Vom migrantischen Vorzeigeunternehmen zur dreisten Betrugsmasche

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Zeynep Cans Vita mag für den bundesdeutschen Gutbürger vorerst klingen wie das Musterbeispiel gelungener Integration. Eine Kopftuch tragende Muslimin türkischer Herkunft, die einst in einem Supermarkt arbeitete, hat es doch tatsächlich nach oben geschafft und leitete Jahre später einen ambulanten Intensivpflegedienst. Es gibt sie doch, diese Fachkräfte, von denen immer alle sprechen – und zwar in echt. 

Der Pflegedienst „CAN-Vefa GmbH“, der 2023 in „Weiße Engel Intensivpflege GmbH“ umbenannt und seither so im Register geführt wurde, war in den letzten Jahren im Großraum Düsseldorf unterwegs, um Menschen, die intensive Pflege benötigten, zu Hause zu betreuen. Zeyneps Team bestand dabei größtenteils aus Menschen mit Migrationshintergrund, was aus Beiträgen im Netz hervorgeht. Auf einer noch aktiven Facebook-Seite der CAN-Vefa GmbH präsentierten sich allerlei Teammitglieder, darunter viele Frauen, die wie Zeynep auch bekennende Muslime sind und Kopftuch tragen, als fürsorgliche und couragierte Vorzeigemigranten voll Toleranz und Empowerment. Dazu warb das Unternehmen obendrein mit „kultursensibler Pflege“ unter folgendem Leitspruch:

„Die Achtung der Menschenwürde bedeutet auch Respekt vor religiösen oder kulturellen Bedürfnissen.“ 

Binnen nur drei Jahren steigerte der Pflegedienst „Weiße Engel“ seinen Umsatz von einer Million auf bis zu elf Millionen Euro erwarteter Umsatz im Jahr 2025.

Doch schon vor einigen Monaten führte ein anonymer Tipp samt schwerer Anschuldigungen zu Ermittlungen der Behörden gegen das ach so „kultursensible“ Pflegeunternehmen.

Mitte September dieses Jahres folgten schließlich mehrere Durchsuchungen bei den Mitarbeitern der „Weißen Engel“. Dabei wurde in einer Düsseldorfer Wohnung ein pflegebedürftiges Kind gefunden, das offenbar von diesem Dienst betreut wurde und sich in einem so schlechten gesundheitlichen Zustand befand, dass es sogleich per Rettungsdienst in ein Krankenhaus zur stationären Behandlung gebracht werden musste.

Im Zuge weiterer Razzien fanden die rund 200 Beamten im Einsatz mehrere Luxusautos, darunter Fahrzeuge der Marken Maybach, Lamborghini und Mercedes-Benz, die als vermeintliche Dienstwagen deklariert und somit auf das Pflegeunternehmen zugelassen waren. Dazu kamen noch 61.000 Euro in Bargeld, Schmuck im Wert von rund 265.000 Euro, Gold im Wert von etwa 10.000 Euro und im Hause von Zeynep Can und ihrem Mann außerdem eine Schusswaffe sowie Drogen und Anabolika.

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Seither sitzen die 39 Jahre alte Türkin und ihr 45-jähriger Ehemann in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe gegen die insgesamt 13 Beschuldigten häufen sich. Das Pflegeteam soll Leistungen abgerechnet haben, die nur zum Teil oder teilweise sogar gar nicht erbracht wurden. Dazu kommt noch der Vorwurf, dass ein großer Teil des Pflegepersonals nicht die dringend erforderlichen Qualifikationen mit sich brachte, es also doch keine gut ausgebildeten Fachkräfte waren. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal und die Polizei Düsseldorf ermitteln nun. Der Gesamtschaden des Leistungsbetrugs beläuft sich demnach auf schlappe elf Millionen Euro. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich in erster Linie um Migranten türkischer, marokkanischer oder ägyptischer Herkunft. Ein Teil von ihnen soll laut Medienberichten auch deutsch sein beziehungsweise die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. 

Der Schaden ist immens. Nicht nur finanziell, sondern gerade, wenn man bedenkt, dass sich hier gezielt auf dem Rücken pflegebedürftiger und schwerstkranker Menschen bereichert wurde. Unter dem Deckmantel, Intensivpatienten mit „Respekt vor Kultur und Religion“ helfen zu wollen, wurden diese ausgebeutet und ohne Rücksicht auf Verluste geradezu im Stich gelassen. Die AfD-Bundestagsfraktion sandte bereits Ende September eine Pressemitteilung dazu heraus und verurteilte dieses Vorgehen als „beispielslose Skrupellosigkeit gegenüber Schwerstkranken und Beitragszahlern“.

Wie lange Zeynep und ihr Team bereits ihr krummes Spielchen treiben, ist nicht bekannt. Ebenso stellt sich die Frage, warum der Betrug nicht früher ans Licht kam. Es bleibt abzuwarten, was die weiteren Ermittlungen noch so zutage bringen und welche Strafen die „Weißen Engel“ erwarten.


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