Eine zentrale These des Klimawandelkults ist gefallen

in 3 min lesen
2

Die Klimahysterie ist tot. Sie wurde still und heimlich begraben. Die Totengräber? Ebenjene Wissenschaftler, die im sogenannten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) für die Klimaprognosen des Weltklimarats zuständig sind. So bezeichnen 44 IPCC-Autoren in einer neuen Veröffentlichung das bisherige „Szenario 8.5“ – wonach bis 2100 mit einer Erderwärmung von bis zu fünf Grad Celsius zu rechnen sei – als „unplausibel“ (orig. „implausible“). Dabei war es gerade jenes Szenario, welches in Wissenschaft, Medien, Politik und Rechtsprechung das vergangene Jahrzehnt bestimmt hat.

Unter der Bezeichnung „Business as usual“- oder „Weiter so“-Szenario wurde der Eindruck erweckt, das Szenario bilde eine realistische Entwicklung des Weltklimas ab, wenn alles so weitergehe wie bisher. Mittels des Horrorszenarios einer nahenden deutlichen Erderwärmung wurden zahlreiche Klimamaßnahmen und Einschränkungen gefordert, die sich bis in die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts niedergeschlagen und unser Leben massiv beeinflusst haben. Was hinter dem „Szenario 8.5“ steckt (I.), wie es nun von Klimaforschern verworfen wird (II.) und was uns für die Zukunft erwartet (III.).

I. Von Beginn an nie realistisch

In der Klimaforschung werden sogenannte Szenarien verwendet, um anhand fiktiver gesellschaftlicher und industrieller Entwicklungen Prognosen für die Entwicklung des CO2-Ausstoßes und damit einhergehend die Entwicklung des Erdklimas zu treffen. Die Zahl „8.5“ steht dabei für den in diesem Szenario erwarteten Strahlungsantrieb von 8,5 Watt pro Quadratmeter; also eine aufgrund hoher CO2-Konzentration erhöhte Wirkung der Strahlung aus dem Weltraum. Um diesen Wert zu erreichen, müsste sich der weltweite CO2-Ausstoß bis ins Jahr 2100 jedoch mehr als verdreifachen. Der dem Szenario zugrundeliegende Verbrauch von Kohle, Öl und Gas hätte laut Wissenschaftlern wie Prof. Dr. Gerd Ganteför zur Folge, dass die weltweiten Kohlenstoffressourcen bereits vor 2100 komplett erschöpft wären.

Ein Szenario, welches abseits seines Widerspruchs zur Realität also bereits physikalisch kaum möglich war. Eine Wahrheit, die auch den Forschern selbst bewusst zu sein schien. So sei „Szenario 8.5“ von Beginn an lediglich dafür gedacht gewesen, durch Eingabe hoher Faktoren bei der Weiterentwicklung der Modelle zu helfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass besagtes Szenario Realität werden könnte, bewerteten die Klimaforscher mit drei Prozent. Statt eines tatsächlichen Zukunftsszenarios handelte es sich somit bei „Szenario 8.5“ von Beginn an um ein Testfeld, um den Umgang der Klimamodelle mit hohen Werten zu testen.

Dieser Umstand verhinderte jedoch nicht die Aufmerksamkeit und Verbreitung, die dem unrealistischen Horrorszenario zuteilwurde. Es fand Erwähnung in über 2.000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen, prägte die politische Debatte und erfuhr durch Medien und Klimaaktivismus eine Verkehrung in das Szenario, welches uns bevorstünde, wenn wir nicht sofort handelten.

II. Eine Frage der Zeit

Bereits 2020 wiesen einige Forscher auf diesen Umstand und die darauf beruhende Fehlentwicklung in der Verbreitung und Bewertung von „Szenario 8.5“ hin. Ein Jahr bevor die Grünen mit 14,9 Prozent angetrieben vom Klimaaktivismus durch Fridays for Future und Co. ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl einfahren sollten. Doch kaum jemand schien sich für die Richtigstellung zu interessieren. Zu packend war das Narrativ des nahenden Untergangs und des Umbruchs, den es nun zur Rettung brauche. Dagegen hatte die Randnotiz, dass es nur ein Trainingsszenario sei, keine Chance.

Das ist nun anders. In dem offiziellen Forschungspapier von 44 IPCC-Autoren wird das Horrorszenario als „unplausibel“ verworfen, sodass es zukünftig keine Anwendung mehr finden wird. Ein Umstand, der nicht mehr so leicht zu ignorieren oder zu überspielen ist. Während wir wohl weiterhin vergebens auf „Tagesschau“-Berichterstattung, „Lanz“-Gesprächsrunden und politische Konsequenzen warten dürften, ist eins klar: Findet das Horroszenario in zukünftigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen des Weltklimarats keine Erwähnung mehr, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es aus der Debatte verschwindet.

Doch allzu große Hoffnungen sind auch mit der neuesten Veröffentlichung nicht verbunden. Wer darin eine Trendwende sehen will, sodass in Zukunft lediglich zurückhaltende, wissenschaftliche und belastbare Klimaprognosen erstellt würden, wird gleichfalls enttäuscht. So finden sich weiterhin Szenarien, in denen die Emissionen künstlich hochgerechnet werden, sogenannte Senken-Effekte unberücksichtigt bleiben und die dadurch entstandenen Prognosen auch weiterhin über dem liegen dürften, was wir an Erwärmung zu erwarten haben.

III. Der Blick in die Glaskugel

Dabei geht das mittlere Szenario des neuen Forschungspapiers von bis 2050 gleichbleibenden Emissionen und einem daran anschließenden Rückgang aus und kann als das wahrscheinlichste Szenario bezeichnet werden. Es wäre das tatsächliche „Weiter so“-Szenario. Demnach wäre mit einer weiteren Erwärmung von lediglich 1,1 Grad Celsius bis 2100 zu rechnen; alles andere als katastrophal.

Vor diesem Hintergrund stellt sich unter anderem die Frage, was mit dem sogenannten Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts geschieht. In der 2021 ergangenen Gerichtsentscheidung erklärten die Verfassungsrichter das Klimaschutzgesetz vor dem Hintergrund der „intertemporalen Freiheitsrechte“ als verfassungswidrig, weil es zukünftige Generationen nicht ausreichend vor den Folgen des Klimawandels schütze. Darin wird das IPCC über 80-mal erwähnt und auch Bezug auf ebenjenes Horrorszenario 8.5 genommen. Dabei ging das Gericht von einem „globalen Temperaturanstieg um mehr als 3 °C bis zum Jahr 2100“ aus. Eine Annahme, die sich nun als falsch erwiesen oder – um im Vokabular der Klimawissenschaftler zu bleiben – in Luft aufgelöst hat.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein echter „Schmitt-Artikel“ – wunderbar und danke hierfür!
    Von mir aus sollten dennoch alle Hysteriker viel mehr vom Geschmack der sozialistisch-gierigen Selbstbedienungsmentalität durch altbekannt wüste Steuer-Maschinerie abbekommen. Weltweit im Übrigen ein Phänomen, welches beinahe ausschließlich in Vereinigten Staaten von Amerika sowie Westeuropa aufkeimte – also eine halbe Milliarde Mensch*innen betraf und 8 Milliarden Menschen eben nicht.

Comments are closed.