Nach ihren großen Erfolgen bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat sich für die AfD die ernste Frage zu stellen, ob sie bei einer Übernahme von Regierungsverantwortung tatsächlich genügend qualifiziertes und vor allem auch in seinen Anschauungen gefestigtes politisches Personal aufbieten kann. Weitaus wichtiger als dies wäre es für sie jedoch, peinlich darauf zu achten, dass sie ihre Reihen konsequent all den Postenjägern, Glücksrittern, Rückversicherern und Querulanten verschließt, die erfahrungsgemäß stets als Erste dort sind, wo sie eine ihnen günstige Konjunktur wittern. Denn diese stehen bereits in Scharen vor den Türen der Parteibüros, um dort anzuklopfen und energisch um Einlass zu begehren. Meist machen solche Zeitgenossen bei ihrer Vorstellung dann sehr viel Aufhebens um ihre vermeintlich stets schon vorhandene „rechte“ Gesinnung und stellen gerne die „Verdienste“ heraus, die sie sich zuvor schon – nicht selten in zwei oder drei anderen Parteien – erworben haben. Auch wo über die Parteiprogrammatik diskutiert wird, sind sie gerne ganz schnell vorne mit dabei. Vor allem aber Mandate und Diäten sind es, die sie ganz besonders anlocken. Exakt dieser negative Typus aber ist es, der Geist, Erscheinungsbild, Weg und Ziel einer politischen Partei sehr rasch völlig verwässern und in ihr Gegenteil verkehren kann. Solche Naturen sind erfahrungsgemäß auch viel eher dazu geneigt, die Erstgeburt für ein armseliges Linsengericht zu verhökern. Daher sollte die AfD ihnen beizeiten auf die Finger klopfen.
Um nicht missverstanden zu werden: Es ist damit durchaus nicht jeder gemeint, der idealistisch und aus Überzeugung neu in die Partei eintritt; vor allem nicht jene aus der Arbeiterschaft, die sich von ihren roten Gewerkschaftsbonzen losgesagt oder aus gewonnener Einsicht von den Kartellparteien abgewandt haben. Vielmehr geht es um jene, die die AfD als bequemes Vehikel ansehen, um eigennützig zu Mandat, Amt und vermeintlichen Würden zu gelangen, oder gar der Ansicht sind, die Partei hätte nur auf ihr „Erscheinen“ gewartet.
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Der Author nennt eine relevantes Problem, allerdings keine Lösungen. Auch die Beispiele widersprechen sich da im Fall der NSDAP ja anscheinend einige dieser Überläufer durchaus nützlich waren, was für eine Aufnahme spräche.
Ich denke die AfD muss langfristig besagte Trittbrettfahrer aufnehmen, um Handlungsfähig zu werden. Diese sollten aber keine relevanten Posten bekommen. Trittbrettfahrer von Überzeugten zu trennen wäre über bspw. Einen Fragebogen im bewerbungsprozess möglich. Wie viele relevante Bücher hat der Anwärter gelesen – inklusive Fragen zum Inhalt. Abboniert er die Krautzone? Etc.
Werden wir es denn irgenwann schaffen, einen Kommentar über AfD-Interna auch ohne Bezug auf die leidige braune Zeit zu schreiben?
Die AfD muss auf jeden Fall aufpassen, dass sie nicht von Oppoturnisten unterwandert wird.
Jetzt noch mehr als vorher.
In Hamburg halten meine Kameraden und ich so gut es geht die Augen offen.
