Mainstreammedien berichten negativ über die AfD und machen aus ihrer Abneigung gegenüber der „Alternative“ längst keinen Hehl mehr. Egal ob die linksradikale taz, die öffentlich-rechtliche ARD, die FAZ, die WELT oder der Spiegel – die AfD darf auf keinen Fall irgendwie gut wegkommen. Des Weiteren werden AfD-Politiker seit Jahren systematisch aus den öffentlich-rechtlichen Talkformaten ausgeschlossen und sind so, gemessen an ihren Wahl- und Umfragergebnissen, deutlich unterrepräsentiert.
Doch nicht nur die deutschlandweiten Talkformaten, auch die kleinere Länder- und Lokalpresse behandelt die jüngste der großen bundesdeutschen Parteien vollkommen eindimensional. Die regionale Tageszeitung „Mitteldeutsche Zeitung“ aus Halle (Saale) erreicht mit einer Auflage von über 100.000 Exemplaren mehrere hunderttausend Leser. Das ist vor allem für das dünn besiedelte Sachsen-Anhalt (2,1 Mio. Einwohner) sehr viel. Ihren Schwerpunkt hat die MZ im Süden Sachsen-Anhalts; dort gilt sie sogar als „Monopolzeitung“, da es in der Region um Halle keine weitere Tageszeitung gibt. Insofern hat das ehemalige SED-Blatt – das Magazin wurde unter dem Namen „Freiheit“ 1946 als Parteizeitung gegründet – eine herausragende Bedeutung, was die Meinungsbildung der Sachsen-Anhalter betrifft. Doch dieser journalistischen Verpflichtung kommt sie nicht nach.
Die in Sachsen-Anhalt dominante AfD (in Umfragen regelmäßig bei über 40 Prozent der Stimmen) wird in der Berichterstattung der MZ systematisch schlechtgeschrieben. Das hat jetzt das Projekt „Parteienmonitor“ ermittelt. Auf Konzepten der Kommunikationswissenschaft aufbauend, hat ein Team von „Uberagent“ mittels KI-Analyse ermittelt, welche Parteien in der Berichterstattung über- bzw. unterrepräsentiert werden oder wie tendenziös die MZ über sie berichtet.
Insgesamt wurden fast 13.000 Artikel (aus drei Monaten) der MZ ausgewertet, bei denen sich rund 2.500 Artikel direkt auf Parteien bezogen. Insgesamt wurde gut 4.000 Mal eine Partei erwähnt.
Die CDU ist mit 35,3 Prozent aller Erwähnungen knapp vor der SPD (27,1 Prozent der Erwähnungen) auf Platz eins. Mit 13,5 Prozent der Erwähnungen folgt dann die AfD vor den Grünen (9,2 Prozent der Erwähnungen). Abgeschlagen liegen Linke, FDP und das BSW. Relevant ist allerdings nicht die Anzahl der Berichte, sondern vor allem der Vergleich zu den Umfragewerten: Große Parteien sollten häufiger erwähnt werden, da viele Menschen sich von ihnen repräsentiert fühlen; kleine Parteien hingegen sollten seltener vorkommen, da sie für die demokratische Partizipation nur eine geringe Rolle spielen.
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