von Adrian Leuser
Harburg, frühe Morgenstunden. Feuchte Kälte liegt über dem ehemaligen Schwarzenbergpark, auf dem einst Volksfeste gefeiert wurden, bevor er den Harburgern entrissen wurde. Heute sind dort Feste undenkbar: Westlich drängen sich beheizte Container für Geflüchtete; die Erweiterung auf die doppelte Fläche läuft auf Hochtouren. Dazwischen, direkt am Zaun des Abrigado, dem zentralen Drogenkonsumraum von Harburg, kauern jetzt Menschen in Zelten und unter Planen. Abgemagerte Gestalten mit eingefallenen Gesichtszügen und fahler Haut. Manche starren versteinert ins Leere, andere hocken zusammengekauert am Boden und warten, bis der Rausch nachlässt. Manchen fehlen Gliedmaßen, andere haben kaum noch Zähne. Auf der anderen Seite, bei der Drogenhilfe, gruppieren sich kräftige, bärtige Männer, die ein und aus gehen. Es herrscht reger Betrieb im Abrigado, während östlich, nur wenige Meter entfernt, das Schulgelände beginnt.

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