Dies richtig beschriebene Problem ist in diesem (Parteien-)System schlicht nicht lösbar. Wer will schon sein Polit-Pöstchen oder die Aussicht darauf bzw. seine Kofferträger abschaffen, um wieder zu produktiver Arbeit im freien Wettbewerb zurückkehren zu müssen. Dort wartet womöglich keine B-Besoldungs adäquate Beschäftigung. Denn solange der mit Zwangsabgaben finanzierte öffentliche Bereich – riesige Parlamente mit Anhang, unnütze Ministerien mit „nachgeordneten“ Behörden, alle NGOs nebst Kirchen und Gewerkschaften etc. – krebsartig weiter wächst, wird sich dieses Land – wie andere westliche – weiter auf einen Abgrund zubewegen. Es sei denn jemand dünnt mit der Kettensäge diesen unsäglichen – z.T. kriminellen – Wasserkopf vollständig aus. Aber selbst Einsichtige hoffen ja, daß sie den Absturz noch überleben und krallen sich verbissen an ihre zwangsfinanzierten Jobs. Das ist übrigens der Hauptgrund – wenn nicht der einzige – warum man die AfD so haßerfüllt bekämpft. Sie bedroht allein durch ihr Wachstum die etablierten unnützen Sesselinhaber. Das hat nichts mit irgendeiner Ideologie zu tun.
Ich denke, das in diesem Artikel skizzierte Problem ist vielschichtig. In Bezug auf solche Leute, die von der AfD von außen hinzugeholt und beispielsweise als Minister oder Staatssekretär ernannt werden, sehe ich allenfalls die Gefahr, sich ein getarntes trojanisches Pferd einzuschleppen. Solche Personen muss die AfD sehr genau unter die Lupe nehmen, um ausschließen zu können, dass sie in fremdem Auftrag ihr zerstörerisches Werk zulasten der AfD verrichten und womöglich plötzlich eine miese Vergangenheit oder entsprechend anstößiges Verhalten in der Gegenwart aus dem Hut zaubern können. Solche U-Boote wird es sicherlich geben, und ich überlasse es dem Leser meines Kommentars zu entscheiden, wer sie wohl installieren wollen wird. Die AfD könnte sich Menschen aus den Reihen ihrer Mitglieder holen, die über eine entsprechend langjährig nachgewiesene berufliche Qualifikation verfügen. Um sicherstellen zu können, dass solche Menschen auch den nötigen Charakter und nationalkonservativen Stallgeruch und nicht das süßlich stinkende Parfum des Opportunisten an sich tragen, sollte die AfD solche Menschen zuvor über längere Zeit kennengelernt haben. Ich denke etwa an AfD-Veranstaltungen wie das Preußenfest, wo ganz sicher die Möglichkeit bestanden hat, solche Personen zu beobachten.
Ein sehr viel größeres Problem sehe ich in der Besetzung von Posten mit Personen, die in der AfD aktiv waren und sind. Hier gilt es, was leider überhaupt nicht beachtet wird, darauf zu achten, dass es kein Kriterium allein ist, möglichst angepasst und/oder fleißig im Wahlkampf oder sonst wo geholfen zu haben. Noch sehr viel weniger darf es ein Kriterium sein, sich unqualifizierte Personen, die man über ihre Anstellung oder Unterstützung auf Wahllisten (zur Begründung von Abhängigkeit) in eine Art Leibeigenschaft manövriert hat, allein zur Absicherung der eigenen Person um sich zu scharen.
In der AfD dürfen und müssen alleinige Kriterien für den Erhalt irgendeines Amts oder irgendeiner Position ausschließlich die Qualifikation der Person und ihr nationalkonservativer und unbestechlicher Charakter sein!
Unbedingt sicherzustellen hat die AfD, dass nicht junge Leute in ihr nachwachsen oder, besser gesagt, aus ihr emporkommen, die nie in ihrem Leben in einem anderen Beruf als jenem des Politikers hart gearbeitet haben. Das ist ein sehr wichtiges Thema. Ich denke an all diese charakterlosen Politaale, die als Glasaale in den Reihen der CDU/CSU, SPD und auch bei den gemeingefährlichen sog. „Grünen“ unmittelbar nach Schule oder Studium, gern auch einem abgebrochenen Langzeitstudium, ihre „berufliche“ Laufbahn als „Politiker“ starten.
In der AfD brauchen wir kluge, charakterstarke, sehr gut ausgebildete und beruflich qualifizierte Leute, die all diese Kriterien bereits in einer langjährigen Karriere außerhalb der Politik unter Beweis gestellt und dort ihren Mann gestanden haben. Wir brauchen keine Karrieren nach dem Motto: Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal – eine solche Karriere bringt ausschließlich die bekannten Missgeburten, bringt die Altparteienkretins hervor.