangenheit von Fluten betroffen waren.

Und der Rest der Republik? Nun, es gibt eine Hierarchie der Nöte und Sorgen. Die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronaregimes sind so eklatant, dass die Frage nach der Temperaturerhöhung um 1 oder 1,5 Grad eigentlich keine große Rolle für die meisten Bürger spielt.

Selbst der medial stilisierte Kinderkreuzzug ist vergessen, denn über das letzte Jahr hinweg waren die Schulferien der Kleinen doch sehr lang. Wieso sollte man also ausgerechnet jetzt der Wahlempfehlung eines alternden Punkopas folgen und für eine Partei stimmen, unter der alle bestehenden Verwerfungen noch viel schlimmer werden?

Ende September werden in den Wahlkabinen viele Punks ihr Kreuz machen. Sie wählen dann nicht, wie Bela B, dafür. Sie wählen dagegen.

Friedrich Fechter

Fechter studiert im Herzen Deutschlands und muss sich an seiner linksversifften Universität den typischen Gängelungen aussetzen. Er interessiert sich für Kunst, Geschichte und ist Meister der Halbsätze. Als Fechter das erste Mal ein Cover der Krautzone sah, hielt er das pixelige Layout für eine durchtriebene Werbestrategie. "Bestimmt", dachte er sich beim Durchblättern, "hier sind verschlagene Profis am Werk."

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