Ich bin, mit Ausnahme von Hirni und Irfan, der einzige Mensch, den ich kenne, der regelmรครig Fuรball guckt, und als solcher nicht gerade zu beneiden. Regenbogenscharmรผtzel mit den Ungarn und Hinknierituale fรผr Sankt Fentanyl machten ja bereits die letzte Europameisterschaft zu einer Qual, auch wenn das frรถhliche Spekulieren darรผber, wer wohl als Nรคchster den Eriksen macht und einfach so umkippt, dem Spiel wieder ein wenig der verlorenen Wรผrze zurรผckgeben konnte. Generell war es alles eigentlich nur noch ein zynischer Spaร; wรคhrend ich einst, als Kind von vรคterlicher Seite da reinindoktriniert, deutsche Tore bejubelte, hoffte ich in der Gruppenphase auf nicht mehr als ein Ausscheiden von Buntland zu Hรคnden der ungarischen Herrenmenschen.
Auch das war mir nicht vergรถnnt, erst als im Achtelfinale mit den auf Knien spielenden Englรคndern die wohl einzige Mannschaft, die noch gecuckter war als wir, auf dem Plan stand, ging es fรผr die Regenbogenauswahl nach Hause. Jedoch nicht, bevor wir sie noch mit der Regenbogenbinde anstecken konnten, die ihr Kapitรคn von da an bis ins Finale fรผr uns weiter trug. In der gerade vergangenen Frauenfuรball-EM wurden die Sportlerinnen offenbar zum Gendern gezwungen, wie Nationalspielerin Lena Lattwein in einem Interview mit dem ZDF in einem Nebensatz fallen lieร: โIch muss gendern.โ
รberraschend ist daran eigentlich nur noch, dass das ZDF die Stelle ungekรผrzt zeigte. Die im kommenden Winter stattfindende WM in Katar gibt mir jedoch ein wenig Hoffnung, noch einmal ein politisch unbelastetes internationales Turnier erleben zu dรผrfen, aber wen verarsche ich hier? Was sie dort unterm Halbmond an Regenbogenallรผren einsparen werden, das wird in Heller und Pfennig im Hinknien aufgewogen werden. In klimatisierten Stadien mitten in der Wรผste, wรคhrend Harald zu Hause gegen den Klimawandel und fรผr die Freiheit friert.
Wo wir schon beim Klimawandel sind: Die Klimaminuten, bei denen รผber die Stadionlautsprecher bei allen 32 Erstrundenspielen des DFB-Pokals 60 Sekunden lang dazu aufgerufen wurde, seinen SUV zu verschrotten, habe ich kรผrzlich ja schon angesprochen. Das war allerdings nicht der einzige Streich, den DFB und DFL in der gerade anlaufenden Saison zu bieten hatten: Alle Mannschaften kรถnnen nun ein weiteres Trikot, ein Sondertrikot, ihr Eigen nennen, sofern sie dieses mit einer linkspolitischen Botschaft verzieren. Oder, wie sie es selber ausdrรผcken: โsofern das Leibchen thematisch mit Diversitรคt oder Nachhaltigkeit in Verbindung stehtโ. Und ich nehme jetzt mal ganz forsch an, damit meinen sie keine Warnungen vor Buchstaben-Propaganda in Kindergรคrten oder dem groรen Austausch.
Der โAnti-Faโ-Shampoo und Antifa-Hemden verkaufende FC St. Pauli lieร bei so einer Gelegenheit natรผrlich nicht lange auf sich warten: Seine Spieler tragen nun ein weiteres Trikot mit einem Genderstern an der Stelle, an der man sich normalerweise beim dritten Meisterschaftsgewinn einen Stern verdient hรคtte. Ob an dieser Idee auch ihr neuer Medienchef Patrick Gensing, bis Mai dieses Jahres Leiter des โARD-Faktenfindersโ, seinen Anteil hatte, bleibt natรผrlich Spekulation. Aber klar ist: Der Fuรball hat den Punkt ohne Wiederkehr auf dem Weg ins woke Nirwana lรคngst รผberschritten.
Er war ja sogar eine der ersten Bastionen, die mit so einem Hochdruck politisch gefรผgig gemacht wurden; schon in meiner Kindheit gab es diverse Aktionen gegen โRassismusโ, bei denen man sich damals noch recht wenig dachte. Es wird wohl am identitรคtsstiftenden Element des Fuรballs liegen und daran, dass er vor allem aus Mรคnnern bestehende Gemeinschaften bildet, also aus der Gruppe, die von Linken (zu Recht) als grรถรte Gefahr fรผr ihre Vormachtstellung angesehen wird. Aus einer antiwoken Fanszene kรถnnten sich Gegenbewegungen bilden, also muss alles niedergebrรผllt werden, was wie die Dynamo-Dresden-Fans nicht fรผr das Klima hรผpft, und die verbleibende brave Schรคfchenherde regelmรครig mit linksesoterischen Zeremonien gegen den Hass berieselt werden.
Selbst virtuell scheint ideologiefreier Fuรball ein Relikt der Vergangenheit zu sein, wie man schnell feststellt, wenn man etwa Fifa anschmeiรt. Der Ball sagt nein zu Rassismus, und die Mannschaft der Woche heiรt โkeep Racism outโ, was jedoch eher einen kleinen Motivationsschub beim Bezwingen selbiger zur Folge hat. Nur das Hinknien, das hat es noch nicht ins Spiel geschafft. NOCH nicht. Ich prophezeie: Ab dem nรคchsten Spiel zรคhlen Hinknietore doppelt. Und die von schwarzen Spielern sowieso.

